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Dübel aus der Wand entfernen – so funktioniert es garantiert

Dübel sind ohne Frage ein wertvolles Hilfsmittel für Heimwerker und Profis. Die Hülsen aus Kunststoff sorgen für sicheren Halt bei Bildern, Spiegeln, Regalen oder ganzen Hängeschränken. Doch bei einer Renovierung oder beim Auszug können sich die praktischen Montagehelfer als hartnäckig erweisen. Insbesondere Dübel in Beton oder Mauerwerk lassen sich oft nur schwer entfernen. Als Faustregel gilt: Je länger ein Dübel in der Wand war, desto schwieriger ist er zu entfernen. Denn über die Jahre verdunstet der Weichmacher aus dem Kunststoff und der Dübel wird steinhart und spröde. Mit den folgenden Tipps entfernen Sie zuverlässig jeden normalen Dübel aus der Wand.

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Schritt 1: locker sitzende Dübel entfernen

Wie viel Widerstand ein Dübel leistet, kann man selten vorher absehen. Einige Dübel lassen sich bereits entfernen, wenn Sie sie am Rand mit einer Kombizange oder Flachrundzange greifen und gleichmäßig mit leichten Schaukelbewegungen ziehen. Konnten Sie den Dübel so entfernen, geht es weiter mit Schritt 5.

Schritt 2: festsitzende Dübel entfernen

Lässt sich der Dübel nicht einfach mit einer Zange aus der Wand ziehen, greifen Sie zu Schraubhaken und Schraubendreher. Drehen Sie den Schraubhaken etwa fünf Umdrehungen tief in den Dübel ein. Schieben Sie nun den Schraubendreher durch den Haken und setzen Sie den Griff auf der Wand auf. Greifen Sie den Schraubendreher an der Klinge und hebeln Sie so den Dübel aus der Wand. Es ist möglich, dass Sie den Haken mehrmals tiefer eindrehen müssen. Denken Sie an Arbeitshandschuhe, um Verletzungen zu vermeiden. Haben Sie den Dübel auf diese Art entfernen können, lesen Sie weiter bei Schritt 5.

Schritt 3: hartnäckige Dübel mit der Bohrmaschine entfernen

Ist es nicht möglich, den Dübel durch Ziehen zu entfernen, können Sie die Kunststoffhülse aus der Wand bohren. Dazu benötigen Sie eine Bohrmaschine oder einen Akkubohrer mit einem scharfen Metallbohrer im Durchmesser des Bohrlochs. Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille sind angeraten, um Verletzungen durch herumfliegende Kunststoffteilchen zu vermeiden. Setzen Sie die Maschine am Bohrloch an und "fräsen" Sie den Dübel mit langsamer Drehzahl vorsichtig aus dem Loch. Hat das funktioniert, gehen Sie zu Schritt 5 über.

Schritt 4: Notlösung – Dübel nicht entfernen

In seltenen Fällen ist es kaum möglich, den Dübel aus der Wand zu entfernen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine Schraube im Dübel abgebrochen ist. In diesem Fall lassen Sie den Dübel in der Wand. Nehmen Sie einen Betonbohrer, der zur Größe des Bohrlochs passt, und treiben Sie den Dübel tiefer in die Wand. Im Anschluss können Sie das Loch ebenso sauber verschließen, als wenn der Dübel entfernt worden wäre.

Schritt 5: Dübellöcher in der Wand schließen

Wenn der Dübel erfolgreich entfernt worden ist, bleibt das unansehnliche Loch in der Wand oder in der Fliese. Je nachdem, in welchem Untergrund das Dübelloch liegt, gibt es unterschiedliche Techniken es zu verschließen.

Dübellöcher in Wand und Decke schließen

Die einfachste Möglichkeit, die Dübellöcher zu schließen, bietet Fertigmörtel oder Fertiggips aus der Tube. Die Mischung hat ab Werk die passende Konsistenz und dank der Tubenöffnung lässt sie sich besonders leicht in das Dübelloch einbringen. Als Alternative können Sie auch frischen Gips aus Gipspulver anmischen und mit dem Spachtel verarbeiten:

  • Feuchten Sie das Dübelloch gut mit Wasser an, damit der Fertigmörtel oder der Gips Halt findet. Besonders einfach geht diese Arbeit mit einer Blumenspritze oder mit einer Sprühflasche von Reinigern wie Glasreiniger von der Hand.
  • Drücken Sie nun die Masse tief in das Bohrloch und streichen Sie das Loch mit dem nassen Finger glatt.
  • Gips und Fertigmörtel schrumpfen beim Trocknen etwas ein. Überprüfen Sie daher die Löcher nach dem Trocknen und bringen Sie bei Bedarf eine weitere Schicht auf.

Dübellöcher in Fliesen schließen

Bei Fliesen gestaltet es sich etwas schwieriger, die Dübellöcher optisch ansprechend zu kaschieren. Hier haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Besonders elegant lösen Sie das Problem, wenn Sie die beschädigte Fliese vorsichtig entfernen und durch eine neue Fliese ersetzen. Dazu müssen allerdings noch Restfliesen im passenden Dekor vorhanden sein. Hierzu entfernen Sie die Fugenmasse und den Mörtel rund um die schadhafte Fliese mit dem Winkelschleifer und lösen die Fliese im Anschluss vorsichtig mit Hammer und Meißel. Glätten Sie den Untergrund mit einem Deltaschleifer. Nun können Sie die neue Fliese legen und die Ränder wieder mit Fugenmasse füllen.
  • Zwischen den Fugen gebohrte Dübellöcher verschließen Sie im Mauerwerk mit Fertigmörtel oder Gips und bringen dann Fugenmasse auf.
  • Eine weitere Möglichkeit, Dübellöcher in Fliesen zu verschließen, bietet Silikon. Dichten Sie das Loch mit Silikon in passender Tönung ab.
  • Um die Dübellöcher nahezu unsichtbar zu machen, gibt es eine weitere Möglichkeit. Sie können das Loch in der Fliese mit Gips füllen und dann mit Reparaturlack für Badewannen im passenden Farbton überstreichen. Der Lack ist wasserfest und sehr belastbar.

Tipp:

Je professioneller die Dübellöcher in Fliesen gebohrt worden sind, desto einfacher lassen Sie sich hinterher wieder verschließen. Erfahren Sie hier, wie Sie richtig in Fliesen bohren. Noch besser ist es, wenn es gar keine Löcher gibt. Badaccessoires wie Handtuchhalter oder Wandhaken können Sie auch einfach ankleben. Wie Kleben statt Bohren funktioniert, lesen Sie hier.

Schritt 6: Überstreichen

Befinden sich die Dübellöcher in Flächen mit Tapete oder Zierputz, tupfen Sie vorsichtig Wandfarbe im passenden Ton auf die Stellen, um die Dübellöcher endgültig verschwinden zu lassen. Nun müssen Sie genau hinsehen, um die ehemaligen Bohrlöcher in der Wand noch zu entdecken.

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