Hagebau.de verwendet Cookies um ein besseres Nutzererlebnis zu bieten. Wenn Sie hagebau.de nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Estrich verlegen – die Tipps der erfahrenen Heimwerker

Mit flüssigem Estrich schaffen Sie eine vollkommen ebene Oberfläche. Das ist die Voraussetzung für das professionelle Verlegen von Böden ohne störende Wellen und Gefälle. Ein sauber verlegter Estrich ist druckfest, elastisch und isolierend. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet wichtige Tipps für das Bauen von Estrich.

Hier geht's zum Sortiment "Bindemittel & Mörtel"

Liste benötigter Werkzeuge und Materialien

Bevor Sie mit den eigentlichen Arbeiten beginnen, sollten Sie sich folgende Werkzeuge bereitlegen:

  • Messer
  • Wasserwaage
  • Reibebrett
  • Stahlglätter
  • Betonmischer
  • Schaufel

Folgende Materialen benötigen Sie für das Verlegen von flüssigem Estrich:

  • Estrichmasse
  • PE-Abdeckfolie
  • Dämmplatten aus Polystyrol

Flüssigen Estrich verlegen: Schritt für Schritt

Selbst handwerkliche Laien können ihren flüssigen Estrich mit ein wenig Geschick ebenso einfach wie Trockenestrich auf dem Untergrund aufbringen. Befolgen Sie dazu die folgenden Schritte der Anleitung und Sie gelangen schnell zu professionellen Ergebnissen.

Schritt 1: Vorbereitung

Einige vorbereitende Arbeiten sind notwendig, bevor Sie den flüssigen Estrich auftragen. Damit sich später eine effektive Trittschalldämmung ergibt, legen Sie passende Dämmplatten aus. Hier empfiehlt sich ein Produkt aus Polystyrol. Die Platten verlegen Sie auf dem Boden möglichst fugenlos. Umlaufend an der Wand befestigen Sie zudem einen geeigneten Randdämmstreifen. Dieser Streifen erfüllt gleich zwei Aufgaben: Neben der Dämmung dient er nämlich auch als Dehnungsfuge. Schließlich dehnt der Estrich sich in Abhängigkeit von der Temperatur aus und benötigt daher ein wenig Platz. Falls erforderlich, befreien Sie den Boden von Staub, Schmutz und anderen Verunreinigungen, bevor Sie mit den Arbeiten beginnen.

Schritt 2: Abdeckfolie verlegen

Die Abdeckfolie legen Sie direkt auf die Dämmplatten. Sie dient als wichtige Trennschicht zwischen der Dämmung und der flüssigen Estrichmasse. Schneiden Sie die Folie mit einem Messer in das passende Format. Hier bietet sich ein Cuttermesser an, wie Sie es für das Verlegen von Teppich verwenden. Da Sie eine Randdämmung verlegt haben, müssen Sie die Folie auch hier verlegen. An der Wand ergibt sich also eine Überlappung. Wenn Sie möchten, können Sie an der Wand eine Hilfslinie zeichnen. An dieser orientieren Sie sich später, wenn es um die Einhaltung der Verlegehöhe des Estrichs geht.

Schritt 3: Estrich vorbereiten

Bevor Sie den flüssigen Estrich verarbeiten können, müssen Sie diesen anmischen. Das gelingt zum Beispiel in einem Betonmischer ganz einfach. Der Betonmischer ist auch dann hilfreich, wenn Sie größere Mengen für eine ausgedehnte Bodenfläche benötigen. Den Estrich vermischen Sie dazu mit Wasser. Halten Sie sich beim Mischungsverhältnis an die Angaben auf der Verpackung.

Schritt 4: Estrich verlegen

Nun bringen Sie die vorbereitete Masse auf dem Boden auf. Dazu geben Sie den Estrich direkt auf die PE-Folie. Für diese Arbeiten ist die Verwendung einer Schaufel sinnvoll, mit der Sie den Estrich aus dem Betonmischer heben. Verteilen Sie die Masse gleichmäßig über den Boden. Fahren Sie damit so lange fort, bis Sie die gewünschte Verlegehöhe erreicht haben. Diese sollte in der Regel bei etwa 4 cm liegen. Haben Sie an der Wand eine Hilfslinie eingezeichnet, orientieren Sie sich an dieser. Haben Sie zu viel Estrich aufgetragen, können Sie die überschüssige Masse auch wieder entfernen. Ist der Raum besonders groß, empfiehlt sich die Unterteilung des Bodens in mehrere Bahnen. Die Abtrennung der Bahnen erfolgt zum Beispiel mit Dachlatten. Sie arbeiten immer nur in einer Bahn und ziehen diese glatt, bevor Sie zur nächsten übergehen. Das hat den Vorteil, dass Sie die Arbeit unterteilen können und es leichter haben, die Masse aufzutragen.

Schritt 5: Estrich abziehen

Hilfreich ist bei diesem Schritt die Verwendung einer Wasserwaage und eines Brettes. Damit fällt es leicht, den Estrich wirklich eben abzuziehen. Dank der Wasserwaage können Sie sofort überprüfen, ob Sie alles richtig machen. Arbeiten Sie in mehreren Bahnen und fangen Sie immer auf derselben Seite mit dem Abziehen an. Bei dieser Arbeit ist ein ebenes Ergebnis das Wichtigste. Arbeiten Sie in einem gleichmäßigen Tempo und ziehen Sie die Masse zu Ihrem Körper hin. So gelingt es am besten und das Ergebnis überzeugt. Kleinere Unebenheiten bessern Sie im nächsten Schritt aus.

Schritt 6: Estrich glätten

Jetzt gilt es, die Oberfläche noch einmal gründlich zu glätten und ihr ein professionelles Erscheinungsbild zu verschaffen. Die Profiarbeit erkennt man daran, dass die Oberfläche des Estrichs vollkommen eben und frei von Unregelmäßigkeiten ist. Dazu gehen Sie mit einem Reibebrett über den Estrich und bearbeiten die Oberfläche anschließend mit einem Stahlglätter. Dehnungsfugen sollten vorhanden sein, damit das Material arbeiten kann. Während der Trocknung dehnt sich der Estrich in der Regel aus, wofür er ein wenig Platz benötigt. Jetzt können Sie zum letzten Schritt übergehen.

Schritt 7: Estrich trocknen lassen

Abschließend muss die Trocknungszeit des Estrichs abgewartet werden, bevor Sie diesen betreten dürfen. Das unterscheidet diese Arbeit vom Bauen mit Trockenestrich. Wie lange die Trocknung dauert, hängt vom für den Untergrund verwendeten Estrich ab. Jedes Produkt sieht hier eine andere Trocknungszeit vor. Mehr Informationen dazu finden Sie auf den Verpackungsangaben. Einige Hersteller bieten einen sogenannten Schnellestrich an, der schon nach wenigen Stunden trocken ist. Ansonsten kann das Trocknen zwei Wochen bis einen Monat dauern. Warten Sie unbedingt so lange ab, bis der Estrich wirklich durchgetrocknet ist, bevor Sie zu weiteren Arbeiten übergehen oder den Raum gar wieder benutzen. Erst nach der Trocknung dürfen Sie den Boden auslegen. Während der gesamten Trocknungszeit muss der Raum gut belüftet sein.

In einigen Fällen ist das Verlegen eines Bodens auf dem Estrich gar nicht gewünscht. Der Estrich kann nämlich auch selbst als Bodenbelag Verwendung finden. Streben Sie das beim Bauen an, müssen Sie die Oberfläche zusätzlich beschichten oder versiegeln. Das erhöht die Widerstandsfähigkeit und verhindert, dass Feuchtigkeit in den Estrich eindringt. Ohne Versiegelung kann ein Estrich mit der Zeit Schaden nehmen.

Tipp:

Schleifen und polieren Sie den Estrich und geben Sie ihm dadurch eine tolle Optik!