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Richtig dübeln – Schritt für Schritt Anleitung

Dübel sind echte Multitalente. So können Sie mit Dübeln zum Beispiel Lampen, Regale und Wandspiegel befestigen. Für einen sicheren Halt des Dübels müssen Dübelart und Untergrundbeschaffenheit zueinander passen. Weiterhin sollten beim Setzen des Dübels einige wichtige Dinge beachtet werden. Mit unserer leicht verständlichen Schritt für Schritt Anleitung, inklusive zahlreicher Tipps, gelingt richtiges Dübeln auch handwerklichen Laien.

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Schritt 1: Untergrund bestimmen und passenden Dübel auswählen

Passt der Dübel nicht zum Untergrund, ist richtiges und sicheres Dübeln nicht möglich. Sind Sie unsicher, welcher Untergrund bei Ihnen vorliegt, können Sie zum Beispiel bei Ihrer Hausverwaltung oder dem Architekten Ihres Hauses nachfragen. Aufschluss über die Art des Untergrunds kann ebenso eine Probebohrung liefern. Einen ausführlichen Ratgeber zu Dübeln können Sie hier aufrufen!

  • Beton: Massive Decken und Fundamente bestehen meist aus Beton. Klopft man auf Beton, erzeugt dieser im Gegensatz zu Gipskartondecken kein hohles Geräusch. Eine Probebohrung liefert ein gräuliches Bohrmehl und für eine erfolgreiche Probebohrung ist meist eine Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer nötig. Für Beton sind Spreizdübel aus Kunststoff gut geeignet.
  • Gipskarton/Rigips: Viele nicht tragende Zwischenwände oder Deckenverkleidungen bestehen aus Gipskartonplatten, welche beim Klopftest oft ein hohles Geräusch erzeugen. Für Gipskartonplatten stehen spezielle Gipskartondübel zur Verfügung. Für die hängende Montage von leichten Lasten wie Lampen bieten sich Federklappdübel an, welche hinter der Gipskartonwand aufklappen. Dazu muss sich hinter der Wand allerdings ein Hohlraum befinden. Für höhere Lasten sollten Sie Metall-Hohlraumdübel verwenden.
  • Lochsteine aus Kalksandstein: Für tragende Innen- und Außenwände werden oft Lochsteine aus Kalksandstein verwendet. Bei der Probebohrung liefert Kalksandstein in der Regel ein etwas helleres Bohrmehl als Beton. Außerdem dringt ein Bohrer in Kalksandstein leichter als in Beton ein, sodass eine Probebohrung im Gegensatz zu Beton auch ohne Bohrhammer oder Schlagbohrmaschine erfolgreich ist. Für Lochsteine sollten Sie Allzweckdübel verwenden. In festen Bereichen der Steine funktionieren diese wie Spreizdübel. Trifft der Dübel auf ein Loch, wird der Allzweckdübel zu einer Art Hohlraumdübel.
  • Gasbeton: Steine aus Gasbeton, teilweise ebenso Porenbetonsteine genannt, sind aufgrund der vielen kleinen Gaseinschlüsse sehr leicht. Gasbetonsteine werden überaus vielseitig für beispielsweise Innenwände eingesetzt. Bei der Probebohrung dringt der Bohrer in Gasbeton leicht ein. Das Bohrmehl ist weißlich bis gräulich. Für Gasbetonsteine sollten Sie spezielle Gasbetondübel verwenden.
  • Vollstein: Vollsteine haben deutlich weniger Hohlräume als Lochsteine. Vollsteine können, je nach Material, ein rötliches bis weißlich-gräuliches Bohrmehl liefern. Im Vergleich zu Beton dringt der Bohrer auch in Vollstein relativ leicht ein. Für Vollsteine sind Allzweckdübel gut geeignet.

Schritt 2: Traglast von Dübel und Untergrund beachten

Wie vermeide ich, dass ein Dübel unter Beanspruchung nicht ausreißt?

Damit der Dübel bei einer zu hohen Last nicht versagt und so zu einem Sicherheitsrisiko wird, sollten Sie unbedingt die Traglast der einzelnen Dübel beachten. Diese ist in der Regel auf der Verpackung der Dübel angegeben. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie die Traglast jedoch nicht voll ausschöpfen. Übersteigt zum Beispiel das Gewicht einer Lampe die Traglast eines Dübels, muss das Gewicht auf mehrere Dübel verteilt werden.

Was mache ich, wenn kein Platz für zusätzliche Verschraubungen vorhanden ist?

Bieten schwere Lasten keine direkte Möglichkeit für mehrere Verschraubungen, können Sie sich mit einer stabilen Holzlatte behelfen. Diese befestigen Sie zunächst mit ausreichend vielen Dübeln. Anschließend wird der schwere Gegenstand an der Holzlatte befestigt. Neben der Traglast des einzelnen Dübels muss auch die Traglast des Untergrunds beachtet werden. Diese ist besonders bei Leichtbauwänden aus beispielsweise Gipskarton relativ niedrig. Isolierungen, Putz, Fliesen etc. haben keine oder nur eine sehr geringe Traglast. Daher sollten Dübel diese Materialien immer mit ausreichender Länge durchstoßen.

Wie bohre ich in eine Fliese?

Um Löcher in Fliesen zu bohren, ohne dass diese brechen oder die Glasur abplatzt, ist besondere Sorgfalt gefragt. Außerdem kommt es hier auf das richtige Werkzeug an: Für Bohrungen in Feinsteinzeug hat sich der Einsatz von speziellen Fliesenbohrern oder Glasbohrern bewährt. Arbeiten Sie beim Bohren nur mit ganz wenig Druck und wählen Sie eine niedrige Drehzahl. Die Schlagbohrfunktion ist beim Anbohren von Fliesen ein absolutes Tabu! Nach dem Ankörnen der Bohrstelle können Sie diese zusätzlich mit einem großen Streifen Klebeband oder Kreppband versehen. Dieser Handwerker-Trick verhindert, dass die Ränder des Bohrloches ausfransen oder abplatzen.

Welche Sicherheitsaspekte muss ich noch beim Dübeln beachten?

Dübel müssen mit einer ausreichenden Verankerungstiefe in der Wand verschwinden. Bedenken Sie, dass Putz, Fliesen und viele Dämmstoffe aufgrund ihrer nicht tragenden Fähigkeiten nicht eingerechnet werden dürfen. Zudem sollten Sie bei der Tragkraft von Dübeln auch immer berücksichtigen, welche Lastrichtung für den Dübel vorgesehen ist. Dynamische und bewegliche Aufhängungen – wie z. B. Blumenampeln – können bei einem Sturm Dübel und Wand sehr stark belasten. Größere tragende Konstruktionen sollten auf jeden Fall immer von einem erfahrenen Ingenieur berechnet werden.

Schritt 3: Untergrund auf Leitungen prüfen

Bevor Sie das Bohrloch für den Dübel setzen, sollten Sie mit einem Leitungssuchgerät prüfen, ob Wände, Decken etc. an der für das Bohrloch vorgesehenen Stelle frei von Strom- und Wasserleitungen sind. Mit vielen Leitungsprüfgeräten lassen sich ebenfalls versteckte Stahlträger und Stahlarmierungen aufspüren, die sich nicht zum Dübeln eignen.

Schritt 4: Bohrloch markieren, Abstände wählen

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, die Position des Bohrlochs anzuzeichnen. Sind Löcher für Verschraubungen, zum Beispiel an einem Regal, bereits vorhanden, bietet sich zum Anzeichnen eine Kugelschreibermine an, welche Sie einfach durch das Loch stecken. Damit der Untergrund nicht reißt, müssen zwischen den Dübeln und zu Wand- und Deckenkanten ausreichende Abstände gelassen werden. Der Mindestabstand zwischen den Dübeln sollte ca. der vierfachen Dübellänge entsprechen. Zu Kanten sollte mindestens die doppelte Dübellänge als Abstand gelassen werden. Fugen sind zum Dübeln nicht geeignet.

Schritt 5: Bohrloch setzen

Der Durchmesser des Bohrers wird meist entsprechend dem Durchmesser des Dübels gewählt. In zu großen Bohrlöchern findet der Dübel keinen ausreichenden Halt. In weichen, zum Ausfransen neigenden Materialien kann es sinnvoll sein, den Bohrerdurchmesser ein wenig kleiner (0,5 bis 1 mm) als den Dübeldurchmesser zu wählen. Für einige Dübel können vom Dübeldurchmesser abweichende Bohrlochdurchmesser nötig sein. Deshalb sollten Sie den nötigen Bohrlochdurchmesser grundsätzlich in der Montageanleitung des Dübels nachlesen. Die Bohrlochtiefe muss meist der Länge des Dübels + einige Millimeter (genauer Wert ist auf der Packung angegeben) entsprechen, da die Spitze der Schraube bei vielen Dübeln etwas aus dem Dübel herausschauen sollte. Setzen Sie die Bohrmaschine möglichst exakt im Winkel von 90 Grad an und halten Sie beim Bohren die Richtung bei. Eine ausführliche Anleitung zum richtigen Bohren finden Sie hier!

Achtung:

Gipskartondübel benötigen vielfach kein Bohrloch. Diese werden direkt eingedreht. Ist die Gipskartonwand verputzt, darf lediglich der Putz durchbohrt werden.

Schritt 6: Bohrloch reinigen

Damit der Dübel in das Bohrloch passt und dort sicheren Halt findet, muss dieses frei von Bohrmehl sein. Saugen Sie die Bohrlöcher daher mit einer Staubsaugerdüse aus. Saugt man das Bohrmehl schon beim Bohren mit einer Düse ab (2 bis 3 Zentimeter unter das Bohrloch halten), gelangt fast kein Staub in den Raum. Organisieren Sie sich zum Halten der Düse aber einen Helfer. Mit einer Hand lässt sich eine Bohrmaschine nicht sicher führen.

Schritt 7: Dübel einsetzen

Stecken Sie den Dübel so in das Bohrloch, dass dieser bündig mit dem Loch abschließt. Federklappdübel werden inklusive Schraube durch das Bohrloch gesteckt. Gasbetondübel müssen mit einem Hammer in das Bohrloch geschlagen werden.

Schritt 8: Schrauben auswählen

Für viele Dübel sind Holzschrauben gut geeignet. Schrauben mit einem Gewinde für Metall finden in Spreiz- und Allzweckdübeln dagegen keinen ausreichenden Halt. Die richtige Länge der Schraube lässt sich über folgende Faustformel berechnen: Länge des Dübels + Dicke des Anbaugegenstands (z. B. Dicke des Lampenfußes) + Schraubendurchmesser. Der Durchmesser der Schraube muss etwas schmaler als der Außendurchmesser des Dübels sein. Der exakt benötigte Schraubendurchmesser ist auf der Verpackung des Dübels angegeben. Einige Dübel benötigen Spezialschrauben.

Schritt 9: Last montieren

Achten Sie bei der Montage der Last darauf, dass Sie die Schrauben fest – aber nicht überfest – anziehen, da diese sonst überdrehen können. Checken Sie nach der Montage, ob die Last von dem Dübel sicher gehalten wird.

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