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Festsitzende Schrauben lösen – wie geht das?

Schrauben sollen verschiedenste Teile befestigen oder miteinander verbinden. Dabei ist der Vorteil von Schrauben, dass sie sich bei Bedarf auch wieder lösen lassen. Doch was ist, wenn das Herausdrehen nicht funktioniert? Ursachen dafür gibt es viele. Die Schraubenköpfe können zum Beispiel derart ausgefranst sein, dass kein Bit mehr Halt findet. Oder die Schraube hat sich durch Korrosion mit dem umgebenden Material verbunden. Die gute Nachricht ist: so gut wie jede Schraube lässt sich mit der richtigen Methode auch wieder entfernen.

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Schritt 1: die Schraube schmieren

Die einfachste Möglichkeit, eine festsitzende Schraube zu lösen, bietet das sogenannte Kriechöl. Dieses Öl hat eine besonders dünnflüssige Konsistenz und "kriecht" in jede noch so kleine Lücke. Es ist in der Regel in Sprühdosen erhältlich, die zum gezielten Auftragen ein dünnes Röhrchen mitliefern. Bei Bedarf stecken Sie das Röhrchen direkt an den Sprühkopf und bringen dann das Öl punktgenau auf. Verwenden Sie jeweils nur kleine Mengen Kriechöl auf einmal und wiederholen Sie gegebenenfalls den Vorgang. Haben Sie dabei etwas Geduld. Denn das Öl kann mitunter Stunden brauchen, um alle Windungen der Schraube zu erreichen. Hat es das getan, verringert sich die Reibung zwischen Schraube und dem umgebenden Material.

Im Idealfall lassen sich nun mit dem passenden Schraubendreher die festsitzenden Schrauben lösen. Das 1x1 der Schraubenzieher hilft Ihnen dabei, das passende Modell für die jeweilige Schraube zu finden. Manchmal ist die Schraube jedoch so beschädigt, dass der Schraubenzieher nicht mehr richtig greift. Versuchen Sie in diesem Fall, die Schraube mit einer Zange herauszudrehen. Das funktioniert jedoch nur bei überstehenden Schraubköpfen (Linsenkopfschrauben). Alternativ geht es weiter mit Schritt 2.

Schritt 2: die Schraubtechnik ändern

Es gibt einen einfachen Trick, mit dem Sie die Kraft auf die Schraube erhöhen können, ohne deren Antrieb zu beschädigen. Als Antrieb bezeichnet man bei Schrauben das eingefräste Profil, also zum Beispiel Kreuz, Schlitz oder Torx. Für den Schraubkraft-Trick benötigen Sie ein Einmachgummi. Das ist ein breites, stabiles Gummiband, das normalerweise beim Einkochen zwischen Glas und Deckel des Einmachglases liegt. Legen Sie das Gummi auf den Schraubenkopf und setzen Sie den Schraubendreher an. Probieren Sie jetzt erneut, die Schraube herauszudrehen. Das Gummi erhöht die Haftung und ermöglicht damit auch bei ausgefransten Antrieben einen guten Griff des Schraubenziehers. Achten Sie auf ein langsames und gleichmäßiges Drehen des Schraubenziehers.

Bei aufsitzenden Schraubenköpfen (Linsenkopfschrauben) mit ausgefranstem Profil können Sie mit einer Flex auch einen neuen Schlitzantrieb in den Schraubenkopf flexen. Seien Sie dabei jedoch sehr vorsichtig, damit Sie weder das umgebende Material beschädigen, noch den Schraubkopf zerteilen. Haben Sie mit dieser Methode auch keinen Erfolg, verändern Sie noch einmal die Drehrichtung, bevor Sie zu Schritt 3 wechseln. Vor allem im Automobilbau und im Sanitärbereich werden auch Schrauben mit Linksgewinde verwendet.

Schritt 3: Schrauben lösen mit Wärme und Kälte

Bei Hitze dehnt sich Metall aus, bei Kälte zieht es sich zusammen. Diesen Umstand können Sie sich zum Lösen festsitzender Schrauben zunutze machen. Insbesondere bei rostigen Schrauben ist diese Methode sehr erfolgsversprechend. Denn Rost reagiert auf die Temperaturschwankungen in einer anderen Intensität als das Eisen. Dadurch löst sich im Idealfall die Rostschicht vom Metall und die Schraube lässt sich herausdrehen. Tragen Sie bei einer Rostproblematik zunächst einen Rostentferner mit Vereisungskomponente auf. Bei hitzeverträglichen Materialien kommt ebenso das Erhitzen der Schraube in Frage. Verwenden Sie dazu einen Fön oder besser ein Heißluftgebläse oder eine Lötlampe. Erwärmen Sie damit die Schraube und lassen Sie sie wieder abkühlen. Probieren Sie dann erneut, Sie herauszudrehen. Steckt Sie noch immer fest, können Sie an der noch warmen Schraube erneut Kriechöl aufbringen. Durch die Wärme entstehen neue Wege für das Öl und der Vorgang der Abkühlung saugt das Öl nach innen.

Wenn sich die Schraube trotz Schritt 1 bis 3 nicht herausdrehen lässt, bleiben noch Spezialwerkzeuge und das Ausbohren der Schraube.

Schritt 4: einen Schraubenausdreher verwenden

Bekommen Sie die Schraube vor allem wegen des ausgefransten Antriebs nicht herausgedreht, gibt es spezielle Schraubenausdreher, auch Linksausdreher genannt. Sie helfen Ihnen dabei, rechtsdrehende Schrauben mit abgebrochenen oder beschädigten Schraubköpfen zu lösen. Dazu benötigen Sie eine Bohrmaschine und einen Metallbohrer im passenden Durchmesser. Auf der Verpackung des Linksausdrehers finden Sie meist eine Tabelle, aus der Sie den richtigen Durchmesser für die jeweilige Schraube entnehmen können. Fehlt eine solche Angabe, verwenden Sie einen Bohrer mit einem deutlich geringeren Durchmesser als den des Schraubengewindes und tasten sich langsam an den Gewindedurchmesser heran. Körnen Sie die Schraube vorher an, damit Sie mit dem Bohrer nicht verrutschen.

Achten Sie außerdem auf ein mittiges und exakt senkrechtes Bohrloch. Ist das Loch gebohrt, spannen Sie den passenden Linksausdreher in ein sogenanntes Windeisen und drehen ihn in Linksrichtung in das Bohrloch hinein. Alternativ zum Windeisen verwenden Sie eine Rohrzange zum Hineindrehen. Drehen Sie langsam und mit einem sparsam dosierten Kraftaufwand, so lange, bis sich das Schraubengewinde mit herausdreht. Funktioniert auch diese Methode nicht, bleibt Ihnen abschließend das Ausbohren der Schraube mit einem größeren Bohrerdurchmesser. Im Anschluss können Sie mit einem Gewindebohrer ein neues Gewinde in das Material bohren und eine größere Schraube verwenden.

Schritt 5: Festsitzenden Schrauben in der Zukunft vorbeugen

Damit Sie in Zukunft nicht mit dem gleichen Problem zu kämpfen haben, achten Sie beim Eindrehen einer Schraube vor allem auf das richtige Festziehen. Verwenden Sie die passenden Bits und – falls Sie nicht auf Handwerkzeug setzen – die optimalen Maschinen. Der Ratgeber zu Akkuschrauber und Bohrmaschine verrät Ihnen, welches Gerät für Ihren Einsatzzweck geeignet ist. Insbesondere bei häufigem Kontakt mit Feuchtigkeit kontrollieren Sie außerdem regelmäßig die Schrauben. Bei ersten Anzeichen von Rost empfiehlt es sich, sie auszutauschen.

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