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Trockenestrich verlegen – die praktische Bodenrenovierung

Trockenestrich ist eine interessante Alternative zur Einbringung von Fließestrich und insbesondere im Rahmen von Renovierungs- und Sanierungsarbeiten beliebt. Die entscheidenden Vorteile der Verwendung von Trockenestrich bestehen in der einfachen Verarbeitung der Materialien, einer deutlichen Verkürzung der Bauzeit und den guten isolierenden Eigenschaften dieses Fußbodenaufbaus. So kann nach der Einbringung von Fließestrich ein Fußboden längere Zeit nicht betreten werden. Weitere Bauschritte wie die Aufbringung von Fliesen und anderen festen Bodenbelägen sind erst nach vollständiger Austrocknung und damit nach mehreren Wochen möglich. Den Trockenestrich können Sie hingegen direkt nach der Verlegung betreten und weiter bearbeiten. Insbesondere bei der Altbausanierung verhindern Sie mit Ihrer Entscheidung für Trockenestrich die mit einem Fließestrich verbundene Baufeuchte im gesamten Gebäude. Trockenestrich ist außerdem eine gute Wahl, wenn Sie die Höhe des Fußbodens in einzelnen Räumen angleichen möchten.

Schritt 1: Untergrund prüfen

Bevor Sie sich für die Verwendung von Trockenestrich im Rahmen einer Renovierung oder eines Dachbodenausbaus entscheiden, müssen Sie zunächst prüfen, ob der Untergrund sich für diese Art des Bodenaufbaus eignet. Grundsätzlich ist diese praktische Methode ideal auf allen Untergründen und eignet sich auch dann zur Bodensanierung, wenn die Aufbringung von Fließestrich ungeeignet erscheint. Sie können den Trockenestrich daher auf einer Holzdeckenkonstruktion ebenso verwenden wie auf einem Betonboden oder einer Fertigteildecke aus einem Ziegelstein-Verbundsystem. Der Untergrund muss ausreichend tragfähig für die Aufbringung der Trockenbauplatten und eine mögliche Ausgleichsschüttung sein. Dauerhaft stabil bleibt ein Trockenestrich-Boden nur, wenn der Untergrund statisch ist, nicht federt und nicht nachgibt.

Schritt 2: Material auswählen und Mengen berechnen

Nachdem Sie sich vergewissert haben, dass sich der Untergrund für die Verwendung von Trockenestrich eignet, steht die Entscheidung über das gewünschte Material an. Trockenestrich steht Ihnen in verschiedenen Qualitäten zur Verfügung. Weit verbreitet ist die Verwendung von Gipskarton- oder Gipsfaserplatten von Fermacell oder Rigips sowie OSB-Platten aus verleimten Holzschnitzeln. Beton- und Naturwerksteinplatten sind eine weitere Alternative. Wenn Sie eine sichere Wärme- und Schalldämmung gewährleisten möchten, bietet sich die Auswahl von Trockenestrichplatten an, die in Sandwich-Bauweise bereits mit einer Dämmschicht aus Mineralfasern oder Hartschaumstoffen versehen sind. Wenn Sie den Trockenestrich auf einem unebenen Untergrund verlegen oder eine zusätzliche Dämmschicht einbringen möchten, sollten Sie zunächst eine Ausgleichsschüttung als Untergrund einbringen. Das Schüttmaterial besteht aus geblähten Gipsperlen, dem Rohperlit, Blähton, Blähglas oder Blähschiefer und wird in verschiedenen Körnungen angeboten. Je feiner die Körnung ist, desto höher ist die Dämmwirkung. Zudem erlaubt eine feinkörnige Schüttung eine genauere Nivellierung. Die Stärke der Ausgleichsschüttung ist von der Deckenstärke, Ihrem Wunsch nach Schall- und Wärmedämmung sowie einem möglicherweise gewünschten Höhenausgleich abhängig. Sie sollte mindestens einen Zentimeter betragen. Wenn Sie sich einen besonders stabilen Boden oder eine sehr gute Schalldämmung wünschen, können Sie Trockenestrichplatten auch in mehreren Schichten aufbringen. Zur Berechnung der Mengen ermitteln Sie einfach die zu bearbeitende Fläche. Multiplizieren Sie die Fläche mit der gewünschten Dicke der Ausgleichsschüttung, so erhalten Sie die notwendige Menge an Schüttmaterial. An der Flächengröße orientiert sich der Bedarf an Trockenestrichplatten. Er verdoppelt sich bei einem zweischichtigen Trockenestrich.

Schritt 3: Untergrund vorbereiten

Bevor Sie Trockenestrich verlegen, müssen Sie den Untergrund entsprechend vorbereiten. Insbesondere lose Holzdielen auf einem vorhandenen Holzdielenfußboden müssen ausgetauscht oder neu befestigt werden. Andere Fehlstellen müssen Sie ebenfalls ausbessern. Wenn Sie den Trockenestrich auf einem Holzboden verlegen möchten, ist zunächst die Verlegung eines Rieselschutzes erforderlich. So schützen Sie untere Etagen vor möglichen Verschmutzungen und gewährleisten einen dauerhaft unveränderten Bestand der Schüttstärke. Wenn Sie auf einem Betonboden Trockenestrich verlegen, ist die Aufbringung einer 0,2 Millimeter starken PE-Folie sinnvoll. Um den Schallschutz zu gewährleisten, ist die Anbringung von Randdämmstreifen entlang aller Wände notwendig.

Schritt 4: Ausgleichsschüttung aufbringen

Um eine gleichmäßige Verteilung der Ausgleichsschüttung zu gewährleisten, sollten Sie den gesamten Boden mit Kanthölzern in der gewünschten Höhe der Schüttung in einzelne Bahnen unterteilen. Ein vorgefertigter Wabenuntergrund gewährleistet ebenfalls die gleichmäßige Verteilung und dient gleichzeitig als Rieselschutz. Schütten Sie nun die Ausgleichsschüttung in der gewünschten Höhe in die einzelnen Felder und ziehen sie mit einer Abziehlehre ab, bis Sie eine gleichmäßige Höhe erreichen. Entfernen Sie anschließend die eingebrachten Latten, denn sie dürfen nicht in der Schüttung verbleiben.

Schritt 5: Trockenestrich verlegen

Den Trockenestrich verlegen Sie schwimmend direkt auf der Ausgleichsschüttung. Beachten Sie dabei, dass Sie die Schüttung nicht betreten sollten. Gegebenenfalls müssen Sie vorher einzelne Trittinseln einbringen. In der Regel beginnt man mit der Verlegung der Estrichplatten in einer Ecke der Wand gegenüber der Tür. Auf den Stufenfalzen der Estrichplatten tragen Sie den Estrichkleber in zwei parallel verlaufenden Streifen auf und bringen darauf bündig die nächste Platte an, bis Sie die gesamte Bodenfläche auf diese Art mit den Estrichplatten belegt haben.

Schritt 6: Trockenestrichelemente verbinden

Trotz der Verklebung der einzelnen Estrichplatten ist es für eine sichere Verbindung notwendig, alle Platten miteinander zu verschrauben. Verwenden Sie dazu Schnellbauschrauben, die Sie im Abstand von etwa 20 Zentimetern in den Bereichen der Stufenfalze einbringen.

Schritt 7: Doppelte Trockenestrichschicht

Möchten Sie für einen optimalen Höhenausgleich oder einen verbesserten Schallschutz eine zweite Schicht Trockenestrich verlegen, so müssen Sie diese ganzflächig mit der ersten Schicht verkleben und ebenfalls im Bereich der Falzen verschrauben. Arbeiten Sie in diesem Fall mit versetzten Fugen, um eine stabile und tragfähige Konstruktion zu erhalten.

Schritt 8: Verlegung weiterer Bodenbeläge

Nach dem Aushärten des Klebstoffs können Sie den endgültigen Bodenbelag auf dem Trockenestrich verlegen. Die Aushärtezeit des Estrichklebers beträgt etwa 24 Stunden. Möchten Sie Fliesen oder Platten auf dem Trockenestrich verlegen, müssen sie unbedingt die zulässigen Ebenheitstoleranzen des Estrichbodens beachten. Nur so ist sichergestellt, dass sich später keine Risse im Fliesenboden bilden. Je kleiner das Fliesenformat ist, desto stabiler und sicherer ist der Bodenbelag. Wenn Sie einen Fliesenbelag planen, müssen Sie bereits beim Verlegen des Trockenestrichs Bewegungsfugen einbringen, die sich später an denselben Stellen im Fliesenboden wiederfinden. Entsprechende Dehnungsfugen sind auch entlang der Wände notwendig.

Material und Werkzeuge

Notwendige Materialien:

  • Rieselschutz oder PE-Folie
  • Trockenschüttung
  • Estrichelemente
  • Estrichkleber
  • Spezialschrauben für Trockenestrich

Werkzeuge:

  • Kanthölzer als Abziehbretter
  • Schaufel
  • Abziehschiene und Stahlglätter
  • Akku-Schrauber
  • Säge für Trockenestrich
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