Hagebau.de verwendet Cookies um ein besseres Nutzererlebnis zu bieten. Wenn Sie hagebau.de nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Hügelbeet richtig anlegen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ein Hügelbeet bietet gegenüber herkömmlichen Beeten einige Vorteile. So verfügt das Hügelbeet über eine Art „Fußbodenheizung“, welche durch die Verrottungswärme des eingebrachten Pflanzenmaterials gespeist wird. Weiterhin absorbieren die schrägen Flächen des Beets verstärkt die Wärmestrahlung der Sonne. Insgesamt wachsen viele Pflanzen dadurch auf Hügelbeeten schneller und die Anbauperiode verlängert sich. Mit unserer nachfolgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie ein Hügelbeet ganz einfach selber anlegen. Wie Sie ein Hochbeet anlegen können, erfahren Sie hier!

Hier geht's zum Sortiment "Rasen & Saatgut"

Was ist ein Hügelbeet?

Ein Hügelbeet hat die Form eines Hügels, welcher sich zur Mitte des Beets hin erhöht. Durch die Aufschichtung verschiedener pflanzlicher Materialien wie Reisig, Grasschnitt und Laub entsteht im Hügelbeet Zersetzungswärme und ein insgesamt wachstumsförderndes Bodenklima.

Hügelbeet anlegen in 10 Schritten – How-to?

Schritt 1: Den richtigen Zeitpunkt bestimmen

Wenn Sie das Hügelbeet im kommenden Frühjahr nutzen möchten, legen Sie dieses am besten schon im Herbst an. Dies bietet den Vorteil, dass während des Herbstes im Garten viel „Baumaterial“ in Form von Pflanzenschnitt, Laub etc. für das Beet anfällt. Weiterhin kann sich das Hügelbeet bis zum Frühjahr ausreichend setzen und der Verrottungsprozess durch Regenwürmer und Bodenmikroorganismen befindet sich im Frühjahr bereits in einer optimalen Phase.

Schritt 2: richtigen Standort wählen

Richten Sie das Hügelbeet nach Möglichkeit in Nord-Süd-Richtung aus. So wird für alle Pflanzen eine gute Sonneneinstrahlung gewährleistet. Zudem sollte ein möglichst sonniger Standort für das Beet gewählt werden. Daher sind zum Beispiel Standorte unter Bäumen oder im Schattenbereich von großen Büschen oder Gebäuden nicht gut geeignet. Zudem treiben Bäume und Sträucher ihre Wurzeln oft recht schnell in das Beet und entziehen diesem so wichtige Nährstoffe und Wasser.

Schritt 3: Material bereitlegen

Damit das Anlegen des Hügelbeets möglichst unterbrechungsfrei von der Hand geht, legen Sie vor dem Bau am besten folgendes Material bereit:

  • Spaten
  • Schaufel
  • Maurerschnur
  • 4 Holzpflöcke
  • Hammer
  • engmaschiges Drahtgeflecht
  • „Füllgut“ wie Laub (möglichst kein oder wenig Eichenlaub), Reisig, Rasen- und Strauchschnitt, halb reifen Kompost, humusreicher Mutterboden

Schritt 4: Umrisse des Beets abstecken

Stecken Sie die Umrisse des Beets mit Maurerschnur und den Holzpflöcken ab. So lässt sich der Untergrund des Beets im nächsten Schritt exakt ausheben. Ein Hügelbeet sollte etwa eine Mindestlänge von ca. 2,00 m und eine Breite von ca. 1,60 bis 1,80 m haben. Grundsätzlich wird das Beet bei Bedarf möglichst nur verlängert, nicht aber verbreitert, da sich die Pflanzen bei zu breiten Beeten nur noch schwer erreichen lassen.

Schritt 5: Untergrund ausheben

Schachten Sie den Boden unter dem Hügelbeet ca. 30 cm tief aus.

Tipp:

Wie lässt sich der Aushub sinnvoll nutzen?

Besteht der Aushub zumindest in der oberen Schicht aus nährstoffreichem Mutterboden, sollten Sie diesen Boden separat vom nährstoffarmen, „schlechteren“ Boden in tieferen Schichten abtragen und lagern. Dazu eignet sich eine Schaufel besser als ein Spaten. Zumindest ein Teil des Mutterbodens lässt sich später gut für das Hügelbeet verwenden.

Schritt 6: Wühlmaussperre auslegen

Versehen Sie den gesamten ausgehobenen Bereich unterhalb des Hügelbeets mit einer Wühlmaussperre aus engmaschigem Drahtgeflecht. Ziehen Sie die Sperre ebenso an den Seiten des Bereichs hoch, da Wühlmäuse oft relativ flache Gänge anlegen und so auch von der Seite in das Beet eindringen könnten. Neben Wühlmäusen wirkt die Sperre ebenfalls gegen Maulwürfe.

Schritt 7: Schicht aus Reisig einbringen

Bringen Sie auf der Wühlmaussperre eine ca. 15 cm dicke Schicht aus Reisig oder grobem Strauchschnitt aus. Die Schicht dient zur Drainage und guten Belüftung des Hügelbeets. Für die Schicht ist Schnitt von Koniferen wie Fichten oder Kiefern sowie Lebensbäumen und Eiben nicht gut geeignet. Einige Pflanzen vertragen die aus den Nadeln bzw. dem Holz freigesetzten ätherischen Öle nicht besonders gut. Zudem enthalten zum Beispiel Eiben und Lebensbäume auch für Menschen und Tiere giftige bzw. reizende Stoffe.

Schritt 8: Schichten aus Grasschnitt und Laub ausbringen

Auf die erste Drainageschicht bringen Sie eine ca. 15 cm dicke Schicht aus Grasschnitt auf. Die Zersetzung der Grasschicht erzeugt lange Zeit Wärme und beheizt das Beet von unten. Als nächste Schicht geben Sie ca. 15 cm Laub auf den Grasschnitt. Es empfiehlt sich, das Laub etwas anzufeuchten, wenn dieses nicht schon feucht ist. Dies fördert die schnellere Zersetzung.

Schritt 9: Oberste Schicht auftragen und Beet Feinschliff verleihen

Als oberste Schicht auf dem Hügelbeet werden Kompost und Mutterboden verwendet. Beginnen Sie mit dem Auftragen von grobem, halb verrottetem Kompost. Darüber bringen Sie gut durchgerotteten Kompost oder Mutterboden aus. Zu grobes Material in den oberen Schichten des Hügelbeets kann die Keimung und Wurzelbildung einiger Pflanzen behindern. Bringen Sie die oberste Schicht so aus, dass die Flanken des Beets möglichst gleichmäßig abfallen. Steine, kleine Äste oder andere Verunreinigungen sollten Sie aus der obersten Schicht ausharken. Ist die oberste Sicht sehr locker, können Sie diese leicht mit einer Schaufel anklopfen. Insgesamt sollte die Höhe des Hügelbeets nach dem Aufschichten ca. 70 bis 90 cm betragen. Allerdings setzt sich das Beet in den ersten Wochen oft besonders schnell.

Schritt 10: Hügelbeet bepflanzen

Generell sollten Sie größere, hochwüchsige Pflanzen im oberen Bereich des Hügelbeets anpflanzen. So beschatten diese die anderen Pflanzen weniger. Kleinwüchsige Pflanzen werden im unteren Bereich des Beets gepflanzt.

Zur Bepflanzung des Hügelbeets eignen sich unter anderem die verschiedensten Gemüsesorten. Hier eine kleine Auswahl:

Gurken, Zucchini, Tomaten: Die genannten Gemüsesorten zählen zu den sogenannten Starkzehrern (Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf). Starkzehrer eignen sich besonders gut zur Bepflanzung im 1. und 2. Jahr nach dem Anlegen des Hügelbeets, da hier der Nähstoffvorrat im Beet noch besonders groß ist.

Salat, Bohnen, Erbsen: Salat, Bohnen und Erbsen haben einen eher durchschnittlichen Nährstoffbedarf und können daher ab dem 3. Jahr nach Aufschichtung des Hügelbeets angebaut werden.

Einen allgemeinen Ratgeber zum Anbau von Gemüse können Sie hier abrufen!

Jetzt Hügelbeet bepflanzen: