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Dachbegrünung für das Gartenhaus Schritt für Schritt

Ein Gartenhaus mit einer attraktiven Dachbegrünung ist ein echter Blickfang und erfüllt eine ökologische Funktion. Sie schaffen damit im Garten einen zusätzlichen Lebensraum für Tiere - gleichzeitig erhöht sich aber die Last für das Dach. Etwa 50 bis 150 kg zusätzliche Last sind pro Quadratmeter einzurechnen. Beim Hersteller erfahren Sie, ob Ihr Gartenhaus für solche Lasten ausgelegt ist. Pro Quadratmeter sollte Ihr Gartenhaus eine Mindesttraglast von 100 kg ermöglichen, damit Sie eine Dachbegrünung sinnvoll realisieren können. Zudem gilt es in einigen Fällen die Beplankung vor Feuchtigkeit zu schützen, die bei einer Dachbegrünung eine größere Rolle spielt als sonst. In der Schritt-für-Schritt-Anleitung erfahren Sie die wichtigsten Tipps, wie Sie beim Bauen im Garten vorgehen müssen.

Die Vorteile einer Dachbegrünung auf dem Gartenhaus

Die Dachbegrünung auf dem Gartenhaus bietet viele Vorteile. Folgende Gründe sprechen für sie:

  • Ausgleich von Temperaturschwankungen und Schutz der Dachhaut
  • Bessere Isolierung gegen Hitze und Kälte; ideal bei Verwendung einer Heizung im Gartenhaus
  • Lärmdämpfende Eigenschaften
  • Positiver Effekt für das Mikroklima im Garten; größere Artenvielfalt
  • Speicherung von Regenwasser im natürlichen Kreislauf
  • Luftverbesserung, gerade in der Stadt

Ein Gründach ist langlebig und somit eine langfristig lohnenswerte Investition im Garten. Von einer Lebensdauer von etwa 40 Jahren dürfen Sie ausgehen. Handelt es sich lediglich um ein nacktes Flachdach, so liegt die Lebenserwartung bei nur 15 bis 20 Jahren. Vor allem die Witterung lässt das Material schnell abnutzen. Die Dachbegrünung sorgt hier für einen intensiven Schutz. Zudem ist die Dachbegrünung im Garten in jedem Fall eine optische Aufwertung.

Mögliche Förderung

Da der ökologische Nutzen der Dachbegrünung im Garten allgemein anerkannt ist, fördern einige Gemeinden und Städte entsprechende Vorhaben. Hier ergeben sich zwei Möglichkeiten:

  • Dachbegrünungen als Ausgleichsmaßnahmen nach § 19 Bundesnaturschutzgesetz
  • Beteiligung an Herstellerkosten oder Förderung pro Quadratmeter

Intensiv- und Extensivbegrünung mit Pflanzen

Wählen Sie die Intensivbegrünung mit Pflanzen, so entscheiden Sie sich für die aufwendigere Option. Für die Sträucher und Bäume ist eine Substratschicht mit einer gewissen Dicke erforderlich. Ein normales Dach kann dieses Gewicht mit vielen Pflanzen in der Regel nicht tragen.

Möglich ist aber auch die extensive Begrünung mit Pflanzen. Diese erfolgt mit Moosen, Kräutern und anderen Pflanzen wie Sedumpflanzen und erfordert eine dünnere Substratschicht mit einer Höhe von 6 bis 20 cm. Die extensive Variante ist auf den meisten Gartenhaus-Dächern realisierbar. Zudem gelten die entsprechenden Pflanzen als pflegeleicht.

Dach-Begrünung: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Folgende Materialien und Werkzeuge benötigen Sie für die Dachbegrünung im Garten:

Benötigte Materialien für die Begrünung:

  • Wurzelschutzfolie
  • Filtervlies
  • Schutzvliesbahnen
  • Drainageplatten
  • Substrat
  • Kräuter
  • Sedumsprossen

Werkzeugliste:

  • Leiter
  • Cuttermesser
  • Rechen

Eine Dachbegrünung bauen Sie aus mehreren Schichten auf. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung und den wichtigsten Experten-Tipps wird die Dachbegrünung auch auf Ihrem Gartenhaus Realität:

Schritt 1: Wurzelschutzfolie auslegen

Ein dichtes Dach, das wurzelfeste Eigenschaften besitzt, ist Voraussetzung für die Dachbegrünung. Bitumenschweißbahnen finden sich auf vielen Dächern und sind feuchtigkeitsresistent, die Wurzeln brechen diese Bahnen aber schnell auf. Daher gilt es nun, eine Wurzelschutzfolie auszulegen. Diese basiert auf PVC, aus synthetischem Kautschuk oder auf PE. Lassen Sie einen gewissen Überstand der Folie überhängen.

Eine weitere Schicht ist als Trennschicht zwischen der Folie und der Dachabdichtung auszulegen. Hierfür eignet sich Polyestervlies. Bitumen und PVC dürfen nicht direkt aufeinanderliegen, da sie chemisch unverträglich sind.

Schritt 2: Wasser-Ablauf

Ein Gründach kann bis zu 50 bis 90 Prozent des Niederschlags eines Jahres absorbieren. Zisternen dienen als moderne Bewirtschaftungssysteme für Regenwasser und können dieses aufnehmen. Später ist die Verwendung als Brauchwasser möglich. Über dem Dachablauf schneiden Sie eine kleine Öffnung in die Wurzelschutzfolie, damit das Wasser ablaufen kann.

Eine umlaufende Kantensicherung ist bei Schrägdächern sinnvoll. Diese errichten Sie mit Holzprofilen und Metallwinkeln. So schützen Sie die Begrünung effektiv und verhindern, dass diese verrutscht. Für den umlaufenden Wasserablauf sorgt eine Regenrinne.

Schritt 3: Zum Schutz Vliesbahnen auslegen

Auf der Folie für den Wurzelschutz legen Sie Schutzvliesbahnen aus. Auch hier sollten die Ränder überstehen. Planen Sie lieber 10 cm ein und denken Sie wieder an die Öffnung für den Dachablauf.

Schritt 4: Drainageplatten verlegen

Nun folgt eine Schicht aus Festkörper-Drainageplatten. Die Platten müssen seitlich überlappen und es muss wieder an eine Öffnung für den Dachablauf gedacht werden.

Schritt 5: Filtervlies auslegen und Kontrollschacht einbauen

Jetzt erfolgt das Verlegen der Filtervliesbahnen. Auch hier gilt es, auf einen Überstand von 10 cm zu achten. Nach dem Einschneiden der Öffnung für den Ablauf setzen Sie den Kontrollschacht.

Schritt 6: Substrat für die Dachbegrünung verteilen

Nun können Sie mit dem Verteilen des Substrats auf dem Dach beginnen. Es sollte am Ende sechs bis acht Zentimeter hoch sein. Planen Sie drei Säcke Substrat pro Quadratmeter Fläche ein. Knapp über der Substratschicht müssen Sie das überstehende Filtervlies abschneiden.

Schritt 7: Sedumsprossen streuen

Für eine extensive Begrünung des Dachs streuen Sie nun Sedumsprossen aus. Hierbei handelt es sich um die Triebe der Sedumpflanzen. 80 g pro Quadratmeter sollte die Pflanzendichte auf dem Dach betragen. Erst streuen Sie die Samen aus und verteilen dann das Saatgut, das mit feinem Sand vermischt werden sollte. Die Sedumpflanzen eignen sich hervorragend für die Dachbegrünung, da sie wenig anspruchsvoll sind und auch Trockenphasen gut überstehen.

Schritt 8: Dachbegrünung wässern

Wichtig ist, dass nun eine erste ausgiebige Bewässerung erfolgt. Überschüssiges Wasser fließt über den Dachablauf ab.

Bis zu zwei Jahre müssen Sie warten, um die Dachbegrünung in ihrer ganzen Pracht erleben zu können. Kombinieren Sie Ihre Dachbegrünung nun noch mit einer Photovoltaikanlage, sind Sie hinsichtlich der Stromversorgung autark.

Lesen Sie in diesen Ratgebern weiter, wenn Sie wissen möchten, wie die perfekte Dämmung für das Gartenhaus aussieht und wie Sie das Gartenhaus wetterfest machen.