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Liguster – Sorten, Standortansprüche, Pflege

Liguster gehört wegen seiner Robustheit und dem dichten Wuchs zu den beliebtesten Heckenpflanzen. Die Blüten des Liguster ziehen außerdem viele Insekten an und die Pflanze erfordert einen relativ geringen Pflegeaufwand. Welche Ligustersorten gibt es? Was sollten Sie bei Standort, Pflanzzeit und Pflege von Liguster beachten? Der nachfolgende Ratgeber gibt Ihnen wertvolle Infos und Tipps zu Liguster. Wie Sie einen Garten im Allgemeinen planen, können Sie hier nachlesen.

Liguster – Wissenswertes im Kurzüberblick

MerkmalInfo
Gängige Sorten:Gewöhnlicher Liguster, Schwarzgrüner Liguster, Ovalblättriger Liguster
Geeignete Standorte:sonnig bis halbschattig, humose, lockere Böden, keine Staunässe
Pflanzzeit:am besten im Oktober, alternativ im April
Blütezeit:Juni bis Juli
Gießen:frische Anpflanzungen in den ersten Wochen täglich, später nur bei längeren Trockenperioden
Düngen:im Frühjahr vor dem Austrieb mit Langzeitdünger wie Kompost oder Hornspänen
Rückschnitt:vor dem Austrieb zeitig im Frühjahr, Zweitschnitt nach Bedarf Ende Juni
Warnhinweis:Beeren sind giftig, Blätter könne Hautreizungen verursachen

Welche Ligustersorten werden angeboten?

Insgesamt sind etwa 50 Ligustersorten bekannt. Liguster gehört zur Familie der Ölbaumgewächse. Die meisten Ligustersorten stammen ursprünglich aus Asien. Nachfolgend sind die in Deutschland am häufigsten angebotenen Sorten mit ihren Eigenschaften aufgelistet:

  • Gewöhnlicher Liguster: Der gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) ist als einzige Ligustersorte in Europa heimisch. Gewöhnlicher Liguster, manchmal auch gemeiner Liguster genannt, wirft seine Blätter im Winter teilweise komplett ab und kann Wuchshöhen von über 4 Metern erreichen, wenn der Strauch nicht geschnitten wird. Die Ligustersorte bildet cremefarbene Blüten aus, die einen intensiven Duft verströmen.
  • Schwarzgrüner Liguster: Der robuste Schwarzgrüne Liguster (Ligustrum vulgare 'Atrovirens') wird sehr häufig als Heckenpflanze verwendet, da die Ligustersorte ihre Blätter meist bis zum Neuaustrieb im Frühjahr behält. So bietet eine Hecke aus Schwarzgrünem Liguster auch im Winter Wind- und Sichtschutz. Schwarzgrüner Liguster lässt sich leicht schneiden und ermöglicht so verschiedenste Heckenformen. Wie der Gemeine Liguster kann der Schwarzgrüne Liguster teilweise Wuchshöhen von über 4 Metern erreichen. Die Wuchsgeschwindigkeit beträgt bei guten Standortbedingungen bis zu 1 Meter pro Jahr.
  • Ovalblättriger Liguster: Wie der deutsche Name schon vermuten lässt, besitzt der Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium) optisch ansprechende ovalförmige Blätter. Ovalblättriger Liguster gilt als immergrün, obwohl die Pflanze in harten Wintern oder bei ungünstigen Standortbedingungen die Blätter auch weit vor dem Frühjahr abwerfen kann. Diese Liguster-Sorte wächst mit maximal 30 cm pro Jahr deutlich langsamer als viele andere Ligustersorten. Die maximale Wuchshöhe von ca. 3 Metern fällt zum Beispiel im Vergleich zum Gewöhnlichen Liguster ebenfalls geringer aus. Daher muss Ovalblättriger Liguster nicht so oft und stark geschnitten werden wie andere Ligustersorten.
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Der richtige Standort für Liguster

Die meisten Ligustersorten sind bezüglich der Standortbedingungen relativ anspruchslos. Die Pflanze gedeiht gut an sonnigen und halbschattigen Standorten. Zu schattige Standorte können zum Verkahlen des Ligusters führen. Liguster lässt sich problemlos auf den meisten Böden anpflanzen. Allerdings behindern stark verdichtete Böden oder undurchlässige Schichten wie Ortstein die Wurzelbildung und schwächen dadurch die Pflanze. Staunässe verträgt Liguster nicht. Für ein gutes Wachstum benötigt Liguster einen humusreichen Boden. Die Heckenpflanze wächst aber ebenso auf ärmeren Böden. Hier leidet jedoch das Wachstum stark und die Hecke verliert an Dichte, sodass diese nur noch einen schlechten Sichtschutz bietet. Wie Sie einen Sichtschutz pflanzen, erfahren Sie hier.

Pflanzzeit und Pflanzung

Die beste Pflanzzeit für Liguster ist der Oktober. Alternativ kann im April gepflanzt werden. Eine Pflanzung im Frühjahr ist meist mit einem höheren Gießaufwand verbunden, da die Pflanzen zu dieser Zeit austreiben und die Witterung oft trockener ist. Vor dem Pflanzen wässern Sie die einzelnen Ligusterpflanzen am besten in einem Kübel. Liguster wächst schnell. Wenn Sie nicht sofort eine große, blickdichte Hecke benötigen, können Sie also auch auf kleine, günstigere Pflanzen zurückgreifen. Der Pflanzabstand für eine Ligusterhecke sollte ca. 30 bis 40 cm betragen. Einen ausführlichen Berater zu Hecken können Sie hier aufrufen. Liguster macht sich ebenfalls gut in der Einzelpflanzung (Solitärpflanzung). Hier sollte der Abstand zwischen den Pflanzen etwa 1,50 Meter betragen. In lockeren Böden ist ein Pflanzloch in der Größe des Wurzelballens ausreichend. In festeren Böden sollte rings um den Wurzelballen ca. 15 cm Platz sein. Allgemeine Tipps und Hinweise zum Pflanzen einer Hecke erhalten Sie hier.

Liguster – Blütezeit

Liguster blüht in etwa von Juni bis Juli. Die Ausbildung der Blüten hängt teilweise mit der Wetterlage zusammen, sodass sich die Blüte bei vorangegangenen kalten Wetterperioden „verspäten“ kann.

Liguster richtig pflegen

Obwohl Liguster pflegeleicht ist, können Sie mit den folgenden Tipps die Gesundheit Ihrer Pflanzen und die Schönheit einer Ligusterhecke bestmöglich erhalten:

  • Gießen: Ist das Wurzelwerk des Ligusters nach der Pflanzung ausreichend ausgebildet, übersteht die robuste Heckenpflanze auch etwas längere Trockenphasen in der Regel problemlos. In den ersten Wochen nach der Pflanzung sollten Sie Ihre Pflanzen dagegen bei trockener Witterung täglich wässern. Später erhalten Neuanpflanzungen ca. alle 2 bis 3 Tage Wasser. Während sehr heißer und lang anhaltend trockener Witterungsperioden sollten ältere Pflanzungen alle 4 bis 5 Tage Wasser bekommen. Gießen Sie möglichst am frühen Morgen oder am Abend von unten. Zum Gießen ist Regenwasser ideal. Liguster reagiert empfindlich auf dauerhaft nasse Böden und Staunässe. Deshalb lieber etwas sparsamer gießen, als die Pflanzen zu „ertränken“.
  • Düngen: Liguster stellt keine besonderen Ansprüche an die Düngung. Daher reicht meist eine Düngung pro Jahr mit einem Universal-Langzeitdünger. Gut als Dünger geeignet sind auch Hornspäne und Kompost. Gedüngt wird am besten vor dem Austrieb im Frühjahr. Ob eine Düngung überhaupt notwendig ist, lässt sich gut am Wachstum der Pflanzen ablesen. Kräftiges Wachstum und Blätter ohne Mangelerscheinungen wie entfärbte Stellen deuten auf eine ausreichende Nährstoffversorgung hin. Eine Überdüngung mit zum Beispiel Stickstoff kann dagegen zu Geilwuchs führen. Außerdem belastet eine Überdüngung Grundwasser wie auch Geldbeutel.
  • Zurückschneiden: Die meisten Ligustersorten tolerieren auch einen starken Rückschnitt gut. Ligusterhecken sollten mindestens einmal pro Jahr geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist das zeitige Frühjahr vor dem Austrieb. Je nach Wachstum der Hecke ist ein zweiter Rückschnitt Ende Juni empfehlenswert. Ältere, verkahlte Hecken oder Einzelpflanzen können für eine „Verjüngungskur“ sehr weit zurückgeschnitten werden. Wie Sie eine Hecke richtig schneiden, erfahren Sie hier. Verwenden Sie zum Schneiden eine scharfe Heckenschere, damit die Triebe nicht gequetscht werden. Einen Berater zu Heckenscheren können Sie hier aufrufen. Für dickere Triebe bei älteren Pflanzen kann eine Astschere erforderlich sein.

Giftige Beeren und hautreizende Blätter

Die beerenartigen, schwarzen Früchte des Liguster sind giftig und der Kontakt mit Ligusterblättern kann beim Schneiden der Pflanze zu Hautreizungen führen. Daher ist Liguster für Gärten mit kleinen Kindern eher nicht zu empfehlen. Tragen Sie beim Schneiden von Liguster Schutzhandschuhe und lange Kleidung.

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