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Sommerflieder – Sorten, Standortansprüche, Pflege

Der Sommerflieder (Buddleja) gehört zu den beliebtesten Ziersträuchern. Die bunten, duftenden Blüten der bekanntesten Sorte Buddleja davidii locken im Sommer vor allem viele Schmetterlinge an. Deshalb wird der Strauch vielfach auch allgemein Schmetterlingsflieder oder Schmetterlingsbusch genannt. Welche Sommerfliedersorten werden am häufigsten angeboten? Was sollten Sie bei Standort, Pflanzzeit und Pflege des Sommerflieders beachten? Unser nachfolgender Praxisratgeber gibt Ihnen wertvolle Infos und Tipps zum Sommerflieder. Wie Sie einen Garten am besten planen, können Sie hier nachlesen.

Sommerflieder – Wissenswertes im Kurzüberblick

MerkmalInfo
Gängige Sorten:Weißblühender Sommerflieder, Wechselblättriger Sommerflieder, Kugel-Sommerflieder sowie zahlreiche Züchtungen wie Flower Power, Black Knight etc.
Geeignete Standorte:sonnig bis halbschattig, humose, lockere Böden, keine Staunässe
Pflanzzeit:Frühjahr
Blütezeit:Juli bis Oktober
Gießen:frische Pflanzungen in den ersten Wochen täglich, später nur bei längeren Trockenperioden, Sommerflieder bevorzugt kalkhaltiges Gießwasser
Düngen:im Frühjahr nach einem Rückschnitt eventuell Stickstoffdüngung, bei sauren Böden Kalkdüngung im Spätsommer
Rückschnitt:nach der Frostperiode im April

Welche Sommerfliedersorten gibt es?

Sommerflieder gehören zu Familie der Braunwurzgewächse. Insgesamt sind ca. 100 Sommerfliedersorten bekannt. Als Zierstrauch ist der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) am weitesten verbreitet. Weitere bekannte Sorten sind zum Beispiel Weißblühender Sommerflieder (Buddleja albiflora), Wechselblättriger Sommerflieder (Buddleja alternifolia) und Kugel-Sommerflieder (Buddleja globosa). Als attraktive Ziersträucher werden allerdings in der Regel spezielle Züchtungen des Schmetterlingsflieders angeboten. Diese tragen oft exotische Namen wie Flower Power (blüht zweifarbig), Black Knight (dunkle Blüten), White Profusion (weiße Blüten) und Pink Delight (sehr lange, pinke Blütenrispen). Mit dem echten Flieder (Syringa) ist der Sommerflieder trotz seines Namens übrigens nicht verwandt. Der echte Flieder gehört im Gegensatz zum Sommerflieder zu den Ölbaumgewächsen.

Sommerflieder – der richtige Standort

TEXTSommerflieder gedeiht am besten an sonnigen oder halbschattigen Standorten. Nordseiten von Häusern oder durch Bäume stark beschattete Lagen sind folglich kein guter Standort für die Pflanze. Da einige Sommerfliedersorten Höhen von ca. vier Metern erreichen und die Sträucher auch in der Breite ausladend werden, sollten Sie für die schnell wachsenden Sträucher ausreichend Platz einplanen. Sommerflieder bevorzugt leichte, durchlässige und humusreiche Böden ohne Staunässe. Auf schweren Klei- oder Lehmböden gedeiht der Strauch nur schlecht. Sehr sandige Böden sollten Sie zum Beispiel mit ausreichend Kompost anreichern.

Pflanzzeit und Pflanzung

Der optimale Pflanzzeitpunkt für Sommerflieder ist das zeitige Frühjahr. Der Boden sollte beim Pflanzen frostfrei sein. Heben Sie das Pflanzloch besonders in festeren Böden großzügig in der doppelten Größe des Wurzelballens aus und geben Sie etwas Kompost oder Universaldünger in das Pflanzloch. Obwohl Sommerflieder selbst einen stärkeren Rückschnitt gut verkraftet, gehört die Pflanze nicht zu den typischen Heckenpflanzen. Einen Berater zu Hecken können Sie hier aufrufen, und wie Sie eine Hecke pflanzen, erfahren Sie hier.

Sommerflieder neigt im unteren Bereich zum Verkahlen und hat keinen besonders dichten Wuchs. Der Zierstrauch kommt daher besser in der Einzelpflanzung zur Geltung. Als Sichtschutz ist der Strauch deshalb ebenfalls nur bedingt geeignet. Wie Sie einen Sichtschutz pflanzen, erfahren Sie hier.

Da Sommerflieder nicht viel Schatten wirft, lässt sich der Bereich um den Strauch vielfach gut mit niedrig wachsenden Blumen oder Stauden bepflanzen. So wird der oft relativ kahle untere Bereich des Strauchs etwas kaschiert und die Kombination aus Blumen- und Sommerfliederblüten ist besonders reizvoll. Viele Sommerfliedersorten eignen sich ebenfalls gut für die Pflanzung in großen Kübeln. Eine Pflanzung im Kübel bietet den Vorteil, dass Sie die Pflanzen bei bevorstehenden Nachtfrösten im Frühjahr zum Beispiel in den Keller oder die Garage stellen können. So verhindern Sie das Erfrieren von frischen Trieben. Teilweise reicht es schon, die Kübel an eine schützende Hauswand zu stellen und mit Folie abzudecken.

Blütezeit

Sommerflieder zählt im Gegensatz zum echten Flieder zu den Spätblühern. Die meisten Sorten blühen etwa von Juli bis September. Bei warmer Witterung können Sie sich teilweise noch bis in den Oktober an den Blüten des Strauchs erfreuen.

Sommerflieder richtig pflegen

Sommerflieder ist relativ pflegeleicht. Mit den folgenden Infos lassen sich Schönheit und Gesundheit des Strauchs jedoch bestmöglich erhalten:

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Gießen

Frisch angepflanzte Sommerflieder gießen Sie bei trockener Witterung in den ersten Tagen nach der Pflanzung am besten täglich. Gut eingewurzelte Sträucher brauchen nur während längerer Trockenperioden Wasser. Sommerflieder in Kübeln sollte an heißen Tagen täglich gegossen werden. Bei kühlerer Witterung reicht eine Wassergabe alle zwei bis drei Tage. Sommerflieder vertragen Sommerflieder keine Staunässe. Daher sollten die Pflanzkübel unten auf jeden Fall mit ausreichend Löchern zum Ablaufen des Wassers versehen sein. Staunässe wird vielfach ebenso durch stehendes Wasser in Übertöpfen verursacht. Sommerflieder bevorzugen kalkhaltiges Wasser. Deshalb kann zum Gießen auch kalkhaltiges Leitungswasser verwendet werden. Dieses sollte allerdings nicht gechlort sein. Gießen Sie Sommerflieder am besten von unten am Morgen oder Abend.

Düngen

Sommerflieder hat einen eher geringen Nährstoffbedarf. Bei nährstoffreichen Böden ist oft für mehrere Jahre nach der Pflanzung überhaupt keine Düngung erforderlich. Nach einem stärkeren Rückschnitt im Frühjahr kann eine Stickstoffdüngung vorteilhaft sein. Als Stickstofflangzeitdünger eignen sich zum Beispiel Hornspäne. Eine schnellere Stickstofffreisetzung erfolgt über Stickstoff-Kunstdünger. Wird Sommerflieder über das Gießwasser kein Kalk zugeführt, ist auf sauren, kalkarmen Böden eine Kalkdüngung im Spätsommer sinnvoll. Alternativ können Sie das Gießwasser mit etwas Kalk anreichern. Generell enthält Regenwasser keinerlei Kalk. Den Kalkgehalt („Wasserhärte“) Ihres Leitungswassers können Sie bei Ihrem Wasserversorger erfragen.

Zurückschneiden

Die meisten gängigen Sommerfliedersorten blühen nur an jungen, einjährigen Trieben. Deshalb sollten Sie den Strauch nach Ende der Frostperiode im April zurückschneiden. Dies fördert die Bildung neuer Blüten. Schneiden Sie die Triebe dazu mit einer Rosen- oder Gartenschere soweit zurück, dass vom vorjährigen Blütentrieb etwa drei bis vier Knospen erhalten bleiben. Eine Ausnahme bildet der Schmalblättrige Sommerflieder. Da dieser die Blüten an zweijährigen Trieben ausbildet, sollten Sie die Sorte nur etwas auslichten und nicht komplett zurückschneiden. Generell sollten beim Rückschnitt des Sommerflieders abgestorbene und kranke Triebe des Strauchs entfernt werden. Das Entfernen ausgeblühter Blüten verbessert die Optik des Strauchs. Da Sommerflieder teilweise vor Ende der Frostperiode austreibt, können frische Triebe leicht erfrieren. Erfrorene Triebe werden welk und färben sich nach einiger Zeit braun. Schneiden Sie erfrorene Triebe ab, um Pilzerkrankungen des Strauchs vorzubeugen. Meistens treibt der Sommerflieder dann erneut aus. Für größere Sommerflieder oder Sommerfliederhecken eignet sich für einen gleichmäßigen Rückschnitt unter Umständen eine Heckenschere. Einen Heckenscheren-Ratgeber können Sie hier abrufen. Was Sie beim Schneiden einer Hecke generell beachten sollten, können Sie hier nachlesen.