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Komposter selber bauen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ein Komposter leistet einen wichtigen Beitrag zur ökologisch vorteilhaften Entsorgung von Garten- und Küchenabfällen. Gut durchgerotteter Kompost ist ein hochwertiger, kostengünstiger Dünger, welcher außerdem die Struktur Ihres Gartenbodens verbessert. In einigen Kommunen können Sie sich sogar von der Pflicht zur Anschaffung einer kostenpflichtigen Biotonne befreien lassen, wenn Sie eine Kompostierungsanlage im Garten betreiben. Im Handel werden die verschiedensten Kompostermodelle als Bausätze oder Fertigmodelle angeboten. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie einen Komposter aber auch einfach selber bauen. Unsere einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen, wie es geht. Tipps zum richtigen Kompostieren können Sie hier abrufen!

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Schritt 1: Material und Werkzeug zusammenstellen

Bevor Sie einen Komposter selber bauen, müssen Sie sich das nötige Material und Werkzeug beschaffen bzw. zusammenstellen. Möchten Sie möglichst lange Freude an Ihrem Komposter haben, sollten Sie für den Bau widerstandsfähiges Holz wie Lärche verwenden. Dieses ist teurer als Kiefern- oder Fichtenholz. Dafür verrottet Lärche nicht so schnell wie die genannten Weichhölzer. Dieser Ratgeber zum Baustoff Holz hilft bei der Auswahl! Die folgende Materialliste wird zum Bau einer Komposterkammer benötigt. Bei ausreichend Platz empfiehlt es sich allerdings, zwei oder sogar drei Komposterkammern zu bauen, damit Sie den Kompost regelmäßig umschichten können.

Benötigtes Material:

  • 4 angespitzte Holzpfähle mit einem Durchmesser von ca. 8 cm und einer Länge von ca. 150 cm
  • 28 Bretter mit den Maßen 100 x 10 x 2 cm (Länge x Breite x Stärke)
  • 2 Holzlatten mit den Maßen 100 x 4 x 4 cm
  • 21 Holzstückchen als Abstandshalter für die Vorderseite mit den Maßen von ca. 3 x 3 x 2 cm
  • Nägel mit einer Länge von ca. 3 cm
  • Kreuzschlitz-Holzschrauben 5 x 60 mm
  • evtl. Holzschutzfarbe

Benötigtes Werkzeug:

  • Spaten
  • Fäustel-Hammer
  • Zollstock
  • evtl. Pinsel

Schritt 2: geeigneten Standort auswählen und vorbereiten

Damit Ihr Kompost sich nicht zu stark erwärmt und zu schnell austrocknet, sollte dieser möglichst im Halbschatten errichtet werden. Geeignet sind zum Beispiel Standorte unter lichten Bäumen. Beim Kompostieren kann es zur Freisetzung von Gerüchen kommen. Weiterhin zieht der Komposter zahlreiche Insekten an. So sind Komposter-Standorte direkt neben der Terrasse des Nachbarn oder unter dem Schlafzimmerfenster nicht unbedingt die beste Wahl. Ebnen Sie den Bodenbereich am Komposter-Standort ein. Entfernen Sie an der Oberfläche verlaufende Wurzeln, damit diese nicht in den Komposter einwachsen.

Schritt 3: Pfähle im Boden verankern

Die 4 Pfähle werden mit einem Abstand von ca. 90 cm in den Boden geschlagen, so dass diese ein Quadrat bilden. In weichen Böden können Sie die Pfähle direkt mit Fäustling und Vorschlaghammer in den Boden schlagen. Es empfiehlt sich, die Pfähle die ersten 10 bis 15 cm mit einem leichteren Fäustel-Hammer in den Boden zu treiben, bevor Sie zum schweren Vorschlaghammer greifen. So lässt sich die Pfahlrichtung besser kontrollieren. Bei hartem Boden müssen Sie die ersten 20 bis 30 cm des Bodens möglicherweise aufgraben, da sich die Pfähle sonst nur schwer ausreichend tief in den Boden schlagen lassen. Hat der Pfahl die nötige Tiefe erreicht, füllen Sie die Erde schrittweise wieder ein und stampfen diese dabei mit dem Fäustel-Hammer oder Vorschlaghammer an. Für einen sicheren Halt sollten die Pfähle ca. 45 bis 50 cm in den Boden gerammt werden. Kontrollieren Sie die senkrechte Ausrichtung der Pfähle während des Einschlagens immer wieder mit der Wasserwaage und korrigieren Sie die Ausrichtung ggf. durch Zug am Pfahl.

Tipp:

Pfähle verrotten im Boden oft sehr schnell. Besonders betroffen ist der Übergangsbereich zwischen Boden und Oberfläche. Sie können die unteren 60 cm der Pfähle daher mit einem Schutzanstrich versehen, um deren Lebensdauer zu verlängern. Verwenden Sie dazu aber nur Schutzanstriche, die keine schädlichen Stoffe an den Kompost abgeben können!

Schritt 4: Rück- und Seitenwände montieren

Verschrauben Sie jeweils 7 Bretter an den beiden Seitenwänden und der Rückwand. Achten Sie dabei darauf, dass zwischen den Brettern jeweils ein Abstand von ca. 3 cm verbleibt. Dieser Abstand ist für die Belüftung des Komposters nötig.

Schritt 5: Bretter für Vorderwand zuschneiden und mit Abstandshaltern versehen

Für eine leichtere Befüllung und Entleerung wird die Vorderseite des Komposters mit herausnehmbaren Brettern versehen. Bestimmen Sie die nötige Länge für die Bretter, indem Sie den Abstand an der Innenseite der Seitenwände messen. Kürzen Sie dann die 1-Meter-Bretter entsprechend mit einer Säge. Damit auch die Vorderseite des Komposters luftdurchlässig ist, werden die Bretter jeweils an der Unterseite mit kleinen hölzernen Abstandshaltern versehen. Nageln Sie diese am besten an die Bretter. Alternativ können Sie kleine Schrauben verwenden.

Schritt 6: Holzlatten als Führungsschienen befestigen

Verschrauben Sie jeweils 1 Holzlatte parallel zu den vorderen Pfählen an der Innenseite der Seitenwände mit einem Abstand von ca. 2, 3 bis 2,5 cm zum Pfahl, so dass zwischen Pfählen und Holzlatte eine Führungsschiene für die vorderen Bretter entsteht. Setzen Sie die Schrauben dazu am besten an den Außenseiten der Seitenwände an. Die Breite der Führungsschiene sollte etwas größer sein als die Stärke der Bretter. In einer zu engen Führung können sich die Bretter sonst leicht verkeilen, wenn diese durch Feuchtigkeit aufquellen.

Schritt 7: Bretter nach Bedarf in Führungsschienen einlegen

Sie können einzelne Bretter der Vorderwand schnell und einfach nach Bedarf in die Führungsschienen einlegen. So lässt sich zum Beispiel bei einem nur wenig gefüllten Komposter eine Schubkarre direkt über die nicht vollständig geschlossene Vorderseite in den Kompost entleeren. Bei der Entnahme von Kompost oder zum Umschichten des ganzen Komposts können Sie die Bretter nach und nach entfernen. So ist der Kompost bequem von vorne entnehmbar.

Schritt 8: Weitere Komposter-Kammern errichten

Möchten Sie später weitere Komposter-Kammern bauen, können Sie diese analog zu den oben genannten Schritten errichten. Entscheiden Sie sich gleich von Anfang an für einen Komposter mit zum Beispiel drei Kammern, lässt sich der Bau etwas vereinfachen. So können Sie die Rückwand in einem Stück bauen, indem Sie hierfür durchgehende Bretter mit einer Länge von 3 Metern verwenden.

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