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Obst anbauen im eigenen Garten leicht gemacht

Das Lieblingsobst in garantierter Bio-Qualität zum Nulltarif erhalten? Kein Problem mit den richtigen Obstbäumen und Obsträuchern im eigenen Garten. Das eigene Obst im Garten liefert im Sommer und frühen Herbst eine köstliche frische Ernte, die für die kalten Wintermonate eingefroren oder zu Marmelade weiterverarbeitet werden kann. Im Frühling verwandeln die blühenden Obstbäume den Garten dann in ein duftiges Blütenparadies. Damit die eigene Obsternte zum vollen Erfolg wird, müssen jedoch von Anfang an einige wichtige Dinge bei der Planung beachtet werden.

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Das eigene Lieblingsobst im Garten

Natürlich möchten Sie Ihr Lieblingsobst ernten, wenn Sie eigenes Obst anbauen. Mögen Sie saure Früchte nicht, ist es wenig sinnvoll, eine Reihe von Stachelbeersträuchern zu pflanzen. Dennoch sollten Sie auch die klimatischen Gegebenheiten in Deutschland und die Lage des eigenen Gartens berücksichtigen. Bananen und Ananas gedeihen nun einmal besser in tropischen Gefilden als in Mitteleuropa. Obst aus dem Mittelmeerraum wie Pfirsiche und Orangen können bei perfekter Lage des Gartens in den milden Regionen des Südwestens durchaus gedeihen. Doch generell ist es sinnvoller, wenn Sie zumindest am Anfang heimisches Obst anpflanzen.

Weitverbreitete Obstsorten in Deutschland sind:

  • Apfel
  • Birne
  • Kirsche
  • Pflaume
  • diverse Beeren.
Obst

Im warmen Südwesten (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz) gedeihen auch frostempfindliche Pflanzen wie Aprikosen und Pfirsiche.

Der vitaminreiche saftige Apfel ist in besonders vielen Sorten erhältlich. Wählen Sie zwischen bekannten jüngeren Sorten wie dem Elstar und dem Jonagold, dem Boskoop, der ideal für Apfelkuchen geeignet ist oder dem Braeburn, der besonders reich an Vitamin C ist. Vielleicht möchten Sie aber auch Obst im Garten anbauen, das nicht in jedem Supermarkt erhältlich ist? Probieren Sie es einmal mit ungewöhnlichen Apfelsorten wie dem nach Zimt schmeckenden Alantapfel oder einer regionalen Sorte wie dem Finkenwerder Prinzenapfel.

Neben der klassischen violetten Pflaume können Sie in Deutschland verschiedene ähnliche Arten wie die Zwetschge und die Mirabelle anbauen. Beide lassen sich gut zu Konfitüren verarbeiten, in Kuchen verwenden – oder zu Obstbränden wie Zwetschgenwasser oder Slivowitz destillieren.

Bei der Kirsche haben Sie die Wahl zwischen Süß- und Sauerkirschen. Während die Süßkirsche natürlich besser zum Naschen direkt vom Baum geeignet ist, werden Sauerkirschsorten wie Schattenmorellen am liebsten zum Backen und Einkochen verwendet.

Erst planen, dann Obst anbauen

Beeren

Überlegen Sie gut, wo Sie im Garten Ihre Obstbäume und Obststräucher anpflanzen möchten und ob Sie Ihren Garten vollständig in einen Nutzgarten verwandeln möchten. Denken Sie auch daran, dass das zierliche kleine Obstbäumchen im Laufe der Jahre zu einem mächtigen Baum heranwächst. Dieser wird mit seiner Krone viel direktes Sonnenlicht schlucken. Achten Sie also schon vor dem Pflanzen darauf, dass die Äste später nicht über den Nutzbeeten hängen oder Ihnen selbst auf dem Zierrasen das ganze Sonnenlicht wegnehmen. Am besten pflanzen Sie Bäume am Ende des Gartens oder auf einer Seite an.

Vergessen Sie auch nicht, dass Bäume Wurzeln bilden. Wenn Sie verschiedenes Gemüse und Obst anbauen, pflanzen Sie den Baum nicht zu nahe an Nutzbeeten, da die Baumwurzeln das Wachstum anderer Pflanzen behindern. Und schließlich: Denken Sie an die Nachbarn. Sie selbst mögen viel Freude an Ihrem üppig wachsenden Apfelbaum haben, aber der Nachbar wird es gar nicht mögen, wenn ihm die Äste sein Sonnenlicht nehmen. Beziehen Sie ihn in die Planung mit ein und bieten Sie ihm ruhig an, die auf seinem Grundstück befindlichen Früchte zu behalten.

Möchten Sie unbedingt frostempfindliches mediterranes Obst anbauen, planen Sie zusätzlichen Platz für ein kleines Gewächshaus ein, in dem Sie Ihre Pfirsich- und Orangenbäumchen im Winter unterbringen. Zitrusfrüchte müssen unbedingt vor den ersten Bodenfrösten ins Warme gebracht werden.


Obstbäume pflanzen

Haben Sie die Planung beendet, können Sie Ihr Obst anpflanzen. Dies geschieht meist im späteren Herbst, wenn die Erntezeit vorbei ist und das Laub fällt, der erste Frost aber noch fern ist. Wenn Sie einen Obstbaum pflanzen, muss das Loch etwa doppelt so groß sein wie die Wurzeln. Pflanzen Sie mehrere Bäume, sollte zwei-drei Meter Abstand zwischen den Löchern liegen. Je mehr, je besser, damit sich die Wurzeln der wachsenden Bäume nicht in die Quere kommen. Das frisch gepflanzte Bäumchen benötigt im Herbst keinen Dünger mehr, sollte aber regelmäßig gegossen werden.

Obststräucher pflanzen

Trauben

Lieben Sie Beeren, werden Sie vermutlich auch Obststräucher pflanzen wollen. Zu den beliebtesten Strauchbeeren in Deutschland gehören Stachelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren. Etwas anspruchsvoller sind Heidelbeeren und Preiselbeeren, die einen sauren Boden benötigen.

Voll im Trend liegt die als "Superfood" zu unglaublichen Preisen vermarktete Gojibeere, die in Europa unter dem Namen Bocksdorn schon lange bekannt ist. Trotz ihres Namens handelt es sich bei der Gojibeere nicht um eine Beere, sondern um ein anspruchsloses Nachtschattengewächs, das Sie problemlos neben anderem Obst anbauen können. Im Gegensatz zur beliebten Erdbeere wächst die Gojibeere wie die echten Beerenfrüchte an Sträuchern.

Obststräucher werden im späten Herbst gepflanzt, damit sie noch vor dem Winter Wurzeln bilden können. Achten Sie beim Kauf der Sträucher darauf, dass es sich um schädlingsresistente Pflanzen handelt. Manche Sorten, die normalerweise Stacheln bilden, wurden heute als stachellose oder zumindest stachelarme Varianten gezüchtet.

Während Obstbäume der Sonne entgegenwachsen, sind Sträucher auf einen sonnigen Standort angewiesen. Je mehr Sonne sie bekommen, umso süßer und saftiger fallen später die Früchte aus.

Erdbeeren im Beet anlegen

Erdbeeren zählen botanisch nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Sie sind das deutsche Sommerobst schlechthin. Möchten Sie Erdbeeren im Garten anbauen, müssen Sie dazu zunächst ein Beet anlegen. Auch für die kleinen roten Früchtchen gilt, dass sie einen sonnigen Standort bevorzugen. Je nachdem wie groß Ihr Appetit auf Erdbeeren ist, können Sie Sorten auswählen, die nur einmal oder zweimal im Jahr Früchte tragen. Da verschiedene Sorten zu verschiedenen Zeiten reifen, können Sie Ihr Erdbeerbeet auch so gestalten, dass Sie durchgängig von Mai bis September mit frischen Früchten versorgt werden.

Die ideale Pflanzzeit ist der Spätsommer, wenn die Ernte vorbei ist. Die jungen Pflanzen können dann noch ausreichend Wurzeln bilden, um den Sommer zu überdauern. Die Früchte tragen sie dann im nächsten Frühjahr. Möchten Sie die Erdbeeren zusätzlich schützen, bedecken Sie sie mit Stroh oder Rindenmulch.

Leider sind Erdbeeren nicht nur bei Zweibeinern sehr beliebt. Schneckenkorn schützt vor den gefräßigen Nacktschnecken, die während der Sommermonate ihr Unwesen in den Beeten treiben. Während der Erntezeit stürzen sich Vögel begeistert auf die rot leuchtende Beute. Ein spezielles Schutznetz hält sie fern.

Ein Tipp:

Pflanzen Sie Thymian oder Basilikum in die Nähe der Erdbeeren, um Blattläuse fernzuhalten. Knoblauch wiederum schützt vor dem gefürchteten Grauschimmelpilz.

Das eigene Obst im Garten richtig pflegen

Zitronen

Einfach Obst anbauen und dann jahrelang die Früchte genießen: So einfach ist es leider nicht. Obstbäume und Obststräucher benötigen viel Pflege, damit Sie dauerhaft Freude an ihnen haben. Besonders wichtig ist der Obstbaumschnitt im Frühling, wenn Ihr Garten aus der Winterruhe erwacht. Nur Süßkirschbäume werden bereits im Sommer nach der Ernte zurückgeschnitten.

Für den Obstbaumschnitt benötigen Sie eine Astschere oder idealerweise zwei in verschiedenen Größen. Damit entfernen Sie das Totholz sowie querwachsende Äste, die andere Äste stören. Scheuen Sie sich auch nicht, ältere Äste abzuschneiden, die einige Jahre lang ordentlich Früchte getragen haben. Dadurch wird der Baum angeregt, neue Äste zu bilden, an denen junges und damit besseres Obst im Garten wächst. Bei größeren Bäumen lichten Sie auch die Baumkrone mit der Astschere: So kann mehr Sonnenlicht die unteren Äste erreichen und die Luftzirkulation verbessert werden. Denken Sie eventuell auch daran, Äste dort zu stutzen, wo sie sonst auf das Nachbargrundstück hinüberragen.

Zuletzt noch ein Tipp:

Viel hilft in diesem Fall viel. Schneiden Sie lieber ein wenig zu viel ab als zu wenig – der Baum wird es vertragen. Für Apfelbäume wird häufig auch ein Sommerschnitt empfohlen, damit mehr Licht die reifenden Früchte erreicht und ihr Aroma verbessert.

Johannisbeeren werden ebenfalls im Frühling zurückgeschnitten, während andere Beerensträucher generell im Spätsommer nach der Ernte schon wieder geschnitten werden.

Damit die Ernte im folgenden Sommer üppig ausfällt, sollten Sie die Obstbäume und Beerensträucher im Frühling mit Dünger verwöhnen. Wählen Sie einen Universaldünger oder einen Spezialdünger für Obstbäume und Beerensträucher – wie Sie möchten.

Obst vor Wühlmäusen und anderen Schädlingen schützen

Wenn Sie im eigenen Garten Obst anbauen, bekommen Sie häufig Besuch von einem ungebetenen Gast, der Wühlmaus. Die Tiere vermehren sich rasant und stürzen sich vor allem im Frühling gerne auf die jungen Wurzeln der Obstbäume und Beerensträucher. Überprüfen Sie daher im Frühjahr mit sanftem Rütteln, ob die Wurzeln geschädigt sind. Um gegen die Wühlmäuse vorzugehen, verwenden Sie entweder spezielle Wühlmausköder oder einen Wühlmausschreck, der für den Menschen unhörbare Schallwellen aussendet.

Vergewissern Sie sich jedoch zunächst, dass es sich bei den Gästen wirklich um Wühlmäuse handelt. Der Maulwurf ärgert Rasenbesitzer zwar mit seinen Hügeln, ist aber letztendlich ein Nützling und steht unter Schutz, d. h. er darf nicht vergiftet oder in die Falle gelockt werden. Maulwürfe werden Sie ebenfalls mit Schallwellen los - oder mit Alkohol. Stecken Sie eine Flasche mit billigem Wein kopfüber in den Maulwurfshügel und das Tierchen wird das Weite suchen.

Kleinere Schädlinge wie Raupen und Ameisen halten Sie am besten mit einem speziellen Leimring von den Bäumen und Sträuchern fern. Dabei handelt es sich um Leimstreifen, die Sie in Bodennähe um den Stamm wickeln. Schädlinge, die ansonsten den Stamm hochkriechen, um sich über Blätter und junge Früchte herzumachen, bleiben daran kleben.

Die Obstbaumpflege im Herbst und Winter

Mit der erfolgreichen Ernte im Sommer ist die Arbeit noch nicht zu Ende, wenn Sie Obst anbauen. Im Herbst fallen weitere Arbeiten an, mit denen Sie Ihre Obstbäume vor dem Winter schützen. Entfernen Sie übrig gebliebene alte Früchte, die nun vor allem Pilze und andere Schädlinge anlocken. Leben Sie in einer Region, in der es im Winter häufig zu starken Frösten kommt, überlegen Sie, ob Sie die Baumstämme kalken möchten. Der Kalk verhindert die sogenannte Frostspannung. Diese entsteht im Winter dann, wenn die Morgensonne eine Seite des Baumstammes erwärmt, während die andere gefroren bleibt. Besonders empfindliche Obstbäume mit glatter Rinde wie Kirsche und Pflaume können dabei geschädigt werden.

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