Hagebau.de verwendet Cookies um ein besseres Nutzererlebnis zu bieten. Wenn Sie hagebau.de nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Balkonpflanzen überwintern – darauf müssen Sie achten

Wenn die Nächte im Herbst kälter werden und sich die ersten Fröste ankündigen, steht für viele mehrjährige Balkonpflanzen der Umzug ins Winterquartier an. Manche Pflanzen überstehen die kalte Jahreszeit aber auch im Freien. Wie Sie Ihre Balkonpflanzen vorbereiten und worauf Sie bei welchen Pflanzen achten müssen, erklären wir Ihnen im folgenden Ratgeber mit vielen wertvollen Tipps.

Hier geht's zum Sortiment "Beetpflanzen & Kübelpflanzen" Pärchen schneidet Balkonpflanzen

Beginn der Vorbereitungen bei fallenden Temperaturen

Sobald die Temperaturen sich auf unter Null zubewegen, sollten nicht-winterharte Pflanzen ins Innere gebracht werden. Die Düngung sollten Sie nun einstellen, um die Ruhephase einzuläuten. Auch das Gießen sollten Sie reduzieren, damit der Wurzelballen bis zur Einwinterung trocken ist – ansonsten kommt es später zu Fäulnis. Achten Sie aber darauf, die Wurzeln nicht vollständig auszutrocknen, kleine Wassergaben sind durchaus noch erlaubt.

Nun können die Pflanzen auch zurückgeschnitten, welkes Blattwerk entfernt und die Wurzelballen getrocknet werden. Auch auf Schädlinge sollten Sie die Pflanzen untersuchen und gegebenenfalls noch mit einem geeigneten Schädlingsbekämpfungsmittel behandeln. Damit vermeiden Sie, dass sich die Schädlinge während der Ruhezeit vermehren und benachbarte Pflanzen befallen. Topf- und Kübelpflanzen, die nicht im Freien bleiben, können anschließend in das Winterquartier ziehen. Welcher Zeitpunkt der richtige ist, ist neben der Witterung abhängig von der Empfindlichkeit der Pflanze. Als Regel können Sie sich merken, dass laubabwerfende Sträucher und Bäume robuster sind als immergrüne und exotische Pflanzen. Und denken Sie daran: Winterharte Pflanzen sind in Kübeln empfindlicher, als wenn sie im Garten eingepflanzt sind, da die Kälte die Wurzelballen schneller erreicht.

Die Übersicht: Welche Pflanzen bleiben draußen, welche kommen rein?

ÜberwinterungPflanzen
Im FreienStiefmütterchen, Kapkörbchen, Buchsbaum, Rose, Kirschlorbeer
Im Inneren, hellMargerite, Bougainvillee, Zylinderputzer, Keulenlilie, Palmfarn, Fuchsien, Geranien
Im Inneren, dunkelMyrte, Gewürzrinde, Sternjasmin, Wollmispel und Zylinderputzer, Engelstrompete und Fuchsie

Die Robusten überwintern im Freien

Manche winterharte Blumen und Sträucher, die auch im Garten gepflanzt werden können, dürfen im Winter durchaus auf dem Balkon oder der Terrasse bleiben. Um die im Kübel nur wenig geschützten Wurzeln dennoch zu schonen, können Sie Reisig oder Weidenmatten auf die Pflanzen legen und Sie gegebenenfalls auf eine Isolierplatte stellen – manche Arten vertragen nur schlecht kalte Füße. Mit Vlies, Jute oder Noppenfolie können Sie die Kübel und Töpfe ebenfalls vor der schlimmsten Kälte schützen. Wenn Sie die Pflanzen nah an die Hauswand und die Töpfe dicht nebeneinander stellen, ist für einen zusätzlichen Schutz gesorgt.

Ob die Pflanze selbst auch eingepackt werden muss, hängt von der Art ab. Gibt es empfindliche Stellen, bei Rosen zum Beispiel die Veredelungsstellen, können Sie diese eigens einpacken. Dazu eignet sich eine alte Decke oder wieder die Noppenfolie.

Helle Standorte für immergrüne Pflanzen

Pflanzen im Sonnenlicht

Fast immer sind es Balkonpflanzen mit immergrünen Blättern, die im Winter geschützt werden müssen, aber noch genügend Licht zur Aufrechterhaltung ihrer Vitalfunktionen benötigen.

Die Temperatur allerdings sollte deutlich unter der Zimmertemperatur liegen, damit die Pflanzen ihren Stoffwechsel herunterfahren. Ansonsten kann es zur ungern gesehenen Vergeilung kommen: Aufgrund der hohen Temperaturen treibt die Pflanze weiter (oder sogar neu) aus, wegen des geringen Lichteinfalls allerdings mit langen Trieben und dünnen Blättern. Dem beugen Sie durch Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad vor und dem Verzicht auf Dünger.

Die meisten Pflanzen sollten in der Ruhephase kaum gegossen werden. Ausnahmen bestätigen aber die Regel, da beispielsweise Eukalyptus, Drachenbäume oder das Zypergras auch im Winter gleichmäßig feucht gehalten werden sollten.

Orte, die sich für das Winterquartier gut eignen sind die folgenden:

  • Das Treppenhaus. Hier herrschen meist kühle Temperaturen, hell genug ist es für die meisten Pflanzen ebenfalls.
  • Der Wintergarten: Wie der Name sagt, ist ein Wintergarten für viele Pflanzen dafür ebenfalls ideal. Hier fällt noch viel Licht hinein, sodass exotische oder mediterrane Pflanzen hier gut aufgehoben sind, die auch im Winter hell stehen sollten.
  • Das Gartenhaus: Zwar kühlt die Gartenlaube aus, robusteren Pflanzen aber kann der Standort bereits genug Schutz bieten. Die Klebsame beispielsweise übersteht auch leichte Minustemperaturen. Ob genug Licht einfällt, hängt von dem Häuschen ab.

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Scheiben geputzt sind, damit genügend Lichtstrahlung die Pflanzen erreicht. Gerade Zitruspflanzen benötigen viel Licht, auch im Winter. Auch Olivenbäume sollten im Winter so hell wie möglich stehen. Aus diesem Grund sollten Sie die Phase im Inneren auch so kurz wie möglich halten. Sollte der Unterschied im Lichteinfall größer sein, gewöhnen Sie die Pflanzen im Frühjahr langsam an das Licht.

Laubabwerfende Pflanzen ins Dunkle

Einige Pflanzen verbringen die kalte Jahreszeit am liebsten an einem kühlen und dunklen Ort im Haus. Es gibt Arten, die sowohl helle als auch dunkle Standorte mögen, bei geringem Lichteinfall aber ihr Laub abwerfen. Sie treiben im Frühjahr wieder aus. Minustemperaturen sollten vermieden werden. Wenn die Temperatur knapp darüber bleibt, sind viele Pflanzen mit einem Standort zufrieden, die ihren Stoffwechsel auf ein Minimum reduzieren. Gießen müssen Sie diese Pflanzen praktisch nicht, auch eine kleine Wassergabe weniger als einmal die Woche ist ausreichend. Vollständig austrocknen sollten aber auch die Wurzeln dieser Pflanzen nicht. Auch die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu gering sein. Lüften Sie daher gelegentlich.

Pflanzen von Schnee bedeckt

Zurückschneiden lassen sich diese Pflanzen am besten im zeitigen Frühjahr, da dann die Schnittstellen gut ausheilen. Aber auch im Herbst können laubabwerfende Pflanzen zurückgeschnitten werden.

Dunkel stehen die Pflanzen am besten:

  • im Keller,
  • im Dachboden,
  • im Gartenhäuschen,
  • oder in der Garage.

Zu den dunkel überwinternden Pflanzen gehören auch Rhizom bildende Arten, wie beispielsweise das Blumenrohr. Schneiden Sie die Pflanze kräftig ab, graben Sie das Rhizom aus und lassen Sie es trocken in Sand oder Torf überwintern. Im Frühjahr wird das Rhizom wieder eingepflanzt.

Tipp:

Es gibt übrigens Pflanzen, die Sie sowohl dunkel als auch hell überwintern können. In der Dunkelheit werfen diese Pflanzen ihre Blätter ab oder ziehen sich zurück, um dann aber im Frühjahr wieder auszutreiben.

Auswinterung im Frühjahr

Spätestens Mitte Mai können Sie Ihre Pflanzen wieder hinausstellen. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Temperaturentwicklung und der Pflanzenart ab. Achten Sie darauf, dunkel überwinterte Pflanzen an bedeckten Tagen wieder ins Freie zu stellen – durch die lange Zeit im Dunkeln müssen Sie sich wieder an das Licht gewöhnen. Das gilt beispielsweise für Lorbeerpflanzen, die zunächst an einem Schattenplatz stehen sollten, bevor sie wieder das volle Sonnenlicht erreichen kann. Nun können Sie mit der Frühjahrspflege beginnen und die Pflanzen gegebenenfalls zurückschneiden, sofern das noch nicht im Herbst erfolgt ist.

Balkonpflanzen kaufen