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Blumenkästen richtig bepflanzen – How-to?

Hübsch bepflanzte Blumenkästen setzen auf Balkon oder Terrasse einen schönen optischen Akzent. Zudem können Blumenkästen auch im Garten äußerst praktisch sein, da sich der Standort von Blumenkästen leicht verändern lässt oder Sie die Kästen bei späten Nachtfrösten frostfrei unterstellen können. Was sollten Sie beim Blumenkästen bepflanzen beachten? Nach welchen Kriterien können Sie Form, Größe und Kastenmaterial auswählen? Die passenden Antworten liefert unser Praxis-Ratgeber mit Schritt-für-Schritt-Anleitung und vielen Tipps. Einen Ratgeber zur Bepflanzung von Balkonen können Sie hier abrufen!

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Checkliste zum Blumenkästen bepflanzen

  • Standortbedingungen: Wo sollen die Blumenkästen stehen? Ist der Standort eher schattig (z. B. Nordbalkon) oder sonnig und warm (z. B. Südbalkon). Sollen die Kästen auf dem Boden stehen oder an Halterungen am Fenster installiert werden? Im letzteren Fall sind leichte Kästen empfehlenswert.
  • Ganzjährig draußen: Möchten Sie die Blumen- oder Balkonkästen auch im Winter auf dem Balkon oder der Terrasse lassen, sollten Sie Kästen aus frostresistenten Materialien wählen.
  • Größe der Pflanzen: Große oder schnell wachsende Pflanzen wie Sonnenblumen benötigen ausreichend Platz für den Wurzelballen. Daher können Blumenkübel hier im Vergleich zum Blumenkasten die besser Wahl sein.
  • Design: Passen die Blumenkästen zur übrigen Einrichtung bzw. Gestaltung von Terrasse, Balkon oder Garten? So wirken unter anderem billige Blumenkästen aus Plastik auf einer Terrasse mit hochwertigen Gartenmöbeln oft als Fremdkörper.
  • Mietordnung/Hausordnung: Erlaubt Ihre Miet- bzw. Hausordnung zum Beispiel das Anbringen von Blumenkästen unter Fenstern?

Welche Pflanzen wählen? Der Standort ist entscheidend

Balkonpflanzen

Die Auswahl der Pflanzen für Ihre Blumenkästen sollte sich neben dem persönlichen Geschmack ebenso nach den Standortbedingungen richten:

  • Warme, sonnige Standorte: Für warme Standorte mit vielen Sonnenstunden wie südlich oder südwestlich ausgerichtete Terrassen eignen sich unter anderem Petunien, Geranien, Zwerg-Löwenmäulchen oder Blaue Fächerblumen. Möchten Sie in Ihren Blumenkästen Kräuter anbauen, können an sonnigen Standorten zum Beispiel Thymian oder Rosmarin gepflanzt werden.
  • Halbschattige Standorte: Östlich oder südöstlich ausgerichtete Standorte heizen sich in den Mittags- und Nachmittagsstunden nicht so stark auf. Auch Schattenwurf durch andere Gebäude, Vordächer oder Bäume kann zu Halbschatten bzw. reduzierten Sonnenstunden führen. An entsprechenden Plätzen fühlen sich zum Beispiel Heidekraut, Elfensporn, Begonien, Glockenblumen oder Tränende Herzen wohl.
  • Kühle, schattige Standorte: Kühle Standorte mit sehr wenig Sonneneinstrahlung wie nördlich ausgerichtete Terrassen oder stark beschattete Gärten eignen sich für Pflanzen wie Fleißige Lieschen, Begonien, Primeln oder Hängefuchsien.

Kunststoff, Terrakotta oder Holz? Das optimale Material für Blumenkästen

Blumenkästen werden aus verschiedenen Materialien gefertigt, die jeweils ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben:

  • Kunststoff: Blumenkästen aus Kunststoff sind günstig in der Anschaffung und haben ein geringes Gewicht. Letzteres macht Kunststoffkästen zu einer guten Wahl bei der Montage unter Fenstern. Zudem lassen sich leichte Kästen besser handhaben als massive Schwergewichte. Dies kann zum Beispiel wichtig sein, wenn Sie Ihre Blumenkästen vor späten Nachtfrösten frostfrei in Sicherheit bringen möchten. Kunststoff durchfeuchtet zudem nicht und ist dadurch widerstandsfähig gegen Frost. Allerdings kann UV-Strahlung über die Jahre Kunststoff zusetzen und die Kästen spröde werden lassen. Zudem haben billige Kästen aus Kunststoff teilweise auch einen billigen Look und bei dünnwandigem Material neigen die Kästen zum Ausbeulen.

Wie lässt sich das Ausbeulen von Kunststoff-Blumenkästen verhindern?

Beulen in Blumenkästen aus Kunststoff durch den Druck von Erde und wachsenden Wurzelballen sind unschön und können zum Einreißen des Kastens führen. Einfache Abhilfe schaffen hier stabilisierende Blumenkasten-Klammern, die Sie einfach von oben über den Rand der Kästen klicken.

  • Terrakotta: Terrakotta hat einen ansprechenden, mediterranen Look. Dieser passt jedoch nicht zu jeder Terrasseneinrichtung oder Hausfassade. Blumenkästen aus Terrakotta sind schwer und der Anschaffungspreis liegt meist deutlich höher als bei Kunststoffkästen. Das hohe Gewicht macht die Kästen bei Sturm standfest, ist aber bei der Montage unter Fenstern eher hinderlich. Zudem durchfeuchtet Terrakotta, was zu Abplatzungen bei Frost führen kann. Außerdem bilden sich aufgrund der Durchfeuchtung an den Kästen weißliche Ablagerungen aus Kalk und anderen Mineralien.
  • Holz: Ein Blumenkasten aus Holz passt mit seinem natürlichen Look in fast jeden Garten. Allerdings verfault Holz durch die feuchte Blumenerde relativ schnell. Holzkästen sind eher schwer.

Wie groß sollte ein Blumenkasten sein?

Grundsätzlich freut sich jede Pflanze über möglichst viel Platz für den Wurzelballen. Bei Blumenkästen muss hier jedoch ein Kompromiss zwischen Pflanzenansprüchen und der Größe bzw. dem Gewicht der Kästen gefunden werden. Wählen Sie den Blumenkasten mindestens so groß, dass um den Wurzelballen der Pflanzen nach der Entnahme aus dem Verkaufsgefäß an allen Seiten noch etwa 4 bis 5 Zentimeter Platz ist. Zudem richtet sich die optimale Größe bzw. Länge des Kastens nach dem Pflanzabstand. Dieser sollte bei mittelgroßen Pflanzen ca. 15 bis 20 cm betragen. So benötigen Sie für 5 Pflanzen einen Kasten von ca. 1 Meter Länge.

Blumenkästen bepflanzen in 6 Schritten

Schritt 1: Blumenkästen vorbereiten

Teilweise müssen Sie die Ablauföffnungen für überschüssiges Gießwasser bei neuen Kunststoffkästen an den Sollbruchstellen noch durchstoßen (z. B. mit Schraubenzieher). Reinigen Sie gebrauchte Blumenkästen vor der Neubepflanzung gründlich mit Bürste und Wasser. So können keine Pflanzenkrankheiten aus dem Vorjahr übertragen werden. Wie Sie Pflanzenschädlinge bestimmen und bekämpfen, erfahren Sie hier!

Schritt 2: Für gute Dränage sorgen

Legen Sie auf die Ablauföffnungen Tonscherben, sodass ein kleiner Hohlraum über den Löchern entsteht. So setzen sich die Löcher nicht so schnell zu. Über die Tonscherben geben Sie eine ca. 3 cm dicke Schicht aus Blähton. Diese sorgt für eine gute Wasserdurchlässigkeit und beugt Staunässe vor.

Blumenerde einfüllen

Schritt 3: Blumenerde einfüllen

Füllen Sie den Kasten etwa zur Hälfte mit Blumenerde. In die Blumenerde kann etwas Langzeitdünger wie Hornspäne eingebracht werden.

Schritt 4: Pflanzen aus Verkaufsgefäß lösen

Lösen Sie die Pflanzen vorsichtig durch eine leichte Drehbewegung am Verkaufsgefäß aus diesem. Sind die Wurzeln bereits zu stark aus dem Gefäß hinausgewachsen, lässt sich der Wurzelballen teilweise nur sehr schwer lösen. Schneiden Sie das Verkaufsgefäß dann vorsichtig mit einer Rosenschere oder einem Seitenschneider auf. Achten Sie dabei darauf, dass Sie sich an den scharfen Plastikkanten nicht schneiden!

Pflanzen einsetzen

Schritt 5: Pflanzen einsetzen

Lockern Sie sehr stark verdichtete Wurzelballen etwas und setzen Sie dann die Pflanzen unter Beachtung der Pflanzabstände so in den Kasten, dass der Wurzelbereich ca. 3 cm unter der Oberkante des Blumenkastens beginnt. Füllen Sie anschließend die Bereiche zwischen den Pflanzen mit Blumenerde auf. Drücken Sie die Erde dabei leicht an, damit keine Hohlräume entstehen. Blumenkästen sollten nie ganz mit Erde gefüllt werden, da sonst Gießwasser zu schnell abläuft.

Schritt 6: Angießen

Gießen Sie die Pflanzen reichlich an. So werden letzte Hohlräume mit Erde gefüllt und die Pflanzen erhalten genug Wasser. Teilweise muss nach dem Angießen an einigen Stellen noch etwas Erde nachgefüllt werden.

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