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Hecke schneiden – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Hecken dienen zum Beispiel als Sichtschutz zum Nachbargrundstück oder der Straße. Schöne Hecken sorgen im Garten als natürliches Abgrenzungselement aber auch für Behaglichkeit und Struktur. Dichte Hecken sind außerdem ökologisch wertvoll, da sie von Vögeln gern als Nistplatz genutzt werden und Tieren wie Igeln Unterschlupf bieten. Damit Sie lange Freude an einer gesunden und dichten Hecke haben, müssen Sie diese regelmäßig schneiden. In unserer nachfolgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung erfahren Sie, wie Sie beim Heckenschnitt am besten vorgehen.

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Schritt 1: Werkzeug und Ausrüstung bereitlegen/kaufen

Heckenschere: Wichtigstes Werkzeug für den Heckenschnitt ist die Heckenschere. Grundsätzlich können Sie hier zwischen Hand-Heckenscheren und Motor-Heckenscheren wählen. Für den Schnitt von kleinen Hecken bis zu einer Länge von ca. 2 Metern ist die Anschaffung einer Motor-Heckenschere ökonomisch nicht unbedingt sinnvoll. Dies gilt allerdings nur für Hecken mit zarten, dünnen Zweigen. Dickere Triebe aus Hartholz erfordern beim Schnitt mit der Hand-Heckenschere oft schon einen unangenehm hohen Kraftaufwand, welcher die Handgelenke stark belastet. Bei Motor-Heckenscheren können Sie zwischen Elektro-, Akku- und Benzin-Heckenscheren wählen. Elektro-Heckenscheren sind meist leichter als Benzin-Heckenscheren. Dafür sind Benzin-Heckenscheren oft leistungsstärker als elektrisch betriebene Scheren. Akku-Heckenscheren bieten den Vorteil, dass bei der Arbeit kein Kabel stört. Für weitere Informationen lesen Sie den ausführlichen Ratgeber zu Heckenscheren.

Heckenschere
  • Rosenschere/Gartenschere: Zum Ausschneiden von Totholz im Inneren der Hecke oder für kleine „Schönheitskorrekturen“ ist eine Rosen- bzw. Gartenschere gut geeignet.
  • Maurerschnur und Pfähle: Für einen exakten Heckenschnitt können Sie als Orientierungshilfe eine Maurerschnur zwischen zwei Pfählen spannen.
  • Schutzbekleidung: Arbeitshandschuhe, Schutzbrille und Gehörschutz (bei motorbetriebenen Heckenscheren) sollten zum Schneiden einer Hecke bereitliegen. Für dornige Hecken sind im Handel spezielle schnittfeste Rosen-/Dornenhandschuhe verfügbar.

Schritt 2: Zeitpunkt für den Heckenschnitt wählen

Nach einer groben Faustregel sollte der 1. Heckenschnitt vor dem Austrieb der Hecke Ende Februar erfolgen. So haben die Heckenpflanzen genug Zeit, um aus Knospen bzw. Augen unterhalb der Schnittstelle neu auszutreiben. Außerdem werden bei einem frühen Heckenschnitt keine Vögel beim Brüten gestört. Das Beseitigen von Hecken und Sträuchern oder ein sehr starker Rückschnitt ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz sogar zwischen dem 1. März und 30. September verboten. Form- und Pflegeschnitte sind allerdings auch während dieser Zeitspanne erlaubt. Grundsätzlich darf eine Hecke jedoch nicht geschnitten werden, wenn sich in dieser nistende Vögel befinden. Um Ihre Hecke zu schneiden, sollten Sie einen frostfreien und bedeckten Tag wählen. Frost und intensives Sonnenlicht können die Hecke nach dem Schnitt schädigen. Stark wachsende Hecken können durch einen 2. Heckenschnitt in Form gebracht werden. Der 2. Heckenschnitt erfolgt idealerweise Ende Juni/Anfang Juli. Wird ein dritter Schnitt für die optimale Formgebung der Hecke benötigt, sollte dieser im Herbst ca. Mitte Oktober/Anfang November erfolgen. Um die Ausbildung der Blüten an frühblühenden Heckenpflanzen nicht zu gefährden, werden diese erst nach der Blüte geschnitten. Zu den frühblühenden Heckenpflanzen zählen zum Beispiel Berberitze, Gemeiner Flieder und Weißdorn. Teilweise wird beim Heckenschnitt zwischen Erhaltungs- und Formschnitt unterschieden. Der 1. Schnitt im Frühjahr dient vorrangig der Erhaltung der Hecke, da durch den Schnitt das Wachstum neuer Triebe gefördert wird und sich die Hecke so verdichtet. Die 2. oder 3. Schnitte werden dagegen als Formschnitt bezeichnet, da diese eher der Ästhetik dienen.

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Schritt 3: Maurerschnur spannen

Möchten Sie einen Heckenschnitt mit exakt verlaufenden Schnittkanten erreichen, sollten Sie sich beim Schneiden an einer gespannten Maurerschnur orientieren. Diese lässt sich zum Beispiel zwischen zwei dünnen Pfählen spannen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie mit der Heckenschere nicht in die Schnur geraten, da diese sich aus dem Schneidwerk der Schere oft nur schwer entfernen lässt und die Schere so beschädigen kann.

Schritt 4: Die gewünschte Heckenform wählen

Heckenschere

Grundsätzlich unterliegt die „optimale“ Heckenform in Ihrem Garten natürlich Ihren persönlichen Vorlieben. Es gibt jedoch einige allgemeine nützliche Tipps, bezüglich der optimalen Schnittführung bzw. Formgebung beim Heckenschnitt. Für besonders blickdichte Hecken hat sich eine Trapezform bewährt. Bei dieser ist der obere Teil der Hecke schmaler als der untere Bereich. Durch diese Formgebung bekommt selbst der untere Teil der Hecke genügend Sonne, sodass die Hecke nicht von unten verkahlt. Um den Lichteinfall an den Ecken bzw. Enden der Hecke zu fördern, können diese leicht abgerundet werden. Trotz Nachteilen beim Lichteinfall sind auch rechtwinklige Heckenschnitte sehr beliebt. Um einen rechten Winkel zwischen Heckenkrone und Heckenseiten herzustellen, kann hier ergänzend zur Maurerschnur ein verschiebbarer Holzrahmen für exakte Formen sorgen.

Schritt 5: Hecke richtig schneiden mit der optimalen Schnittführung

Eine Hecke wird in der Regel von oben nach unten geschnitten. Führen Sie die Heckenschere stets parallel zur Hecke, damit Sie nicht aus Versehen „Löcher“ in die Hecke schneiden. Kürzen Sie die Hecke immer schrittweise, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist, und kontrollieren Sie den Schnitt regelmäßig aus verschiedenen Blickwinkeln. Je nach Art der Hecke kann sich die optimale Schnittführung beim Heckenschnitt unterscheiden:

  • Laubhecke: Laubhecken wie Liguster können Sie relativ weit zurückschneiden, da die Pflanzen auch nach einem starken Rückschnitt schnell wieder neue Triebe ausbilden. Teilweise wirkt ein starker Rückschnitt von 20 bis 30 cm auf ältere Laubhecken sogar wie eine Verjüngungskur, welche die Hecke dichter und vitaler werden lässt. Etwas vorsichtiger sollten Sie beim Schneiden von Hecken aus Buchsbaum und Lorbeerkirsche vorgehen. Motorbetriebene Heckenscheren können hier die Blätter zu stark verletzen. Verwenden Sie für Buchsbaum- und Lorbeerkirschhecken daher lieber eine Hand-Heckenschere.
  • Nadelhecken: Hecken aus Nadelpflanzen wie Koniferen, Lebensbaum oder Eiben können nach einem zu starken Rückschnitt schnell verkahlen, da die Pflanzen aus Altholz nur schwer neue Triebe ausbilden können. Schneiden Sie Nadelhecken daher nur behutsam um maximal 5 bis 10 cm zurück und achten Sie beim Schnitt besonders auf die Trapezform um Verkahlung vorzubeugen. Einige Nadelbäume wie Eiben und Lebensbäume können bei Hautkontakt Reizungen und Allergien auslösen. Tragen Sie beim Heckenschnitt daher lange Kleidung und dichte Handschuhe.