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Hecke planen und auswählen – worauf sollten Sie achten?

Hecken werden oft als natürlicher Wind- und Sichtschutz gepflanzt. Eine schöne Hecke kann aber ebenso eine optische Bereicherung für Ihren Garten sein und lässt sich mit etwas Geschick als gestalterisches Gartenelement einsetzen. Darüber hinaus erfüllen dichte Hecken auch eine wichtige ökologische Funktion, da sie als Nistplätze für Vögel dienen und vielen Kleintieren Unterschlupf bieten. Was sollten Sie bei der Planung einer Hecke und der Auswahl von Heckenpflanzen beachten? Im nachfolgenden Ratgeber finden Sie zahlreiche Tipps und Infos zu verschiedenen Heckenpflanzen und Heckenarten. Lesen Sie zudem den allgemeinen Ratgeber zur Gartenplanung!

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Hecke planen – wichtige Fragestellungen

Für eine gelungene Kaufentscheidung zum Thema Heckenpflanzen spielen die folgenden Punkte eine wichtige Rolle:

Hecke mit Laub
  • Zweck der Hecke: Möchten Sie eine Hecke als reinen Sichtschutz pflanzen oder soll die Hecke optisch möglichst ansprechend sein? Bei einer Sichtschutz-Hecke kommt es vor allem auf einen dichten und schnellen Wuchs der Hecke an. Hierzu lesen Sie am besten den ausführlichen Ratgeber zum Pflanzen eines Sichtschutzes! Steht der optische Aspekt der Hecke im Vordergrund, ist zum Beispiel eine dunkle, dichte Lebensbaumhecke eher ungeeignet.
  • Immergrün oder laubabwerfend: Immergrüne Hecken bieten auch im Winter einen guten Sichtschutz und setzen in der kalten Jahreszeit einen schönen Farbakzent im Garten. Laubabwerfende Hecken sind im Winter kahl. Dafür können Sie sich im Frühjahr an frischen, grünen Trieben erfreuen.
  • Blühend oder nichtblühend: Eine blühende Hecke ist optisch besonders reizvoll und lockt teilweise viele Insekten an. So wird zum Beispiel eine blühende Ligusterhecke oft von hunderten Bienen und Wildbienen umschwärmt. Ökologisch sind Ligusterblüten daher sehr wertvoll. Spielen allerdings kleine Kinder in der Nähe der Hecke oder sind Sie gegen Bienenstiche allergisch, sollten Sie besser keine blühende Hecke anlegen.
  • Wuchshöhe: Hohe Hecken können zu Konflikten mit den Nachbarn führen und haben oft einen relativ großen Pflegeaufwand. Kleinwüchsige Heckenpflanzen sind vielfach pflegeleichter. Allerdings sind sie als Sichtschutz meist nicht geeignet.
  • Bodenbeschaffenheit: Einige Heckenpflanzen stellen besondere Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. So können sehr schwere oder sandige Böden für Heckenpflanzen mitunter problematisch sein. Dies gilt ebenfalls für schlecht durchlässige Böden mit dichten Lehm- oder Ortsteinschichten. Meist ist es einfacher und kostengünstiger, magere, sandige Böden aufzubereiten, anstatt zu schwere Böden abzumagern.
  • Pflanzzeit: Für die meisten Heckenpflanzen ist der Herbst die beste Pflanzzeit. Alternativ können einige Heckenpflanzen ebenso im Frühjahr gepflanzt werden. Eine Heckenpflanzung im Sommer ist in der Regel nicht zu empfehlen. Lesen Sie hierzu, wie Sie eine Hecke richtig pflanzen!
  • Pflegeaufwand: Macht Ihnen Gartenarbeit Spaß und sind Sie körperlich fit? In diesem Fall kommen auch Heckenpflanzen für Sie infrage, die mehrmals im Jahr geschnitten werden müssen. Haben Sie wenig Interesse an Gartenarbeit oder wenig Zeit, könnte eine Hecke mit wenig Pflegeaufwand für Sie die bessere Wahl sein. Wichtige Informationen finden Sie im Ratgeber, wie Sie Ihre Hecke richtig schneiden.
  • Giftige Heckenpflanzen: Einige Heckenpflanzen oder deren Samen und Blüten können für Menschen und Tiere giftig sein. Dies gilt zum Beispiel für Eiben. Informieren Sie sich vor dem Kauf von Heckenpflanzen daher über eine mögliche Giftigkeit der Pflanzen. Dies ist besonders wichtig, wenn im Garten kleine Kinder spielen oder wenn Sie Tiere in der Nähe der Hecke halten wollen.
  • Platzverhältnisse und gesetzliche Bestimmungen: Die gesetzlichen Bestimmungen zur zulässigen Heckenhöhe sind in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Vielmehr werden entsprechende Vorschriften von Ländern bzw. Kommunen teilweise sehr unterschiedlich ausgestaltet. In der Theorie darf eine Hecke zum Beispiel in einigen Kommunen eine Maximalhöhe von 2 Metern bei einem Grenzabstand von 50 cm nicht übersteigen. Natürlich spricht meist nichts dagegen, wenn Sie sich mit Ihrem Nachbarn auf eine höhere gemeinsame Grenzhecke einigen. In einigen Kommunen besteht für Grundstücke eine sogenannte Einfriedungspflicht. Meist muss der Grundstücksbesitzer dazu seine rechte Grundstücksseite (von der Straße aus gesehen) einfrieden. Ob eine Hecke in Ihrer Kommune oder Stadt als ausreichende Einfriedung gilt, können Sie bei der örtlichen Kommunalverwaltung erfragen. Diese erteilt auch Auskünfte ober sonstige gesetzliche Bestimmungen. In Schrebergartenkolonien gelten mitunter gesonderte Bestimmungen für Hecken.

Verschiedene Arten von Hecken und ihre Vor- und Nachteile

Hecken bzw. Heckenpflanzen lasse sich grob in die nachfolgenden Arten einteilen:

Immergrüne Heckenpflanzen

Thuja
  • Lebensbaum (Thuja): Zu den beliebtesten immergrünen Heckenpflanzen zählt zum Beispiel der Lebensbaum, vielfach auch Thuja genannt. Eine Lebensbaumhecke eignet sich wegen des dichten und schnellen Wuchses sehr gut als Sichtschutz. Lebensbaumpflanzen wachsen ca. 20 bis 30 cm pro Jahr und stellen keine besonderen Anforderungen an den Boden. Lebensbäume dürften nicht zu stark zurückgeschnitten werden, da diese sonst verkahlen können. Dichte Lebensbaumhecken bieten Vögeln Versteck- und Nistmöglichkeiten.
  • Liguster: Liguster kann ebenfalls zu den immergrünen Hecken gezählt werden, da Ligusterpflanzen ihre Blätter erst zum Winterende abwerfen und sofort neue Blätter austreiben. Allerdings sind Ligusterhecken nicht so blickdicht wie Lebensbaumhecken. Bei sehr strengem Frost kann Liguster die Blätter jedoch auch im Winter verlieren. Von Liguster gibt es mehrere Unterarten. So können Sie zum Beispiel zwischen Pflanzen mit einheitlich dunkelgrünen Blättern und Pflanzen mit einer grün-gelben Blattmaserung wählen. Liguster ist robust, langlebig und stellt keine besonderen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Die Pflanze gedeiht auch gut im Halbschatten. Zudem lässt sich Liguster einfach schneiden und ältere Ligusterhecken profitieren sogar oft von einem sehr tiefen Rückschnitt. Weiterhin locken Ligusterblüten zahlreiche Insekten wie Bienen an. Für den Rückschnitt von älteren Ligusterhecken benötigen Sie wegen der recht dicken Triebe eine sehr kräftige Heckenschere. Einen Ratgeber zu Heckenscheren finden Sie hier!
  • Berberitze: Eine etwas weniger bekannte Pflanze für immergrüne Hecken ist die Berberitze. Von der Berberitze sind bisher über 400 Arten bekannt, welche teilweise auch ihr Laub im Winter abwerfen. Zu den immergrünen Berberitzenarten zählen dagegen zum Beispiel Telstar und Kugelberberitze. Berberitzen haben zahlreiche kleine Dornen. Dies kann beim Heckenschnitt von Nachteil sein. Tragen Sie beim Schneiden einer Berberitzenhecke daher am besten spezielle schnittfeste Rosenhandschuhe, welche außerdem die Unterarme schützen. Die Dornen der Berberitze können aber auch ein echter Vorteil sein. So halten die Hecken zum Beispiel ungeliebte Haustiere des Nachbarn aus dem eigenen Garten fern. Teilweise werden dichte Berberitzenhecken sogar als Einbruchschutz empfohlen. Auch optisch haben viele Berberitzenarten durch ihre schönen Blüten etwas zu bieten. Berberitzen sind robust und winterhart. An die Bodenbeschaffenheit werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Allerdings mögen die Pflanzen keine Staunässe.
  • Weitere immergrüne Heckenpflanzen: Buchsbaum, Kirschlorbeer, Stechpalme, Mahonie

Laubabwerfende Heckenpflanzen

Laubabwerfende Hecke
  • Feldahorn: Feldahorn bildet dicht wachsende Hecken mit sehr schönen Blättern. Die Pflanze wirft im Winter ihr Laub komplett ab, sodass die Hecke dann keinen Sichtschutz mehr bietet. In den Monaten Mai bis Juni können Sie sich an den grünlich, gelben Blüten des Feldahorns erfreuen. Feldahorn gedeiht an sonnigen und halbschattigen Standorten und wächst oft über 30 cm pro Jahr. Die Heckenpflanze lässt sich unproblematisch beschneiden. Zudem ist Feldahorn winterhart. An die Bodenbeschaffenheit stellt Feldahorn keine besonderen Ansprüche. Allerdings sind trockene Sandböden oder sehr nasse Böden für Feldahorn nicht geeignet.
  • Gewöhnliche Hainbuche: Hainbuchenhecken werden wegen ihres dichten und schnellen Wuchses geschätzt, welcher pro Jahr bis zu 40 cm betragen kann. Die gewöhnliche Hainbuche hat sehr schönes, an den Rändern gezacktes Laub, das im Herbst oft nur teilweise abgeworfen wird. Einige Pflanzen behalten ihr ansprechend verfärbtes Laub bis in das Frühjahr hinein, sodass die Hecken auch im Winter noch etwas Sichtschutz bieten. Werden Hainbuchenpflanzen nicht geschnitten, können Sie zu stattlichen Bäumen mit einer Höhe von über 20 Metern heranwachsen. Hainbuchen sind robust und eignen sich für sonnige bis halbschattige Standorte, welche über einen humusreichen Boden verfügen sollten. Um ihre Form zu behalten, müssen Hainbuchenhecken teilweise bis zu zweimal im Jahr geschnitten werden.
  • Blutbuche: Einen schönen Farbkontrast zum übrigen Grün im Garten können Sie mit einer Hecke aus Blutbuchen setzen. Wie der Name vermuten lässt, hat die Blutbuche ein rötliches Laub, welches die Pflanze meist erst im Frühjahr komplett abstößt. Die Herbstfärbung des Blutbuchenlaubes ist sehr ansprechend, was die Hecke auch in der kalten Jahreszeit zu einem optischen Highlight im Garten macht. Blutbuchenhecken wachsen bis zu 50 cm im Jahr und benötigen daher einen regelmäßigen Schnitt. Blutbuchen gedeihen an sonnigen und halbschattigen Standorten. Schwere Lehmböden oder Böden mit Staunässe behagen der Pflanze nicht.
  • Weitere laubabwerfende Heckenpflanzen: Rotbuche, Silber Beere, rote Zwergberberitze, Deutzien

Blühende Hecken

Bluehende Hecke
  • Forsythie: Die meisten Gartenfreunde kennen die Forsythie wahrscheinlich als früh blühenden Strauch, dessen schöne gelbe Blüten oft erste Vorboten des Frühlings sind. Forsythien eignen sich aber auch zum Anlegen einer Blütenhecke. Von Forsythien werden im Handel verschiedene Sorten angeboten. Mit ihrem relativ dichten Wuchs ist zum Beispiel die Sorte „Weekend“ für Hecken gut geeignet. Wer besonderen Wert auf schöne Blüten legt, kann zu der Sorte „Spring Glory“ greifen. Forsythien benötigen sonnige Standorte und reagieren empfindlich auf Trockenheit. Zudem bevorzugen die Pflanzen nährstoffreiche Böden. Düngen Sie Ihre Forsythienhecke daher regelmäßig und achten Sie während längerer Trockenperioden auf eine ausreichende Bewässerung.
  • Prachtspiere: Mit ihren prachtvollen weißen Blüten macht die Prachtspiere ihrem Namen alle Ehre. Die Blütezeit der Pflanze ist der späte Mai. Im Gegensatz zu vielen anderen blühenden Heckenpflanzen gedeiht die Prachtspiere ebenso an schattigen Standorten. Auch an die Bodenbeschaffenheit stellt die Pflanze keine besonderen Ansprüche. Prachtspieren zeigen einen starken Wuchs und lassen sich problemlos schneiden.
  • Glanzmispel: Neben sehr reizvollen weißlichen Blüten im April bietet die Glanzmispel mit ihren rötlich gefärbten jungen Blättern ebenfalls ein optisches Highlight im Garten. Diese bilden einen schönen Kontrast zu den grün gefärbten älteren Blättern. Glanzmispelpflanzen werden häufig in der Sorte „Red Robin“ angeboten. Die Sorte wächst bis zu 30 cm pro Jahr und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. Der Boden sollte nährstoffreich und locker bis sandig sein.
  • Weitere blühende Heckenpflanzen: Weigelie, Kirschlorbeer, Kupfer-Felsenbirne, Perückenstrauch

Niedrig wachsende Hecken

  • Buchsbaum: Der Buchsbaum ist der Klassiker unter den niedrig wachsenden Hecken. Buchsbaum wird häufig für natürliche Einfassungen von Beeten oder Grabstellen verwendet. Buchsbaum wächst oft nur wenige Zentimeter pro Jahr und lässt sich mit etwas Geschick in verschiedenste Formen schneiden. Buchsbaumpflanzen gedeihen an sonnigen bis schattigen Standorten und benötigen einen humusreichen Boden. Buchsbaum wächst sogar auf relativ kalkhaltigen Böden. Auf zu starke Trockenheit reagiert die Pflanze mit gelb verfärbten Blättern.
  • Rote Sommerspiere: Die rote Sommerspiere erreicht nur eine Wuchshöhe von ca. 50 bis 80 cm und eignet sich daher sehr gut für relativ pflegeleichte niedrige Hecken. Mit ihren auffallend rötlichen Blüten setzt die Heckenpflanze zudem im Hochsommer einen schönen Farbakzent im Garten. Rote Sommerspieren sind winterhart und bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte. An die Bodenbeschaffenheit werden keine besonderen Ansprüche gestellt.
  • Weitere niedrige wachsende Heckenpflanzen: Heckenkirsche, Fünffingerstrauch, Großblumiges Johanniskraut, Kupfer-Felsenbirne
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