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Baum pflanzen – die Tipps der erfahrenen Gartenprofis

Viele Gartenbesitzer träumen davon, Obst im eigenen Garten anzubauen. Das richtige Setzen der Obstbäume ist aber gar nicht so einfach, selbst versierte Gartenbesitzer sind mit dieser Aufgabe nicht selten überfordert. Im Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihren Baum einpflanzen und was es dabei zu beachten gilt.

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Baum pflanzen Schritt für Schritt

Befolgen Sie die kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung, um innerhalb kürzester Zeit zu einem eigenen Obstbaum im Garten zu gelangen. In der folgenden Tabelle finden Sie wichtige Hinweise zu den verschiedenen Obstbaumarten, zu deren korrekter Pflanzzeit und Pflege.

Baumart Apfelbaum Kirschbaum Birnbaum Pflaumenbaum
Boden feucht, wasserdurchlässig mäßig feucht nicht zu kalkhaltig, nicht zu feucht humusreich, kalkhaltig, feucht
Standort sonnig bis Halbschatten sonnig, Südlage sonnig, windgeschützt sonnig, nach Süden ausrichten
Pflanzzeit Herbst Herbst Herbst, Frühjahr oder Sommer Spätherbst
Pflege bei Sandboden ausreichend gießen jedes Jahr nach der Ernte schneiden organischen Dünger in den Boden einarbeiten reichlich gießen am Abend


Schritt 1: richtigen Standort finden

Mit der Auswahl des Standorts können Sie bereits viel richtig und ebenso viel falsch machen. Achten Sie darauf, dass Ihr neuer Obstbaum möglichst viel Licht bekommt, um optimal wachsen zu können. Ein Platz im Schatten ist daher keine gute Wahl. Wählen Sie zum Beispiel einen Platz mit Ausrichtung nach Süden aus. Der Wind sollte am gewünschten Standort nicht zu stark wehen, die Obstbäume mögen es geschützt. Da die Baumkrone der Obstbäume nicht selten Durchmesser von bis zu zehn Metern erreicht, gilt es, ausreichend Platz einzuplanen. Zu dicht am Haus sollten Sie Ihren Obstbaum nicht pflanzen.

Schritt 2: Boden vorbereiten

Für das optimale Gedeihen der Obstbäume ist die Beschaffenheit des Bodens von entscheidender Bedeutung. Nur ein an Nährstoffen reicher Boden bietet günstige Bedingungen für das Wachstum. Achten Sie darauf, dass der Boden nicht zu locker sein sollte, damit die Wurzeln einen guten Halt finden. Ist der Boden hingegen zu hart, ergeben sich Schwierigkeiten beim Anpflanzen: Die Wurzeln dringen in den harten Boden kaum ein. Ist der Boden zu fest, sollten Sie ihn daher auflockern, bevor Sie den Baum einpflanzen. Greifen Sie für diese Arbeit am besten zu einer Gartenhacke.

Schritt 3: Grube ausheben

Heben Sie jetzt eine Grube mit einer Tiefe von etwa 70 Zentimetern bis zu einem Meter aus. Merken Sie sich als Faustregel, dass das Volumen der Grube doppelt so groß sein sollte wie das Volumen des Wurzelwerks. So stellen Sie sicher, dass der Baum genug Platz hat und gleichzeitig fest in der Erde verankert werden kann. Mit einem Spaten können Sie die Grube schnell ausheben.

Schritt 4: Baum pflanzen

Nun können Sie Ihren neuen Baum einpflanzen. Stellen Sie den Wurzelballen in die Grube und schneiden Sie das Ballentuch mit einem Messer auf. Wenn Sie möchten, können Sie das Tuch einfach in der Grube lassen, der Stoff löst sich mit der Zeit auf und wird biologisch abgebaut. Wenn Sie möchten, können Sie das Tuch auch aus der Grube entfernen. Sollte der Wurzelballen zusätzlich mit Drähten befestigt sein, müssen Sie auch diese Drähte entfernen. Füllen Sie die Grube anschließend wieder mit Gartenerde auf. Hier gilt es, die Erde locker anzuhäufen, festdrücken sollten Sie die Erde nicht. Etwas anders sieht das Vorgehen aus, wenn Ihr neuer Obstbaum als Containerware geliefert wurde. Greifen Sie in diesem Fall zu einer stabilen Gartenschere, mit der Sie den Kübel aufschneiden können. Entwirren Sie das Wurzelwerk mit der Hand, bevor Sie den Baum in die Erde setzen. Danach gilt es wiederum, die Grube mit Gartenerde aufzufüllen.

Tipp:

Die Erde sollte grundsätzlich locker sein, jedoch sollten Sie die Erde um die Wurzelballen herum ein wenig andrücken. Sonst bilden sich nach dem Gießen um die Wurzeln schnell Hohlräume, in denen sich Wasser sammelt. Stauwasser ist eine der größten Gefahren für Ihre Pflanzen im Garten und sollte unbedingt vermieden werden. Ansonsten riskieren Sie, dass die Wurzeln faulen und der Baum abstirbt. Übertreiben Sie es aber nicht und drücken Sie die Erde nicht zu fest an.

Schritt 5: Stützpfahl einschlagen

Ein zu windiger Aufstellort bekommt Ihrem Obstbaum nicht gut. Doch was sollen Sie tun, wenn es überall im Garten windig ist? In diesem Fall sollten Sie einen stabilisierenden Stützpfahl einschlagen. Setzen Sie den Pfahl einfach direkt neben dem Baum ein und greifen Sie dann zu einem Stück Naturfaser, um den Stamm festzubinden. Das verschafft zusätzlichen Halt und sorgt dafür, dass Sie länger Freude an Ihrem Obstbaum haben. Selbst stärkere Windböen stellen dann keine so große Gefahr mehr für Ihren Baum dar. Als Belohnung erhalten Sie einen Baum, der gerade nach oben wächst.

Schritt 6: Obstbaum düngen und wässern

Viele Obstbaumsorten wie etwa der Apfelbaum oder der Kirschbaum sind hinsichtlich der Pflege genügsam. Bei Jungbäumen dürfen Sie das regelmäßige Gießen jedoch auf keinen Fall versäumen. Ein trockener Boden schadet in der ersten starken Wachstumsphase und sollte daher vermieden werden. Wasser aus der Regentonne eignet sich am besten für das Bewässern, der Kalkgehalt ist hier sehr niedrig. So tragen Sie zu einem konstanten Säuregehalt im Boden bei. Mineraldünger sollten Sie bei Jungbäumen noch nicht verwenden, um die Wurzeln nicht unnötig zu belasten. Diese sind jetzt noch sehr empfindlich. Das Düngen erfolgt dann später im Frühjahr. Greifen Sie hier zu natürlichem Dünger aus dem Komposter.