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Pflanzenkrankheiten erkennen und behandeln

Fleckige, gelbe oder aufgerollte Pflanzenblätter, absterbende Zweige, zerstörte Blüten oder eine geringe Ernte: Pflanzenkrankheiten sind der Feind jedes Gartenfreundes. Damit sich die Probleme nicht in Ihrem Garten ausbreiten, ist es wichtig, schnell und richtig zu handeln. Erfahren Sie hier, wie Sie die häufigsten Pflanzenkrankheiten im Garten sicher erkennen und richtig bekämpfen. Mit den Tipps und Tricks unserer Profis erhalten Sie die Gesundheit Ihrer Pflanzen und stärken die Widerstandskraft.

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Was verursacht Pflanzenkrankheiten?

Krankheiten setzen, ebenso wie Schädlinge, sowohl den Pflanzen im Garten als auch den Zimmerpflanzen zu. Ähnlich wie der Mensch müssen auch Pflanzen sich mit Bakterien, Viren und Pilzen auseinandersetzen und sie bekämpfen. Je nach Art der Erkrankung ist feuchtes oder trockenes Wetter ideal für die Verbreitung der Erreger. Einige haben sich auf bestimmte Arten und Gattungen spezialisiert. Das Wissen darum, welche Pflanzen welche Krankheiten bekommen, hilft Ihnen, Pflanzenkrankheiten in Ihrem Garten zu identifizieren und zu bekämpfen. Kontrollieren Sie regelmäßig die jungen Triebe und schauen Sie den Pflanzen auch unter das Blatt, um Verfärbungen, Schädlinge und ähnliche Anzeichen rechtzeitig zu registrieren. Je früher Sie eine Erkrankung der Pflanze bemerken, desto einfacher ist die Behandlung, und die Ausbreitung lässt sich effektiv bekämpfen.

Was fehlt den Pflanzen? – Krankheiten vs. falsche Bedingungen

Wenn Sie beunruhigende Veränderungen an Ihrer Pflanze erkennen, müssen nicht immer Krankheiten die Ursache sein. Deshalb ist es empfehlenswert, genau zu prüfen, wie es um die Pflanze bestellt ist. Gerade bei unklaren Symptomen sind oft nicht Krankheiten der Auslöser, vielmehr sind der Standort und die Bedingungen ein Problem. Gehen Sie deshalb schrittweise vor. Die folgende Übersicht zeigt die häufigsten Auslöser für vermeintliche Pflanzenkrankheiten:

  • Ein zu sonniger, zu trockener, zu dunkler oder zu windiger Standort führt zu einem gestörten Wachstum. Die Pflanzen erscheinen krank und entwickeln sich nicht richtig. Das gilt auch für Zimmerpflanzen.
  • Gelbe Pflanzenblätter, die vertrocknen, sowie absterbende Zweige sind ein Hinweis auf Wurzelfäule. Hier handelt es sich in der Regel um die Folgen von Staunässe. Ein zu lehmiger und undurchlässiger Boden oder zu viel Gießen sind hier die Ursache.
  • Aufgerollte Pflanzenblätter weisen durchaus auf Krankheiten oder Schädlinge hin. Es kann aber auch an zu viel Sonneneinstrahlung und gestauter Wärme liegen. Ein Beet in praller Sonne oder Zimmerpflanzen im Südfenster zeigen oft diese Symptome, obwohl die Pflanzen gesund sind.
  • Der spontane Abwurf von Blättern ist bei einigen Pflanzen kein Zeichen für eine Erkrankung – ihnen ist der Boden schlichtweg zu trocken. Regelmäßiges Gießen schafft Abhilfe.
  • Blütenfäule ist bei Tomaten ein häufiges Problem, wenn die Wasserversorgung unregelmäßig erfolgt. Laubfäule tritt dagegen auf, wenn die Pflanzen durch viel Regen oder beim Gießen ständig nasse Blätter haben. Ein Treibhaus schützt vor zu viel Regen.
  • Manche Pflanze, die im Frühling krank wirkt, ist am Frost zugrunde gegangen. Anstelle von Pflanzenschutzmitteln ist der richtige Schutz vor Frost im Herbst und Winter die passende Maßnahme.
  • Zeigen Ihre Äpfel ein stark wässeriges Fruchtfleisch, muss keine Pflanzenkrankheit dahinter stecken. Ein heißer Sommer mit anhaltend sehr hohen Temperaturen ist oft der Grund.
  • Bleiben Pflanzen klein im Wuchs und bilden gesunde, aber zu kleine Früchte aus, dann fehlen im Boden oft wichtige Nährstoffe. Mit Dünger oder Kompost beheben Sie das Problem.
  • Wachsen die Pflanzen nicht wunschgemäß, kann es sich um konkurrierende Arten handeln, die sich im Beet oder im Blumenkasten gegenseitig die Nährstoffe entziehen.

Die wichtigsten Pflanzenkrankheiten im Überblick

Während manche Infektionen mit Bakterien und Pilzen sich eher unspezifisch zeigen, erkennen Sie andere Krankheiten sofort. Neben den typischen Flecken an Blüten oder Blättern gibt auch die Art der Pflanze einen wichtigen Hinweis auf die Ursache.

Echter Mehltau

Echter Mehltau

Der Echte Mehltau ist ein Pilz, der sehr viele Pflanzenarten befällt. Er ist nicht wählerisch. Rosen oder Rhododendron werden ebenso befallen wie Rittersporn, Feldsalat oder Klee. Sie erkennen den Echten Mehltau an einem weißlichen, an Mehl erinnernden Belag auf der Oberfläche der Pflanzenblätter, der sich einfach abwischen lässt. Der Echte Mehltau ist ein Pilz, der gerne in Perioden mit warmem und trockenem Wetter auftritt. Er befällt die Pflanzen genau dann, wenn Sie aufgrund der Witterung nicht mit einem Pilzbefall rechnen.

  • Mit zunehmender Dauer des Befalls wird der weiße Belag bräunlich bis gräulich. Die betroffenen Pflanzenblätter trocknen von außen her ein. Echter Mehltau befällt nicht nur die Blätter, auch die Stiele werden vom Pilz angegriffen.
  • Mit unbehandelter Frischmilch können Sie Ihre Pflanzen vor Mehltau schützen. Verdünnen Sie die Rohmilch im Verhältnis 1:8 mit Wasser und sprühen Sie die Pflanzen wöchentlich mit der Mischung ein. Die in der Milch enthaltenen Bakterien vermehren sich auf den Blattoberflächen und bekämpfen einen Befall.
  • Entdecken Sie Mehltau an Ihren Pflanzen, schneiden Sie die befallenen Bereiche frühzeitig aus. Bei Stauden können Sie im Herbst die Pflanzen einfach komplett bis kurz über den Boden zurückschneiden. So übersehen Sie mit Gewissheit keine Flecken. Die Stauden treiben im Frühjahr wieder gesund aus.
  • Pflanzenblätter, Blüten und Zweige, die mit Mehltau befallen sind, können Sie einfach kompostieren. Die Pilze benötigen lebende Pflanzenteile, im Komposter sterben Sie ab.
  • Müssen Sie zu Pflanzenschutzmitteln greifen, sind Produkte auf der Basis von Netzschwefel oder Kupfer besonders empfehlenswert. Sie sind hochwirksam gegen Mehltau und sogar im Bio-Landbau erlaubt.

Falscher Mehltau

Beim Falschen Mehltau handelt es sich ebenfalls um eine Infektion durch Pilze. Falschen Mehltau erkennen Sie am grauen Pilzrasen auf den Unterseiten der Pflanzenblätter. Auf der Oberseite sehen Sie maximal leicht gelbliche Flecken. Dieser Pilz mag es eher feucht und kühl. Falscher Mehltau bildet Sporen, die im Laub überwintern. Bei ausreichend Nässe schwimmen die Sporen auf den Pflanzen und dringen durch die Spaltöffnungen von Blättern ein. Wenn der radikale Schnitt mit der Gartenschere nicht möglich ist, helfen die Pflanzenschutzmittel, die Sie auch gegen Echten Mehltau einsetzen können.

Feuerbrand

Feuerbrand ist eine Pflanzenkrankheit, die Obstbäume befällt. Diese Pflanzenkrankheit ist nicht behandelbar und meldepflichtig. Feuerbrand wird von Bakterien ausgelöst. Die Blätter, Blüten und Früchte trocknen vom Ast ausgehend ein. Die befallenen Bereiche werden braun bis schwarz und knicken aufgrund der Trockenheit hakenförmig nach unten. Der Baum sieht bei starkem Befall wie verbrannt aus. Junge Kernobstgewächse gehen bei einem Befall mit Feuerbrand innerhalb weniger Wochen ein. Für Menschen ist der Feuerbrand ungefährlich. Da er sich seuchenartig ausbreitet und komplette Bestände in ganzen Regionen vernichten kann, müssen betroffene Pflanzenteile komplett mit ausreichend großer Sicherheitszugabe freigeschnitten werden. In vielen Fällen kommt das einer Rodung gleich.

Baumkrebs

Beim Baumkrebs handelt es sich wie beim Mehltau um eine Infektion durch Pilze. An verletzten Ästen und Schnittstellen dringen die Pilze in das Gewebe der Bäume ein und vermehren sich dort. Befallene Pflanzen zeigen rissige, geschwulstartige Verdickungen an den Ästen. Beim Apfel führt eine Infektion durch Baumkrebs auch zu faulenden Früchten. Baumkrebs können Sie nur durch die Entfernung der befallenen Stellen behandeln. Dabei müssen die befallenen Zweige und Äste bis tief ins gesunde Holz entfernt werden. Die Krankheit lässt sich durch einige Maßnahmen verhindern: Setzen Sie Stickstoffdünger nur sparsam ein. Desinfizieren beim Baumschnitt die Schnittstellen und verschließen Sie diese nach der Desinfektion mit Wundbalsam. So kann der Pilz nicht ins Holz vordringen. Behandeln Sie Wunden, die nach einem Unwetter entstanden sind, vorsorglich ebenso.

Schwarzfleckenkrankheit

Schwarzfleckenkrankheit

Die Schwarzfleckenkrankheit ist auch unter der Bezeichnung Sternrußtau bekannt. Diese Krankheit befällt nicht alle Pflanzen, Sie finden sie besonders an Rosen und Lorbeer. Sie identifizieren die Krankheit an typischen schwarzen bis bräunlichen Flecken auf den Blättern, die sich sternförmig ausbreiten. Das befallene Blatt vergilbt und fällt schließlich ab. Auslöser für die Schwarzfleckenkrankheit ist ein Pilz. Neben dem Ausschneiden der befallenen Bereiche kommen hier auch Pflanzenschutzmittel infrage. Zur Vorbeugung ist es sinnvoll, die Pflanzenblätter trocken zu halten. Gießen Sie von unten und achten Sie auf ausreichend große Pflanzabstände, um eine ausreichende Durchlüftung zu gewährleisten.

Grauschimmel

Grauschimmel ist auch unter den Bezeichnungen Graufäule oder Grauschimmelfäule bekannt. Der Pilz überzieht Triebe, Blätter und Früchte mit einem grauen Belag und ist daher leicht erkennbar. Bisher ist der Befall durch Grauschimmel bei weit über 200 Pflanzenarten bekannt. Insbesondere Obst und Gemüse werden oft von der Krankheit befallen. Die betroffenen Triebe, Blätter und Früchte faulen und sterben schließlich ab. Der Pilz mag es gerne feucht und befällt oft Pflanzen, die zu viel Dünger erhalten. Zur Vorbeugung halten Sie den Boden durch mäßiges Gießen nicht zu feucht. Wässern Sie die Pflanzen von unten und schützen Sie Erdbeeren und ähnliche Obst- und Gemüsesorten durch eine Schicht Stroh oder Mulch vor Bodenkontakt und Nässe. Bei einem leichten Befall greifen Sie zur Schere, ist der Befall weiträumig vorhanden, helfen Pflanzenschutzmittel gegen die Pilze.

Krautfäule

Die Kraut- oder Braunfäule befällt Tomaten und Kartoffeln. Typische Anzeichen sind braune bis schwarze Flecken an Trieben, Blättern und Früchten, die tief in die Pflanze hinein reichen. Die Früchte verfaulen. Die Blätter zeigen auf der Unterseite einen Rasen aus Schimmel und trocknen am Ende ein. Auslöser der Krankheit ist ein Pilz, der sich beim Gießen und bei Regen verteilt und im Boden überwintern kann. Bauen Sie aufgrund der Infektionsgefahr Kartoffeln und Tomaten in getrennten Beeten an. Schützen Sie die Tomaten mit Folie vor Regen und gießen Sie die Pflanzen von unten. Zur Vorbeugung können Sie Kartoffeln und Tomaten mit Gießbrühe aus Brennnesseln oder Schachtelhalm behandeln. Schneiden Sie befallene Blätter, Triebe und Früchte konsequent aus. Müssen Sie zu Pflanzenschutzmitteln greifen, da der Befall überhandnimmt, wirken Mittel auf der Basis von Kupfer gut gegen die Krankheit.

Birnengitterrost

Diese Krankheit wird von einem Pilz ausgelöst und befällt, wie der Name andeutet, Birnen. Die Blätter der befallenen Bäume zeigen auffällige gelb-orangefarbene Flecken auf der Oberseite. An der Unterseite finden Sie markante Pusteln. Birnen werden zwar vom Birnengitterrost befallen, das Reservoir für die Pilze bildet aber der Wacholder. Letzterer wird durch die Pilze kaum geschädigt. Im Frühling fliegen die Sporen allerdings bis zu 500 Meter weit und infizieren die Birnen. Um den Birnengitterrost zu bekämpfen, schneiden Sie die befallenen Stellen großzügig aus. Bei Birnen sind die befallenen Blätter gut sichtbar. Beim Wacholder sitzt der Pilz in knotig verdickten Stellen in Ästen und als Sporenlager in den Blättern. Verbeugend können Sie mit einer Jauche aus Ackerschachtelhalm sprühen. Bei starkem Befall bleibt nur der Griff zu Pflanzenschutzmitteln.

Pflanzenkrankheiten vorbeugen

Durch den richtigen Umgang und die passende Pflege können Sie viele Krankheiten bei Pflanzen vermeiden.

  • Reinigen und desinfizieren Sie das Gartenhandwerkzeug nach dem Gebrauch. Das gilt besonders für Schneidwerkzeug.
  • Blumentöpfe und Kübel reinigen Sie nach Gebrauch gründlich.
  • Entfernen Sie altes Laub und Fallobst regelmäßig.
  • Schneiden Sie befallen Triebe großzügig zurück, um eine Ausbreitung zu verhindern. Das gilt auch bei Schädlingen.
  • Grünabfall mit erkrankten Blättern, Blüten oder Trieben entsorgen Sie außer bei Echtem Mehltau im Restmüll. Im Kompost oder in der Biotonne verbreiten sich viele Pilze und Viren weiter.
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