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So wird Ihr Rasen durch gute Pflege zum Prunkstück

Als Ideal eines Rasens gilt ein dichtes, sattes Grün mit gleichmäßig geschnittener Oberfläche nach dem bekannten Vorbild des englischen Rasens. Dessen Geheimnis liegt in der regelmäßigen und gründlichen Pflege. Behutsame Hege und Pflege gilt aber selbstverständlich auch für andere Rasensorten – ob reiner Zierrasen oder die strapazierfähige Spielwiese. Bei der Pflege bietet das Leitbild des dichten englischen Rasens die optimale Orientierung. Das Motto lautet somit: Was für das Heranzüchten eines Premium-Rasens gut ist, hilft in jedem Fall auch bei der Pflege weniger anspruchsvoller Rasensorten.

Rasensorten im Überblick Rasenpflege: Grundregeln Geheimnisse der Rasenpflege Rasen reparieren Mittel gegen Unkraut Füße auf Rasen

Rasensorten und ihre Eigenschaften im Überblick

Überraschenderweise könnten viele Gartenbesitzer auf Anhieb gar nicht sagen, unter welche Rubrik ihre Rasenfläche fällt. Wer seinen Rasen nicht selbst angelegt, sondern ihn von einem Vorgänger übernommen oder bei einem Gärtner bestellt hat, hat nun Gelegenheit, etwas „Rasenkunde“ nachzuholen. Das ist außerdem hilfreich, wenn Sie sich derzeit in der Planungsphase befinden und erst noch einen Rasen anlegen wollen.

Zunächst ist die Unterscheidung nach Rasensorten keine botanische, sie hängt vielmehr hauptsächlich vom gewünschten Erscheinungsbild, der Nutzungsart und dem Untergrund ab. Für jede Rasensorte gibt es spezielle Saatgut-Mischungen, mit denen sich das jeweils gewünschte Ergebnis am besten erreichen lässt.

Welchen Rasen haben oder planen Sie?

Rasensorte

Pflegebedarf

Trittfestigkeit

Speziell geeignet für

Sportrasen

hoch

sehr hoch

Ballsportarten

Spiel- und Gebrauchsrasen

normal

hoch

Spielplatz, Hausgarten, Freizeit, Gartenparty

Zierrasen

hoch

gering

Repräsentation

Englischer Rasen

sehr hoch

hoch

Repräsentation

Schattenrasen

normal

mittel

schattige Zonen

Naturwiese (Blumenwiese)

gering

mittel

Haus- und Nutzgarten

Rollrasen

hoch

hoch

zeitsparende Verlegung

Trockenrasen (Magerrasen)

normal

niedrig

sandige, trockene Böden

Kunstrasen

gering

sehr hoch

Balkon, Terrasse, Spieluntergrund

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Ein Rasen gilt seiner Wortbedeutung nach dann als solcher, wenn er kultiviert, also gehegt und gepflegt wird. Schönheit liegt aber bekanntlich immer im Auge des Betrachters. Daher darf auch die Natur- und Blumenwiese, von manchen Naturfreunden auch als Bienenwiese bezeichnet, in der Liste auftauchen. Tatsächlich können Liebhaber dieser Variante aus einer Fülle an speziellen Saatmischungen wählen. Über die Auswahl des Saatguts lässt sich somit Einfluss darauf nehmen, welche Graspflanzen und Blumen auf der Wiese in Erscheinung treten dürfen.

Rollrasen

Einen Sonderfall stellt der Rollrasen dar. Sein unschlagbarer Vorteil besteht darin, dass die Heranzüchtung des feinen Grasteppichs bereits erfolgt ist. Rollrasen wird in Bahnen angeliefert und verlegt. Da es sich nicht um einen Kunstrasen handelt, unterliegt er, sobald er in Ihrem Garten verlegt ist, den gleichen Regeln für die Hege und Pflege wie der selbst gesäte Zierrasen.

Dass auch der Kunstrasen in einer Tabelle für Rasensorten auftaucht, hat durchaus seine Berechtigung. Mit einem natürlichen Rasen hat er außer der Farbe und der Optik zwar nicht viel gemein. Allerdings leistet er überall dort gute Dienste, wo ein echter Rasen partout nicht gedeihen will oder kann. Zudem lassen sich mit Kunstrasen sehr gut unansehnliche Stein- und Betonflächen in schicke Zonen für Sitzgruppen und Gartenmöbel verwandeln. Auch als strapazierfähiger Untergrund zum Spielen kann er eine Alternative sein, wenn ein echter Rasen wegen der Bodenbeschaffenheit nicht möglich ist. Zu beachten ist allerdings, dass Kunstrasen bei Sportlern nur bedingt beliebt ist. Wo Kunstrasen im Profisport zum Einsatz kommt, handelt es sich um sehr spezielle und zudem auch intensiv bewässerte Spezialanfertigungen, damit es bei Stürzen und „Rutschpartien“ nicht zu Hautabschürfungen und -verbrennungen kommt.

Grundregeln der Rasenpflege

Das Heranzüchten und Erhalten eines gepflegten Rasens umfasst acht unterschiedliche Maßnahmen. Doch was sollte wann und mit welcher Intensität geschehen? Dazu eine erste Vergleichsübersicht für den Pflegebedarf eines englischen Premium-Rasens gegenüber einem weniger pflegeintensiven Gebrauchsrasen:

Vertikutierer

Maßnahme

Premium-Rasen

Gebrauchsrasen

Mähen

2-mal wöchentlich

1-mal wöchentlich

Düngen

1- bis 3-mal pro Saison

1-mal bei Saisonbeginn

Vertikutieren

3-mal pro Saison

1-mal bei Saisonbeginn

Wässern

sehr häufig, in Hitzeperioden täglich

regelmäßig und bei Bedarf

Daneben fallen im Bedarfsfall weitere Maßnahmen an, die davon abhängig sind, in welchem Zustand sich der Rasen befindet:

  • Maßnahmen gegen Unkrautbefall oder Rasenkrankheiten
  • Zugabe von Rasenkalk bei übersäuertem Boden
  • Reparieren und Nachsäen bei beschädigten oder kahlen Stellen („Rasenglatzen“)
  • Nachschneiden von Rasenkanten

Die Kunst der Rasenpflege besteht darin, alles zum richtigen Zeitpunkt zu unternehmen – und manches auch einfach mal geschehen zu lassen. Dabei helfen einige Grundkenntnisse über das „Warum“ jeder einzelnen Maßnahme. So verfügen Sie bald über das Augenmaß, jeweils souverän die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn auch bei einem Rasen gilt für den Rasenkalender des Profi- oder Hobbygärtners, dass er sich in den Rhythmus der Natur einfügen muss.

Tipp:

Je vollständiger das Gerätehaus alles griffbereit zur Verfügung hält, desto mehr Spaß macht es auch, sich allmählich zum Rasenexperten weiter zu entwickeln.

Checkliste: Geräte, Werkzeuge und Hilfsmittel für die Rasenpflege

  • Rasenmäher
  • Bewässerungsanlage
  • Vertikutierer
  • Rechen oder Laubbesen
  • Unkrautstecher
  • Gartenspaten
  • Gartenkelle
  • Rasenkantenstecher und Grasschere
  • Rasenwalze
  • Saatgut zum Nachsäen
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Geheimnisse der erfolgreichen Rasenpflege

Richtig mähen, vertikutieren, düngen und bewässern – mit diesen 10 Tipps halten Sie Ihren Rasen fit und erfreuen sich an sattem, dichtem Grün.

Rasenmäher

Tipp 1: Regelmäßiges Mähen

Warum regelmäßiges Rasenmähen so wichtig ist, hat einen biologischen Grund: Indem die oberen Spitzen der Grashalme regelmäßig abgetrennt werden, wachsen die Grashalme stärker in die Breite als in die Höhe. Erst durch die Natur der Pflanze, ihre fotosynthetische Fähigkeit, sich „notfalls“ durch Änderung ihres Wachstums zu erhalten, entsteht der gewünschte Effekt eines besonders dichten Rasens. In der Regel gilt ab dem Frühjahr, wenn die Gartensaison begonnen hat, dass der Rasenmäher einmal wöchentlich zum Einsatz kommt. Natürlich hängt es aber von der Wetterlage ab, wie stark die Grashalme nachgewachsen sind. Somit ist der wöchentliche Rhythmus eine Orientierungshilfe, aber nicht unbedingt als sklavisches Gebot zu verstehen.

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Tipp 2: Die richtige Schnitthöhe wählen

Rasenhöhe festlegen

Die Schnitthöhe ist entscheidend für das Heranzüchten eines gesunden und dichten Rasens. Damit sich die Wurzeln besser im Erdreich verfestigen, müssen die Grashalme stets über eine Mindesthöhe von 3 cm verfügen, um sich über die Fotosynthese ausreichend ernähren zu können. Je nach Saat können auch 4 cm optimal sein. Bei Spielrasen gelten 4 bis 6 cm als ideal, so kann das Gras stets feste und tiefe Wurzeln für die Nahrungsaufnahme ausbilden und damit strapazierfähiger werden.

Außerdem gilt: Niemals mehr als ein Drittel der aktuellen Grashöhe wegkürzen. Wenn Sie also einen „Termin“ in Ihrem Rasenmäh-Kalender versäumt haben, gilt die 3-cm-Regel nicht mehr. Dann sollten, zum Beispiel, bei 9 cm Grashöhe 6 cm stehen bleiben. Mähen Sie dann lieber etwas häufiger gemäß der 30-Prozent-Regel nach, damit sich der Grashalm behutsam daran gewöhnt, dass er ab jetzt wieder mit einem kürzeren Halm auskommen und verstärkt in die Breite wachsen muss.

Tipp:

Pflanzen verhalten sich extrem wirtschaftlich, was ihren Selbsterhaltungstrieb betrifft. Je nach Situation und Umgebung richten sie sich so aus, dass sie optimal bei Kräften bleiben. Wenn mehr Höhe hilft, wachsen sie hoch. Wenn mehr Wurzeln helfen, schlagen sie tiefere Wurzeln. Ein plötzlicher „Kahlschlag“ treibt den Grashalm also in eine vorübergehende Irritation, die er dann gerne mit gelben Stellen quittiert, weil er die fehlende Höhe im Sinne seiner „Work-Life-Balance“ nicht so schnell ausgleichen kann.

Tipp 3: Scharfe Messer

Stumpfe Messer schneiden nicht, sondern reißen, zerren und rupfen höchstens. Ab wann die Messer eines Rasenmähers nachgeschärft werden müssen, erkennen Sie an den Schnittkanten der Grashalme. Erscheinen sie stumpf und ausgefranst, ist das Nachschleifen der Messer anzuraten. Auch hier gibt es neben dem rein optischen Aspekt einen handfesten biologischen Hintergrund.

Die Blatthalme des Rasens werden bei stumpfen Klingen mehr abgeschlagen als mit einem „Cut“ sauber abgetrennt. Dadurch weitet sich die Verletzungsfläche des Grasblattes aus und reagiert mit Anfälligkeit für schnelleres Auswelken. Dann sieht der Rasen nicht mehr gesund aus, sondern zeigt sich mit gelben und zum Teil abgestorbenen Halmen durchsetzt.

Tipp:

Zum Nachschleifen oder Ersetzen der Klingen bei einem Fachmann empfiehlt sich die Zeit direkt nach der Gartensaison, wenn Sie den Mäher vorerst nicht mehr benötigen. Sobald die erste Mäh-Phase der neuen Gartensaison ansteht, haben Sie ihn gleich funktionstüchtig parat. Bei häufigem Mähen empfiehlt sich ein zusätzliches Nachschärfen auch während der Saison.

Tipp 4: Nicht bei Nässe mähen

Nasser Rasen

Bei Nässe senken die Grashalme ihre Köpfe ab, weshalb ein gleichförmiger Schnitt kaum möglich ist. Stattdessen besteht die Gefahr, dass Sie beim Mähen die Grasblätter eher verletzten, statt sie sauber abzutrennen. Was noch viel schwerer wiegt und gegen das Rasenmähen bei Nässe spricht: Viele abgetrennte – und abgerissene – Halme landen nicht im Auffangbehälter des Rasenmähers, sondern verkleben sich an den stehenden Halmen und begünstigen dadurch den unerwünschten Rasenfilz.

Tipp 5: Beim Mähen gerade, gleichmäßige Bahnen ziehen

Ein gewisses Maß an Akkuratesse ist Trumpf, wenn Sie Ihren Zierrasen optimal zur Geltung bringen wollen. Die Streifenmuster eines Profi-Fußballrasens stammen nicht von unterschiedlichen Grasarten und haben auch nichts mit den Rollrasen-Bahnen zu tun, die in den großen Arenen zum Einsatz kommen. Der Effekt entsteht durch spezielle Rasenmäher, bei denen in der Mährichtung unmittelbar nach dem Sensen der Spitzen noch zusätzlich eine Walze über die Halme rollt. Danach kommt die Lichtbrechung aus unterschiedlichen Betrachter-Perspektiven ins Spiel. Zuschauer auf der gegenüberliegenden Tribüne sehen das Hell-Dunkel-Streifenmuster also exakt entgegengesetzt.

Mähreste harken

Tipp 6: Mähreste entfernen, um Rasenfilz zu vermeiden

Moderne Rasenmäher schaufeln das Schnittgut in den Auffangbehälter oder verfügen sogar über eine Absaugvorrichtung. Denn Mähreste auf dem Rasen sollten nicht einfach sich selbst überlassen bleiben. Zwar verdaut die Natur stets eigenständig ihre natürlichen Abfälle. Allerdings mischen dann schnell auch natürliche Erzfeinde des Rasens mit, zum Beispiel der berüchtigte Rasenfilz. Langfristig bildet sich selbst auf gut gepflegten Rasenflächen, direkt über der Grasnarbe, diese Schicht, in der sich allerlei abgestorbenes Wurzelwerk, erschöpfte Grashalme und andere Ergebnisse botanischer Prozesse ansammeln. Zudem ernähren sich auch die Erreger von Rasenkrankheiten gerne von diesem Geflecht. Noch schlimmer ist, dass ausgeprägter Rasenfilz gleichsam wie ein Bollwerk gegen Wasser wirkt! Durch dichten Rasenfilz kann das Wasser irgendwann nicht einmal mehr bis zur Grasnarbe durchsickern und die Wurzeln mit Feuchtigkeit versorgen.

Tipp:

Was ist eine eigentlich eine Grasnarbe? Es handelt sich um die oberste Decke im Erdreich, in der Graspflanzen und Kräuter ihre Wurzeln bilden und miteinander zu einem gemeinsamen Lebensraum verwachsen. Praktisch ist die Grasnarbe das, was bei einem Rollrasen als Schicht unter dem fertigen Grün mitgeliefert wird.

Tipp 7: Ein Rasenmäher, mit dem Sie gerne arbeiten

Der Rasenmäher ist das Herzstück der Rasenpflege. Sie müssen ihn ziemlich häufig zur Hand nehmen. Daher lohnt es sich, die Auswahl sorgfältig zu treffen, um sich mit dem Gerät jederzeit wohlzufühlen. Einen Riesenspaß bereiten die Mähroboter. Deren Technologie ist mittlerweile so ausgereift, dass sie als vollwertige Teilzeitkraft der Gartenpflege eine echte Entlastung darstellen.

Besitzer von Naturwiesen müssen eines schönen Tages vielleicht doch dafür sorgen, dass ihnen die wilde Pracht nicht über den Kopf ihrer Kinder oder den Rücken von Hund oder Katze wächst. Dann sorgen Balkenmäher wieder für freie Sicht im Gelände.

Natürlich funktioniert es weiterhin auch ohne Strom, Benzin oder Mikrochip. Spindelmäher, mit reiner Muskelkraft betrieben, sind bei kleinen Flächen immer noch erste Wahl – und bei fitnessbewussten Hobbygärtnern durchaus als „Rasensport“ willkommen.

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Tipp 8: Vertikutieren als Hilfe zur Selbsthilfe für den gesunden Rasen

Rasen wird vertikutiert

Was sehr fachlich und wie eine schwierige Spezialaufgabe klingt, ist tatsächlich ganz einfach: Der Grund und Boden Ihrer Rasenkultur muss ab und zu aufgelockert werden, am besten rechtzeitig zu Beginn der Gartensaison. Mit einem Vertikutierer ritzen Sie gewissermaßen die Grasnarben an und verschaffen dem Biotop des Erdreichs einen besseren Zugang zu Rasenmoos, Rasenfilz, abgestorbenen Grashalmen und ähnlichen Bio-Resten, die sich mit der Zeit auf dem Rasen ablagern können. Salopp gesagt: Das Vertikutieren macht den Rasen atmungsaktiv – obwohl diese Maßnahme rein biologisch nichts mit Sauerstoffaustausch zu hat, aber durchaus etwas mit einer besseren Durchlüftung des Bodens.

Das Vertikutieren erfolgt mindestens einmal im Jahr zu Beginn der Gartensaison, um einen robusten Gebrauchs- oder Spielrasen perfekt für die kommenden Monate aufzustellen. Aber bei einem Premium-Zierrasen ist diese Maßnahme eher drei- bis viermal in der Saison anzuraten. Zudem gilt das Vertikutieren auch als sehr wirkungsvolle Vorbereitung bei einer Düngung des Rasens. Ebenso empfohlen ist es, Ende September oder Anfang Oktober zu vertikutieren, um den Rasen zu seiner späteren Winterfestigkeit zu verhelfen. Dann ist es sinnvoll, den Rasen vorher noch einmal mit einem Rechen durchzuharken, um es dem Erdbiotop ein wenig leichter zu machen, sich im Herbst verstärkt um Rasenmoos oder vielleicht vorhandenen Rasenfilz zu kümmern.

Tipp:

Vertikutierer ähneln ihrer Bauform nach einem Handrasenmäher und sind sowohl in mechanisch als auch in elektrisch betriebenen Varianten erhältlich. Zudem gibt es auch Vertikutier-Handgeräte, die für kleinere Rasenflächen durchaus ausreichend sind.

Tipp 9: Gezielt düngen

Rasendünger

Mit dem Vertikutieren haben Sie bereits ideale Voraussetzungen zum Düngen geschaffen, denn die Nährstoffe des Düngers gelangen nach dem Auflockern des Bodens schneller und effektiver zu den Wurzeln. Guter Rasendünger enthält Mineralien, Phosphor, Kalium und Stickstoff, wobei insbesondere der Stickstoffanteil von Bedeutung ist und in der Regel deutlich höher ausfällt als die anderen Substanzen des Düngemittels. Wenn der Rasen sein sattes Grün verloren hat und leicht gelblich wirkt, ist das ein erstes Signal für Mangelerscheinungen. Bewährt haben sich Dünger mit einer Langzeitwirkung von drei Monaten. Die erste Düngung erfolgt am besten, nachdem der Winter vorbei ist und sich frühlingshafte Temperaturen über 20 Grad Celsius stabilisiert haben. Denn nur unter diesen wärmeren Bedingungen ist der Rasendünger überhaupt erst wirksam. Während der Gartensaison benötigt ein durchschnittlich beanspruchter Rasen zwei bis drei weitere Düngungen, am besten jeweils unmittelbar nach der Behandlung mit einem Vertikutierer.

Dabei ist es bei der Auswahl des geeigneten Düngers hilfreich zu wissen, welche Bestandteile des Düngers für welche Effekte zuständig sind.

Die Düngerbestandteile und ihre Funktion

Substanz

Wirkungsbereich

Stickstoff

Graswachstum über der Grasnarbe

Phosphor

Kräftigung der Wurzeln

Kalium

Mehr Resistenz gegen Krankheiten, Winterfestigkeit

Mineralien (z. B. Magnesium)

Förderung der grünen Chlorophyll-Bildung

Tipp:

Einige Rasendünger enthalten zusätzliche Anteile an Unkrautvernichtungsmitteln. Wenn die Wirkung eingetreten ist, können im Rasen Lücken entstehen, für die eine Nachsaat erforderlich ist.

Tipp 10: Richtig bewässern – so viel wie nötig und nie in der prallen Sonne

Rasensprinkler

Eigentlich fällt in unseren Breitengraden in jeder Gartensaison genug Regen vom Himmel herab, um sattes Grün zu fördern und zu erhalten. In Zeiten, wo wir bewusst mit dem knappen Gut Trinkwasser umzugehen gelernt haben, sollte das Bewässern des Rasens angemessen und maßvoll erfolgen. Ideal ist das Sprengen oder Bewässern ohnehin im Bedarfsfall statt im Takt eines strikten Zeitplans. Und der immer noch verbreitete Reflex selbst erfahrener Hobbygärtner, nach einer längeren Hitze- und Trockenperiode Versäumtes mit extra viel Wasser doppelt oder dreifach nachzuholen, bringt gar nichts. Was Sie ebenfalls vermeiden sollten, ist das Bewässern in der prallen Sonne. Denn bei starker Hitze führt das zum gefährlichen Brennglas-Effekt und die Grasblätter können regelrecht „verbrennen“. Ideal sind die frühen Abendstunden oder die Zeit vor Sonnenaufgang.

Moderne Sprinkleranlagen und Bewässerungssysteme verfügen über automatische Funktionen, die das perfekte Bewässern bedarfsgerecht regeln. Sensoren messen die Bodenfeuchte – und die Wassermenge können Sie voreinstellen. Für einen klassischen Zierrasen gelten wöchentlich 15 Liter pro Quadratmeter als Richtwert – Regengüsse mit eingerechnet. Die Kombination aus rechtzeitigem Bedarf und perfektem Timing rechnet sich auf Dauer, rechtfertigt also diesen kleinen Luxus einer automatisierten Bewässerungsanlage.

Tipp:

In unserer Klimazone folgt heftiger Regen viel häufiger auf ausdörrenden Sonnenschein als umgekehrt. Ein gut gepflegter Rasen benötigt daher weniger zusätzliche Nässe, als man denkt. Ein gut gehegter Grashalm arbeitet ziemlich effektiv aus eigenem Interesse daran mit, sein Blattgrün zu erhalten. Er bildet stets eigene Reserven.

Reparatur des Rasens – aktuelle Tipps und Tricks aus der Rasenwerkstatt

Kaputter Rasen

Kahle Stellen im Rasen entstehen auf einem professionell gepflegten Rasen oft bei einem Torjubel nach einem Sieg- oder Ausgleichstreffer in letzter Sekunde. Oder bei einer strammen „Grätsche“, in deren Verlauf ein Verteidiger neben dem sportlichen Gegner auch mal ein Stück Rasenfläche außer Gefecht gesetzt hat. Im eigenen Garten können hingegen harmlose lebendige Gartenzwerge für unabsichtliche Fouls gegen den gepflegten Rasen sorgen und eine Reparatur notwendig machen. Wiederholte Trittstellen, also blanke Lehmglatzen unter Schaukeln oder Klettertürmen, entstehen irgendwann zwangsläufig. Bei Gartenpartys und Grillabenden möchte man den Rasen auch nicht nur zum Angucken und Bewundern freigeben.

Stellen, auf denen bei einem Gebrauchsrasen irgendwann kein Gras mehr wächst, sind manchmal schier unvermeidlich. Manche von – chemisch nicht mehr bekämpfbaren – Rasenkrankheiten befallene Flächen gehören sogar rigoros ausgetauscht. Eine Liefereinheit Rollrasen – als Flickschusterei im besten Sinne des Wortes – ist dann auf jeden Fall eine naheliegende und bequeme Option. Mit einem Gartenhandwerkzeug, wie zum Beispiel einem Rasenkantenstecher, können Sie die leidige Fläche großzügig abstechen, um dann auch gleich die Grasnarbe kompromisslos zu entfernen.

Diese Vorgehensweise gilt auch dann, wenn Sie Schwachstellen durch eine eigene Nachsaat ausbessern möchten. Dann benötigen Sie lediglich neue, frische Rasenerde und Saatgut, um die ausgestochene Schwachstelle wieder fit zu machen – wenngleich das Nachsprießen der Gräser natürlich mit Wartezeit verbunden ist.

Bei großflächigeren Schäden des Rasens ist ein anderer Weg angeraten. Dann müssen Sie dem Rasen im wahrsten Sinne des Wortes zeigen, was eine Harke ist. Herzhafte Entschlossenheit und Vehemenz sind durchaus das Gebot der Stunde, wenn es darum geht, das Grün insgesamt zu retten.

Rasenmäher

Den Rasen reparieren – step by step

Mit dieser Schritt-für- Schritt-Anleitung erwecken Sie den Rasen wieder zum Leben.

Schritt 1: Abmähen

Verpassen Sie Ihrem Rasen den maximal möglichen Kurzschnitt: 3 cm lassen Sie stehen. Sollte sich nach diesem Kahlschlag nichts weiter als ein strohfarbener Stoppelacker ergeben, ist das Anlegen eines neuen Rasens in Betracht zu ziehen. Aber: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ihr Rasen ist längst noch nicht am Ende.

Schritt 2: Vertikutieren

Mit dem Vertikutierer, der auf einem gesunden Rasen eher behutsam einzusetzen ist, bearbeiten Sie den Rasen geduldig so lange, bis Moos, Unkraut und abgestorbene Grasblätter sichtbar ins Erdreich gedrungen sind. Sie blicken nun auf den blanken Lehm und den erhaltenswerten Restbestand Ihres Rasens.

Schritt 3: Nachsäen

Sie streuen die Nachsaat aus, möglichst gleichmäßig und großzügig, wie es auch bei der ersten Aussaat eines Rasens empfohlen wird.

Schritt 4: Walzen

Damit das Saatgut nicht ungewollt zum Vogelfutter wird, ist es ratsam, die Saatstellen mit einer Rasenwalze zu plätten. Dabei geht es darum, die Saatkörner auf, aber nicht unter die Erdoberfläche zu drücken, denn dort können sie nicht keimen. Wer ganz sicher gehen will, kann auch mit selbst gebastelten Vogelscheuchen aus Kordeln und Aluminiumstreifen für einen zusätzlichen Schutz sorgen. Vögel schrecken vor allem zurück, was raschelt und gleichzeitig Lichtreflexe hervorruft.

Unkraut im Rasen entfernen

Mittel und Maßnahmen gegen Unkraut

Viele als Rasenunkraut bekannte Pflanzen werden anderswo eigens als Heilkräuter gezüchtet. Ebenfalls unbestritten ist das positive Image von Gänseblümchen und Löwenzahn – speziell bei Kindern. Die fliegenden Samen der „Pusteblume“ liefern auch gleich die natürliche Ursache für das Entstehen und die Verbreitung von Unkraut – stellvertretend für alle anderen „Fressfeinde“ des Rasengrases. Doch die Hauptursache, dass sich Unkraut auf einem Rasen durchsetzen kann, ist letztendlich die mangelnde Widerstandskraft der Rasengräser gegen die eindringende Konkurrenz.

So bleibt der Rasen dauerhaft dem Unkraut gewachsen

Alle Pflanzen ringen immer und ständig um den für sie günstigsten Platz an der Sonne und unter der Erde. Die schwächere Pflanze hat das Nachsehen und bleibt entweder unter der Wachstumserwartung zurück oder stirbt sogar gänzlich ab. Diese fehlende Widerstandskraft ist oft schon bei minderwertigem Saatgut vorprogrammiert. Daneben begünstigen mangelnde Bewässerung, Nährstoffversorgung und auch zu radikales Mähen das Gedeihen von Unkraut.

Unkraut identifizieren und gezielt bekämpfen

Einzelne Unkraut-Pflanzen an bestimmten Stellen lassen sich bequem mit einem Unkrautstecher entfernen. Bei großflächigem Befall sind Unkrautvernichter die einfachste und oft einzige Möglichkeit, die unerwünschten Graspflanzen zu entfernen. Herbizide sind als Pflanzenschutz gezielt gegen bestimmte Unkraut-Gattungen wirksam. Daher sollten Sie wissen, welche Unkrautarten sich auf Ihrem Rasen angesiedelt haben. Dabei hilft Ihnen die folgende Übersicht.

10 bekannte Unkrautarten auf Zier- und Gebrauchsrasen

Name

Gattung

Gänseblümchen

Korbblütler, weiß blühend – einjährig

Löwenzahn/Pusteblume

Korbblütler, gelb blühend – einjährig

Weißklee

Schmetterlingsblütler, weiß blühend – einjährig

Breitwegerich

Wegerichgewächs, grün-bräunlich blühend – einjährig

Ehrenpreis

Wegerichgewächs, blau blühend – einjährig

Kriechender Günsel

Lippenblütler, blau blühend – zweijährig

Taubnessel

Lippenblütler, rot blühend – einjährig

Gundermann

Lippenblütler, blau blühend – einjährig

Vogelmiere

Nelkengewächs, weiß blühend – einjährig

Kriechender Hahnenfuß

Hahnenfußgewächs, gelb blühend – zweijährig

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So setzen Sie Unkrautvernichter richtig ein

Unkrautentferner

Je nach Größe Ihrer Rasenfläche kann sich die Anschaffung einer sogenannten Autopumpe lohnen, wenn das Verteilen der Flüssigkeit mit einer Gießkanne zu mühselig oder zeitraubend erscheint. Die Pumpen, deren Behälter auf dem Rücken getragen werden, verteilen das Herbizid als Nebel.

Schritt 1: Am Vortag den Rasen wässern

Die Erde sollte bei der Behandlung nicht zu trocken sein. Daher ist es sinnvoll, vor dem geplanten Behandlungstag den Rasen noch einmal zu wässern, um am nächsten Tag, den Unkrautvernichter auf die Graspflanzen zu geben – die allerdings trocken sein sollten.

Schritt 2: Abgestorbenes Unkraut entfernen

Je nach Unkrautart lassen sich die abgestorbenen Reste mit einem Rasenrechen entfernen und entsorgen. So vermeiden Sie die Bildung von Rasenfilz. Bei kleineren Pflanzen kann bereits das Vertikutieren reichen, sodass sich der Erdboden nachhaltig um die Verarbeitung der abgestorbenen Pflanzenreste kümmert.

Schritt 3: Kahle Stellen nachsäen

Streuen Sie – möglichst dicht – frischen und hochwertigen Rasensamen auf die kahlen Stellen und drücken diese, zum Beispiel mit einer Walze, fest auf den Lehm. Ihr Rasen sollte jetzt gut versorgt sein, um bald sein altes Erscheinungsbild wiederzuerlangen.

Tipps zur Rasenpflege

Ein schöner grüner Rasen bietet dem Auge Entspannung und lässt Blumen und Sträucher erst so richtig zur Geltung kommen. Der Aufwand einer Rasenpflege ist geringer als Sie denken.

In unserem Infovideo finden Sie hierzu hilfreiche Tipps & Tricks.
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