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Kräutergarten anlegen – die Kräuterspirale

Frische Kräuter aus dem eigenen Garten sind ein besonderer Genuss. Daher gehört es für viele Gartenbesitzer dazu, Kräuter wie Thymian, Dill, Rosmarin, Basilikum, Petersilie und Salbei selbst anzubauen. Da die verschiedenen Kräuter unterschiedliche Ansprüche an den Boden und die Sonneneinstrahlung haben, ist das klassische Beet im Garten nicht die ideale Lösung und benötigt viel Pflege. Ein Kräutergarten in Form einer Kräuterspirale wird vielen verschiedenen Pflanzen auf engem Raum gerecht und benötigt wenig Platz. Denn das dreidimensionale Beet bietet verschiedenen Pflanzen und Kräutern ideale Bedingungen. Mit der folgenden Anleitung ist es kinderleicht, einen Kräutergarten anzulegen. Im Nutzgarten ist der Kräutergarten unverzichtbar, aber auch im Ziergarten kommt eine Kräuterspirale gut zur Geltung.

Schritt 1: Kräutergarten anlegen – Standortwahl

Eine Kräuterspirale benötigt einen sonnigen Standort im Garten. Suchen Sie einen sonnigen Platz, gerne in der Nähe einer Hauswand oder Mauer, von der zusätzlich Hitze reflektiert wird. Das "Schneckenhaus" der Kräutergarten-Spirale sollte sich nach Süden öffnen. Optimal ist ein kleiner Teich am offenen Ende des Beets. Sie müssen den Kräutergarten nicht unbedingt bei der ersten Gartenplanung berücksichtigt haben. Ein Kräuterbeet benötigt zwischen drei und sieben Quadratmeter Grundfläche und lässt sich auch nachträglich anlegen.

Schritt 2: Kräutergarten anlegen – Fundament

Stecken Sie, wenn Sie eine Kräuterspirale als Beet anlegen, zuerst die Umrisse des Kräutergartens mit Pflöcken und Schnur ab. Ein Durchmesser von mindestens zwei Metern ist ideal. Dazu kommt der kleine Teich am Fuß des "Schneckenhauses". Heben Sie nun mit dem Spaten die Grundfläche des Kräutergartens etwa spatentief aus. Die Teichfläche schachten Sie rund 40 Zentimeter tief aus. Füllen Sie nun die Grundfläche des Beets etwa 10 Zentimeter hoch mit Schotter, Kies oder grobem Split auf. Die Fläche des Teiches sparen Sie dabei aus.

Schritt 3: Kräutergarten anlegen – Trockenmauer bauen

Legen Sie am Beet-Außenrand die erste Reihe Steine in das Fundament aus Kies. Geeignet sich mindestens faustgroße Natursteine, auch Backsteine sind möglich. Für den Kräutergarten ist eine Trockenmauer ideal. Die Ritzen im Mauerwerk sorgen nicht nur für eine natürliche Optik, in ihnen finden auch genügsame Kräuter wie Thymian Halt. Außerdem bietet das lose Gestein wertvollen Insekten und Reptilien wie der Mauereidechse einen perfekten Lebensraum. Lassen Sie die schneckenhausartig gewundene Mauer mit jeder Steinreihe zum Mittelpunkt hin weiter ansteigen, bis eine Höhe von 80 Zentimetern bis zu einem Meter erreicht worden ist. Füllen Sie immer wieder ebenfalls zum Zentrum hin ansteigend Kies, Bauschutt oder Schotter ein, um das Mauerwerk zu stabilisieren. Achten Sie darauf, dass die Mauer leicht nach innen geneigt ist, das erhöht die Stabilität zusätzlich. Der Abstand zwischen den Mauern sollte 50 bis 60 Zentimeter betragen, damit die Kräuter und Pflanzen später genügend Platz haben. Nach oben hin darf sich die Kräuterspirale ähnlich wie ein Schneckenhaus leicht verjüngen. Erde bringen Sie erst ganz am Ende ein, wenn Sie die letzten Steinreihen im Garten legen.

Schritt 4: Kräutergarten anlegen – Erde anmischen

Ein Kräutergarten als Kräuterspirale bietet verschiedenen Pflanzen ideale Lebensbedingungen. Im oberen Bereich gedeihen typisch mediterrane Kräuter besonders gut. Sie bevorzugen einen schnell abtrocknenden, energiearmen und deutlich mit Sand versetzten Boden. Zu diesen Kräutern gehören:

  • Verschiedene Lavendel-Sorten
  • Verschiedene Arten Thymian
  • Majoran
  • Rosmarin
  • Breitblättriger Gewürz-Salbei
  • Bohnenkraut

Im mittleren nährstoffreichen Bereich des Kräutergartens finden die typischen heimischen Kräuter ideale Bedingungen vor. Zu den geeigneten Pflanzen gehören:

  • Estragon
  • Schnittlauch
  • Zitronen-Melisse

In den unteren Bereich gehören Pflanzen, die viel Feuchtigkeit lieben. Zu diesen Kräutern gehören:

  • Minze
  • Basilikum
  • Petersilie

Entsprechend der Ansprüche der zukünftigen Bepflanzung mischen Sie die Erde für das Beet an. Oben im Zentrum beginnen Sie mit Gartenerde, die Sie eins zu eins mit Sand mischen. Je weiter Sie sich vom Zentrum entfernen, desto weniger Sand fügen Sie hinzu. Dafür steigt der Anteil an Humus oder frischem Kompost.

Schritt 5: Kräutergarten anlegen – Teichgestaltung

Beim Kräutergarten in Spiralform mündet das Beet in den kleinen Teich am Fuß der Spirale. Legen Sie das bereits ausgehobene Loch im Garten mit Teichfolie aus. Sie können auch einen Maurerkübel in den Boden setzen und zu einem Drittel mit Sand füllen oder auf einen kleinen Fertigteich zurückgreifen. Wichtig ist, dass das Erdreich des Kräutergartens Kontakt zum Wasser hat. Denn der kleine Teich hat mehrere Funktionen: Er reflektiert das Sonnenlicht und speichert Wärme. Bei großer Hitze sorgt er durch Verdunstung für ein ideales Mikroklima für die Kräuter. Zusätzlich kann der Kräutergarten bei Bedarf Wasser aus dem Teich ziehen. Um eine bessere Verbindung zwischen dem Kräutergarten und dem Teich zu schaffen, arbeiten Sie einen alten Leinensack oder Wurzelwerk so in den Übergang ein, dass das Material ins Wasser hängt. Sie erhalten einen natürlichen Docht, der den unteren Teil des Kräutergartens auch im Hochsommer schön feucht hält. So gedeihen feuchtigkeitsliebende Kräuter ideal bei minimaler Pflege.

Schritt 6: Kräutergarten anlegen – Wartezeit einhalten

Nachdem Sie Ihren Kräutergarten in Spiralform gebaut haben, haben Sie Geduld. Warten Sie mehrere Regengüsse ab, bevor Sie Pflanzen einsetzen und mit der Pflege beginnen. Denn die Erde im Beet muss sich erst setzen. Sie werden wahrscheinlich mehrfach Erde nachfüllen müssen. Pflanzen Sie die Kräuter erst, wenn die Erde nach Regen nicht weiter einfällt. Haben Sie Ihren Kräutergarten in einer niederschlagsarmen Periode gebaut, können Sie durch mehrfaches kräftiges Angießen mit dem Gartenschlauch nachhelfen.

Schritt 7: Kräutergarten anlegen – die Bepflanzung

Hat sich der Kräutergarten gesetzt, ist es an der Zeit, die Pflanzen zu setzen. Pflanzen Sie die Kräuter entsprechend ihrer Standortbedürfnisse in die Kräuterspirale ein. Das bedeutet, dass sehr sonnenhungrige und Trockenheit liebende Sorten wie Rosmarin weit nach oben kommen. In den mittleren Bereich kommen Pflanzen und Kräuter, die auch im heimischen Garten gut gedeihen. Dazu gehört z. B. das Schnittlauch. Kräuter, die es lieber feucht mögen, wie beispielsweise Basilikum, gehören an den Fuß des Beets. Einige Kräuter neigen dazu, Ausläufer zu bilden und stark zu wuchern. Die Minze gehört unter anderem zu diesen Pflanzen. Hier ist es sinnvoll, diese Kräuter in einen im Boden versenkten Eimer mit abgeschnittenem Boden zu pflanzen. So bildet sich keine Staunässe und gleichzeitig besteht eine unsichtbare Barriere gegen Wurzelausläufer. Gießen Sie die Kräuter nach dem Einpflanzen gut an.

Wenn Sie keinen Garten haben und auf selbst gezogene Kräuter wie Basilikum, Rosmarin, Schnittlauch, Dill und Petersilie nicht verzichten möchten, können Sie die Pflanzen auch in Blumenkästen auf dem Balkon oder der Fensterbank ziehen.