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Die Körpersprache der Hunde und ihre Bedeutung

Die nahe Verwandtschaft zum Wolf wird unter anderem bei der Körpersprache von Hunden deutlich. Der Wolf hat im Laufe der Evolution ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten entwickelt. Die Kommunikation innerhalb der Wolfsrudel erfolgt zu einem Großteil über bestimmte Gesten und die Körperhaltung. Beim Haushund sind viele Elemente dieser typischen Körpersprache erhalten geblieben. In unserem nachfolgenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die Körpersprache Ihres Hundes richtig deuten. So können Sie Ihren Hund besser verstehen und viele Probleme bei der Hundehaltung vermeiden.

Mensch und Hund verstehen sich oft nicht

Bei der Haltung und Erziehung von Hunden kommt es häufig zu Konflikten oder Missverständnissen durch die Fehldeutung der Körpersprache und Mimik durch Mensch und Hund. So schauen viele Menschen zum Beispiel gern direkt in hübsche Hundeaugen. Für Hunde ist das „Anstarren“ allerdings eine Geste der Dominanz und eine Aufforderung zur Unterwerfung. So kann der direkte Blickkontakt leicht zu aggressivem Verhalten führen. Auch das Streicheln des Hundekopfes aus stehender Position kann von Hunden als Bedrohung aufgefasst werden. Wie diese beiden Beispiele zeigen, ist es für Hundehalter und Menschen mit Kontakt zu Hunden sehr wichtig, die Körpersprache des Hundes verstehen zu lernen. Dies vereinfacht die Hundeerziehung und trägt zur Vermeidung von Hundebissen bei. Je nach Rasse und Charakter des Hundes kann die Körpersprache Ihres Hundes von der klassischen „Hundesprache“ etwas abweichen. Außerdem sind Hunde sehr lernfähige Tiere, die sich teilweise an die Körpersprache Ihres Herrchens anpassen oder zumindest lernen, diese richtig zu interpretieren. Welcher Hund passt zu mir hängt deshalb ebenfalls davon ab, wie gut Sie mit dem Hund über die Körpersprache kommunizieren können. Hundetrainer oder der Besuch einer Hundeschule sind gute Möglichkeiten, Hunde verstehen zu lernen und die Kommunikation zwischen Herrchen und Hund zu trainieren. Mit Zuwendungsritualen wie regelmäßigen Streicheleinheiten sowie der Fellpflege mit Fellbürste und Fellschere können Sie die Bindung zu Ihrem Hund festigen und eine solide Vertrauensbasis zwischen Ihnen und dem vierbeinigen Mitbewohner schaffen. Wie Menschen können auch Hunde einfach mal schlechte Laune haben. Ein gemütliches Hundebett oder eine sichere Hundehütte im Freien geben Hunden in diesem Fall Geborgenheit und Rückzugsmöglichkeiten.

Körpersprache des Hundes als Ausdruck von Gefühlen

Hunde sind sehr sensible Tiere und reagieren häufig unmittelbar auf nonverbale Gefühlsäußerungen von Menschen oder Artgenossen durch die Körpersprache. Zudem können viele Hunde mit ihrem feinen Geruchssinn Angst und Panik über die Veränderung des Körpergeruchs beim Menschen wahrnehmen. Die menschliche Stimme ist für Hunde ebenfalls ein Indikator für die Gefühlslage des Menschen. Die grundlegenden Gefühle von Hunden sind zum Beispiel Freude, Angst und Aggression. Eine große Rolle im Sozialleben von Hunden spielt ebenso beschwichtigendes Verhalten. Hunde drücken ihre Gefühle vielfach durch eine Kombination verschiedener Signale aus. Deshalb ist es sinnvoll, einzelne Elemente der Körpersprache nicht getrennt, sondern in Bezug auf die grundlegende Gefühlsäußerung einzuordnen.

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Ausdruck von Freude

Freude ist bei Hunden im Gegensatz zu anderen Gefühlen relativ einfach zu erkennen:

  • Rute: Die Bewegung der Rute (Schwanz) ist einer der Indikatoren für Freude oder Aufregung beim Hund. Ein sich freuender Hund wedelt mit der Rute auf mittlerer Höhe hin und her. Oft bewegt sich dabei auch das ganze Hinterteil des Hundes mit. Das Ausmaß der Freude lässt sich bei vielen Hunden an der Stärke der Bewegung ablesen. Ist zum Beispiel die Rückkehr des Herrchens nach der Arbeit ein Highlight für Ihren Hund, können mit der stark wedelnden Rute schon mal Gläser vom Tisch gefegt oder Zimmerblumen beschädigt werden. Hingegen ruft eine Fütterung bei vielen Hunden nur noch ein leichtes Wedeln hervor. Das Wedeln mit dem Schwanz ist allerdings kein absolut sicherer Hinweis auf einen freundlich gesonnen Hund. So kann das Wedeln mit dem Schwanz ebenfalls auf Aufregung zurückzuführen sein, die ihren Ursprung zum Beispiel in einer unsicheren Lage oder Bedrohung hat. Deshalb ist es wichtig, eine wedelnde Rute immer im Kontext mit der sonstigen Körpersprache des Hundes und der Gesamtsituation zu sehen.
  • Hund verstehen
  • Mimik: Freut sich Ihr Hund, sind die Gesichtszüge in der Regel entspannt und der Blick ist offen und wenig fokussiert. Das Maul ist dabei oft ein wenig geöffnet und die Zunge hängt heraus. Die Ohren bewegen sich bei einem stehenden Hund leicht vor und zurück. Ist der Hund in Bewegung lässt er die Ohren bei Freude meist locker herunterhängen.
  • Anspringen: Hunde springen Menschen vor allem zur Begrüßung an. Das Anspringen ist aber ebenfalls ein Anzeichen für Freude.
  • Bellen/Jaulen: Viele Hunde bellen und jaulen, wenn sie sich freuen. Für wenig erfahrene Hundebesitzer ist die Art des Bellens und Jaulens dabei oft schwer von leidigem Jaulen, ängstlichem Bellen oder aggressivem Bellen zu unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, diese Lautäußerungen immer im Zusammenhang mit der für Freude typischen Körpersprache zu sehen.

Körpersprache bei Angst

Das Erkennen von Angst bei Hunden ist für Hundehalter sehr wichtig. Werden ängstliche Hunde weiter bedrängt, kann die Angst in Aggression umschlagen, die dann nicht selten zu Verletzungen durch Bisse führt. Obwohl die Körpersprache eines Hundes mit Angst meist sehr typisch ist, kann sich Angst von Rasse zu Rasse oder je nach Charakter und Prägung des Hundes verschieden zeigen. Deshalb ist von Hundebesitzern oft etwas Einfühlungsvermögen und Erfahrung nötig, um Angst bei Hunden sicher erkennen zu können.

  • Rute: Hunde klemmen bei Angst die Rute in der Regel flach unter dem Bauch zwischen den Hinterbeinen ein. Diese typische Körpersprache des Hundes wurde mit dem Sprichwort „Schwanz einklemmen“ sogar als Synonym für Ängstlichkeit oder Rückzug in den menschlichen Sprachgebrauch aufgenommen.
  • Zittern: Zittern ist ein weiterer wichtiger Indikator für einen ängstlichen Hund. Allerdings kann Zittern ebenfalls durch Kälte ausgelöst werden. Die gilt besonders, wenn das Fell Ihres Hundes zusätzlich durchnässt ist.
  • Ohren/Kopfhaltung: Angelegte Ohren und ein gesenkter, zur Seite geneigter Kopf sind ebenfalls Zeichen für Angst bei Hunden.
  • Abducken: Viele Hunde ducken sich bei Angst ab. Abducken und Kleinmachen dienen so gleichzeitig als Unterwerfungsgeste, die den Gegner bzw. die „Gefahrenquelle“ besänftigen soll.
  • Auf den Rücken rollen: Als Geste der Unterwerfung rollen sich einige Hunde bei Angst auch auf den Rücken. Dieses Verhalten ist allerdings oft nicht besonders spezifisch, da sich Hunde ebenfalls bei Freude auf den Rücken rollen.
  • Flucht: Bietet sich die Möglichkeit, versuchen sich viele Hunde durch Flucht einer potenziellen Gefahr zu entziehen.
Wütender Hund

Wie erkennen Sie einen aggressiven Hund

Aggressive Hunde können für Hundehalter, Menschen in der Umgebung des Hundes und andere Hunde zu einer Gefahr werden. Aggressive Hunde sollten auf keinen Fall weiter durch zum Beispiel Anstarren, Anschreien oder ruckartige Bewegungen provoziert werden, da ein Angriff bei der nachfolgenden Körpersprache des Hundes unmittelbar bevorstehen kann:

  • Gefletschte Zähne/Knurren: Gefletschte Zähne und Knurren sind sehr deutliche Warnsignale eines aggressiven Hundes, die einem Angriff unmittelbar vorausgehen können. Aggressive Hunde bellen in der Regel nicht.
  • Aufgestellte Nackenhaare: Bei einigen Hunden stellen sich bei Aggressionen die Nackenhaare auf.
  • Rute: Die Rute ist bei gereizten und aggressiven Hunden meist unbeweglich und leicht aufgestellt.
  • Körperhaltung: Hunde, die aggressiv oder bereit für einen Angriff sind, haben eine angespannte Körperhaltung und versuchen sich möglichst groß zu machen.

Körpersprache eines Hundes bei Dominanz

In einem Wolfsrudel gibt es immer einen Leitwolf, der das Rudel führt und die anderen Wölfe des Rudels dominiert. Hunde sollten Ihr Herrchen generell als „Leitwolf“ anerkennen, da sonst eine Erziehung des Hundes kaum möglich ist und der Hund zu einem Risiko für seine Umwelt werden kann. Da es in der Natur vieler Hunde liegt, ab und zu Grenzen auszutesten, sollten Sie bei Ihrem Hund besonders auf dominantes Verhalten achten und dieses durch geeignete erzieherische Maßnahmen unterbinden. Eine klare Rangordnung, bei der Sie als Rudelführer akzeptiert werden, ist auch für Ihren Hund vorteilhaft, da dieser sich bei Gefahr oder unbekannten Situationen auf Sie verlässt. Hunde können dominantes Verhalten durch die folgende Körpersprache zeigen:

  • Markieren: Markiert ein Rüde in der Wohnung oder im Haus, ist dies oft ein Zeichen für Dominanz.
  • Anstarren: Starrt Ihr Hund Sie oder andere Hunde an, zeigt er ebenfalls ein dominantes Verhalten.
  • Dominante Körperhaltung: Zu einer dominanten Körperhaltung zählen unter anderem eine erhobene Rute und nach vorne gerichtete Ohren. Letztere können allerdings ebenso ein Zeichen für Aufmerksamkeit sein und sollten daher von Ihnen immer im Zusammenhang mit anderen Verhaltensäußerungen gesehen werden.
  • Weitere Signale für Dominanz: Werden dominante Hunde an der Leine geführt, verhalten sich diese oft sehr aggressiv gegenüber anderen Hunden. Auch aggressives Drängen zum Spiel durch Stupsen mit der Schnauze oder Pfote kann auf dominantes Verhalten hindeuten. Im Umgang mit Artgenossen versucht der ranghöhere (dominante) Hund rangniederen Tieren auf die Schulter zu steigen. Reagiert Ihr Hund aggressiv, wenn Sie ihm das Futter wegnehmen oder beim Fressen in die Nähe des Futternapfes kommen, ist dies ebenfalls ein Anzeichen für Dominanz.
wartender Hund

Beschwichtigendes Verhalten

Im Sozialverhalten von Hunden spielt beschwichtigendes Verhalten eine große Rolle. Durch eine beschwichtigende Körpersprache können Hunde Rangkämpfe und Konflikte im Rudel vermeiden. Gleichzeitig signalisieren die Tiere durch entsprechende Gesten, dass sie die gegebene Rangordnung akzeptieren. Dieses Verhalten lässt sich ebenso auf die Beziehung vom Menschen zum Hund übertragen. Zu den typischen beschwichtigenden Gesten von Hunden gehören:

  • Gähnen: Neben einem Anzeichen für Müdigkeit ist Gähnen bei Hunden auch ein Zeichen für Unterwerfung bzw. Beschwichtigung.
  • Kopf/Blick abwenden: Wie bereits erwähnt, ist direkter Blickkontakt und Anstarren für Hunde eine dominante bzw. provozierende Geste. Wendet Ihr Hund den Blick ab, zeigt er beschwichtigendes oder unterwürfiges Verhalten. Viele Hunde wenden zur Beschwichtigung außerdem den ganzen Kopf ab.
  • Rücken zuwenden: Zur auffälligen Körpersprache des Hundes zählt das Zuwenden des Rückens. Damit macht sich der Hund gegenüber dem Herrchen oder anderen Hunden bewusst verwundbar und zeigt so seine Bereitschaft zur Deeskalation.
  • Langsame Körperbewegungen: Erteilen Sie Ihrem Hund zum Beispiel mit ungewöhnlich lauter oder strenger Stimme eine Anweisung, kann dieser darauf mit stark verlangsamten Körperbewegungen reagieren. Damit möchte der Hund Sie beschwichtigen und die angespannte Situation entspannen.
  • Markieren: Neben der Markierung des Reviers markieren viele Hunde auch zur Beschwichtigung.

Aufforderung zum Spielen

  • Ausgestreckte Vorderpfoten: Steht der Hund mit ausgestreckten Vorderpfoten, abgesenktem Vorderkörper und aufrechten Hinterbeinen kann dies eine Aufforderung zum Spielen sein.
  • Wedelnde Rute: Neben Aufregung und Freude ist eine wedelnde Rute ebenso ein Indikator für Hunde in Spiellaune.
  • Aufgerissenes Maul: In Verbindung mit ausgestreckten Vorderpfoten und einer wedelnden Rute ist ein aufgerissenes Maul meist eine Aufforderung zum Spielen.