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„Sitz!“ und mehr: So gelingt die Hundeerziehung

Für das Zusammenleben von Mensch und Hund sind gewisse Spielregeln unerlässlich. Ein Hund, der häufig bellt, nie kommt, wenn er gerufen wird und andere Unarten frei auslebt, sorgt zu Hause und unterwegs für Stress. Eine liebevolle aber konsequente Hundeerziehung ist der Schlüssel zu einem harmonischen Miteinander, vom dem letztendlich Zweibeiner und Vierbeiner profitieren.

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Hundeerziehung für Anfänger: Den Hund verstehen

Wer zum ersten Mal einen Hund kauft, sollte sich zunächst einige Gedanken zum Wesen des Hundes selbst machen. Damit die Hundeerziehung gelingt, müssen Sie Ihren Hund zu verstehen. Während der Mensch heute seine Individualität in den Mittelpunkt rückt, ist der Hund ein Rudeltier. Ihm stecken die Gene seines Vorfahren, des Wolfes, in den Knochen, der die Stärke und den Schutz des Rudels sucht. Damit eine größere Gruppe wie ein Wolfsrudel funktioniert, ist jedoch eine strenge Rangordnung erforderlich, bei der sich die Rudelmitglieder dem Leitwolf unterordnen.

Übertragen bedeutet dies: Wenn Sie einen Hund in Ihr eigenes Rudel (Ihre Familie) aufnehmen, muss der Hund lernen, dass Sie der Leitwolf sind, der den Ton angibt. Fehlt eine entsprechende Hundeerziehung, wird der Hund Sie nicht als Leitwolf ernst nehmen, sondern womöglich selbst diese Position einnehmen wollen. Die Folge: Er gehorcht nicht und macht, was er will.

Hund erziehen

Welcher Hund passt zu mir?

Es liegt auf der Hand, dass ein junger Hundewelpe leichter zu erziehen ist als ein erwachsener Hund, den Sie aus dem Tierheim holen oder seinem Vorbesitzer abnehmen. Doch auch ein erwachsener Hund kann noch erzogen werden, wenn er bestimmte Unarten an den Tag legt.

Prüfen Sie auch, Welcher Hund passt zu mir ehe Sie sich einen Hund zulegen. Möchten Sie den Hund vor allem als Gesellschaft in der zu stillen Großstadtwohnung, wählen Sie lieber einen kleinen Hund, der mit Gassi-Runden in der Grünanlage um die Ecke zufrieden ist. Ein großer lauffreudiger Hund wie der Border Collie oder der Golden Retriever benötigt täglich mehrere Kilometer Auslauf und ist auf dem Land viel glücklicher. Drängen die Kinder seit Monaten darauf, einen Hund anzuschaffen, wählen Sie eine friedfertige, geduldige Hunderasse wie den Labrador.

Möchten Sie viel Zeit mit Ihrem Hund verbringen und ihm zusätzlich zur normalen Hundeerziehung gerne noch einige Tricks beibringen, wählen Sie eine besonders intelligente und gelehrige Hunderasse. Als besonders intelligent gelten zum Beispiel Border Collies, Schäferhunde und Pudel. Denken Sie auch daran, dass manche Hunde viel Fellpflege erfordern, während andere eher pflegeleicht sind.

Das A und O der Hundeerziehung: Körpersprache verstehen

Die menschliche und die hündische Körpersprache unterscheiden sich voneinander. Wollen Sie erfolgreich Hunde erziehen, müssen Sie lernen, die Körpersprache des Hundes zu verstehen. Versetzen Sie sich in einen durchschnittlich großen Hund: Vor ihm ragt ein Wesen in die Höhe, das doppelt oder dreifach so groß ist und mit harscher Stimme zu ihm spricht. Die logische Reaktion? Angst. Besser ist es, dem Hund auf Augenhöhe zu begegnen und ruhig mit ihm zu sprechen. Erst wenn sich ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem neuen Hund aufgebaut hat, können Sie mit der erfolgreichen Hundeerziehung beginnen.

Ein gutes „Barometer“ für die Gemütsverfassung des Hundes ist die Rute. Das freudige Schwanzwedeln kennt jeder. Ragt die Rute jedoch steif nach oben, ist der Hund gerade ausgesprochen übellaunig. Klemmt er den Schwanz ein, ist er unsicher und verängstigt. Schimpfen Sie dann nicht noch zusätzlich mit ihm.

Starrt ein Hund einen anderen Hund an, will er ihn zum Kampf herausfordern. Starren Sie Ihren Hund längere Zeit an, kann dies ebenfalls zu Aggressivität führen. Auch das menschliche Lächeln wird von Hunden schnell falsch interpretiert: Sie zeigen ihm nämlich gerade die Zähne und dies nimmt er als Bedrohung war.

Hund an der Leine

Der erste Schritt der Hundeerziehung: Tipps zur Stubenreinheit

Kommt ein junger Welpe ins Haus, stehen Sie vor der großen Aufgabe ihn stubenrein zu bekommen. Ganz wichtig: Geduld und Nerven bewahren! Erwischen Sie den Welpen neben einer Pfütze auf dem Laminat, schimpfen Sie nicht mit ihm. Dadurch wird es nur noch mehr verängstigt und verunsichert. Sagen Sie mit strenger Stimme „Pfui!“ und bringen Sie ihn in den Garten hinaus.

Ist die Pfütze jedoch schon länger her und der Hund hält sich längst woanders auf, ist dies sinnlos, denn der Hund kann nun keinen Zusammenhang mehr herstellen. Idealerweise beobachten Sie Ihren Welpen möglichst häufig und lange: Setzt er zum „Geschäft“ in der Wohnung an, reagieren Sie mit einem strengen „Pfui!“ und bringen ihn in den Garten oder gehen kurz Gassi mit ihm.

Was gar nicht geht: Den Hund mit der Nase in die Pfütze drücken. Das grenzt an Tierquälerei und verängstigt den Hund nur. Das Gleiche gilt für andere rabiate Methoden wie Anschreien oder gar Schlagen.

Den Hund an die Leine gewöhnen

Der zweite große Schritt in der Hundeerziehung ist die Gewöhnung an die Hundeleine. Statt der herkömmlichen Kombination aus Halsband und Leine setzen heute immer mehr Halter auf ein komfortables Hundegeschirr. Dies hat den Vorteil, dass die Leine nicht direkt auf die empfindliche Kehle des Hundes einwirkt, sondern auf die kräftige Brust. Soll es ein Halsband sein, achten Sie darauf, dass zwischen Hals und Halsband etwa zwei Finger passen. Das Halsband darf dem Hund nicht die Luft abschnüren aber auch nicht so locker sitzen, dass es leicht über den Kopf rutscht.

Egal ob Halsband oder Geschirr: Wenn Sie Ihren Welpen an die Leine gewöhnen wollen, ist Geduld angesagt. Üben Sie wenn möglich zunächst im Garten, wo der Welpe weniger abgelenkt ist. Lassen Sie die Leine locker durchhängen, solange sich der Welpe bewegt. Bleibt er stehen, gehen Sie voran und rufen ihn. Locken Sie ihn notfalls mit einem Leckerli, bis er zu Ihnen kommt. Ändern Sie mehrmals die Richtung, bis der Hund verstanden hat, dass er Ihnen stets folgen soll.

Viele Welpen (und erwachsene Hunde) neigen zum Vorwärtsdrang und zerren an der Leine. Dann ist häufiger zu sehen, wie der Hund seinen Halter spazieren führt und nicht umgekehrt. Hier ist konsequente Hundeerziehung notwendig. Rufen Sie ihn und wechseln Sie die Richtung. Kommt er dann und beginnt nun in diese Richtung zu zerren, wiederholen Sie das Spielchen. Irgendwann begreift Ihr Hund, dass er nicht vorwärtskommt, wenn er zerrt. Denken Sie daran: Sie sind der Leitwolf, und der Leitwolf bestimmt die Richtung. Hört der Hund zu zerren auf und läuft brav neben Ihnen, loben Sie ihn und geben Ihm ein Leckerli.

Beschränken Sie das Leinentraining in den ersten Tagen auf einige Minuten im Garten. Anschließend geht es in die Welt hinaus auf kurze Spaziergänge in möglichst ruhiger Umgebung (z. B. im Park oder auf einem Feldweg), bis der Hund längere Zeit brav an der Leine läuft.

Sitz! Platz! Fuß! – Die wichtigsten Kommandos in der Hundeerziehung

Hund wartet auf Komando

Einige Grundkommandos sollte jeder Hund beherrschen. Theoretisch können Sie die Kommandos selbst auswählen, solange es sich um kurze einprägsame Begriffe handelt. Wichtig ist auch hier, dass sie konsequent angewendet werden.

Das wohl bekannteste Kommando ist „Sitz!“, mit dem Sie den Hund zum Hinsetzen auffordern. Dies ist wichtig, wenn der Hund zu Hause unruhig umherläuft, wenn Gäste da sind oder wenn Sie beim Spaziergang an einer Ampel warten und der Hund auf die Straße drängt. Üben Sie das Kommando, indem Sie ein Leckerli über den Kopf des Hundes halten. Damit er drankommt, wird er sich hinsetzen müssen. Tut er dies, sagen Sie laut „Sitz!“ und belohnen ihn. Das gleiche können Sie auch mit einem Spielzeug üben. Will sich der Hund absolut nicht setzen, können Sie seinen Hintern sanft drücken – aber verzichten Sie auf schmerzhafte Klapse.

Ähnlich wichtig ist das Kommando „Platz!“, mit dem der Hund zum Hinlegen aufgefordert wird. Hier üben Sie zunächst, indem Sie ein Leckerli auf den Boden legen, sodass sich der Hund hinlegen muss, um daran zu gelangen. Wichtig ist, dass der Hund nicht nur lernt, sich hinzulegen, sondern auch in dieser Position zu verharren, bis Sie ihm einen anderen Befehl erteilen (z. B. indem Sie seinen Namen rufen und zum Herkommen auffordern).

Das dritte Grundkommando ist „Fuß!“, mit dem der Hund lernt, direkt neben seinem Besitzer zu gehen. Dies ist selbst bei Spaziergängen an der Leine wichtig, denn es wird immer wieder Situationen geben, in denen Sie den Hund ganz dicht an Ihrer Seite wissen wollen, z. B. wenn direkt neben dem Gehweg ein Fahrradweg verläuft. Bringen Sie Ihrem Hund das Kommando „Fuß!“ bei, indem Sie sich an den Oberschenkel klopfen und die Aufmerksamkeit des Hundes darauf lenken. Gehen Sie einen oder zwei Schritte. Bleibt der Hund nahe an Ihrem Bein, belohnen Sie ihn. Üben Sie das Kommando am besten im Garten, bis der Hund gelernt hat, mehrere Meter bei Fuß zu gehen.

Fällt Ihnen etwas auf? Die drei Kommandos sind kurz und enthalten einen prägnanten Vokal. Betonen Sie die Vokale bei den Übungen: „Siiitz“, „Plaaatz“, „Fuuuß“. Daran wird der Hund die Befehle erkennen. Anschließend bringen Sie ihm noch bei, auf seinen Namen zu hören. So kommt er angelaufen, wenn Sie ihn rufen. Das Training ist hier besonders leicht: Rufen Sie ihn und er kommt, loben Sie ihn überschwänglich und geben Sie ihm ein Leckerli. Ist der Ruf meist mit Gassi gehen verbunden, gibt ihm dies einen zusätzlichen Ansporn.

Hundeerziehung bei Fehlverhalten

Fast jeder Hund neigt zu Unarten wie Betteln, Bellen oder Hochspringen. Diese sollte Sie ihm konsequent abgewöhnen. Geben Sie dem sprichwörtlichen Hundeblick nach, wenn der Hund am Mittagstisch bettelt, haben Sie schon verloren. Sobald der Hund einmal ein Erfolgserlebnis hatte, wird er es wieder versuchen. Ignorieren Sie das Betteln daher von Anfang an, egal wie herzig Ihr Welpe dreinschaut.

Ständiges Bellen ist ebenfalls unangenehm und kann Ihnen sogar den Zorn der Nachbarn bescheren. Versuchen Sie ihm mit einem konsequenten Kommando wie „Aus!“ das Bellen abzugewöhnen. Loben Sie ihn, wenn er still ist. Häufig bellen und springen Hunde auch aus Langeweile und Unterbeschäftigung. Tobt der Hund wie ein Derwisch um Sie herum, bringen Sie mit „Platz!“ dazu, ruhig zu sein. Erst, wenn er sich hingelegt hat und nicht mehr bellt, gehen Sie mit ihm spazieren, damit er seine überschüssige Energie loswerden kann.

Ein letzter Tipp zur Hundeerziehung: Setzen Sie Leckerli nur sparsam ein, wenn Sie Hunde erziehen. Sobald der Hund das Kommando gelernt hat, darf es nichts mehr geben. Ansonsten gewöhnt sich der Hund eine gewisse Erwartungshaltung an und führt irgendwann gar keine Befehle mehr ohne entsprechende „Bezahlung“ aus.