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Wissenswertes zur Meerschweinchen-Haltung

Meerschweinchen gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland: Rund 1,3 Millionen der kuscheligen Nager lebten einer Studie zufolge 2014 in den Haushalten der Nation. Meerschweinchen gelten als recht pflegeleichte Anfängertiere und zahllose Kinder bekommen eines als erstes Haustier geschenkt. Dennoch kann bei der Meerschweinchen-Haltung viel falsch gemacht werden. Lesen Sie hier, wie Sie glückliche Meerschweinchen halten, die sich bei Ihnen wohlfühlen.

Meerschweinchen niemals alleine halten

Ein einzelnes Meerschweinchen, das in einem engen Käfig im Kinderzimmer gehalten wird, ist ein trauriges Meerschweinchen. Überlegen Sie daher vor der Anschaffung, ob Sie ausreichenden Platz für einen großen Nagerkäfig oder ein großes Gehege haben, in dem mindestens zwei Meerschweinchen leben können. Noch besser sind drei oder vier Meerschweinchen, denn in der freien Wildbahn leben die Tiere in größeren Gruppen von drei bis zehn Meerschweinchen zusammen. Sie verständigen sich untereinander durch Quiek- und Grunzlaute, spielen miteinander und kümmern sich um die gegenseitige Fellpflege. Haben Sie je beobachtet, wie wunderbar Meerschweinchen miteinander umgehen, wissen Sie, dass Sie stets nur mehrere Meerschweinchen halten sollten und niemals alleine. Menschliche Gesellschaft kann den Kontakt zu Artgenossen nicht ersetzen.

Nehmen Sie Jungtiere bei sich auf, sollten diese mindestens acht Wochen alt sein und etwa 250-300 Gramm wiegen. Dürfen es auch ältere Meerschweinchen sein, schauen Sie im örtlichen Tierheim noch: Dort warten genug Tiere sehnsüchtig auf eine neue Heimat. Verzichten Sie auf Qualzüchtungen wie besonders langhaarige oder nackte Meerschweinchen (auch Skinnys genannt). Beliebte Rassen sind das Glatthaarmeerschweinchen, das Rex-Meerschweinchen mit krausem Fell und das Rosetten-Meerschweinchen. Rosetten werden die Haarwirbel genannt, die diesen Tieren ein süßes struppiges Aussehen verleihen.

zwei Meerschweinchen

Meerschweinchen-Haltung im Haus

Empfehlenswert ist eine Grundfläche von einem halben Quadratmeter pro Meerschweinchen. Möchten Sie also zwei Meerschweinchen halten, sollte der Käfig auf keinen Fall weniger als einen Quadratmeter Fläche bieten. Mehr ist sogar besser.

Wichtig für die gesunde Meerschweinchen-Haltung sind ausreichende Bewegung und vielfältige Versteckmöglichkeiten. Wenn Sie im Käfig eine weitere Ebene einziehen, haben Ihre Meerschweinchen in der unteren Etage einen halbdunklen Rückzugsraum zusätzlich zum eigentlichen Schlafhäuschen und können in der oberen Etage die Aussicht genießen. Ein Laufsteg verbindet beide Etagen und bietet den Meerschweinchen obendrein eine schöne Klettermöglichkeit. Zur weiteren Ausstattung des Käfigs gehören ein Futternapf, eine Heuraufe und eine Trinkflasche. Daneben freuen sich Meerschweinchen über Kletter- und Spielmöglichkeiten wie Brücken, Tunnel und Hängematten. Lesen Sie hier mehr zur Wahl des optimalen Meerschweinchenkäfigs.

Wählen Sie einen gut belüfteten Standort mit Tageslicht, wo die Meerschweinchen vor Zugluft geschützt sind. Stellen Sie den Käfig nicht direkt an eine Heizung oder so, dass er im prallen Sonnenlicht steht.

Meerschweinchen sind bewegungsfreudige Tiere, die nicht nur im Käfig leben sollten. Gönnen Sie Ihren Fellnasen täglich mehrere Stunden Auslauf im (gesicherten) Zimmer oder legen Sie ein zusätzliches Auslaufgehege an, in dem sie herumtoben können.

Meerschweinchen drinnen halten

Meerschweinchen-Haltung im Freien

Die optimale artgerechte Meerschweinchen Haltung ist die Haltung im Freien. Ganz wichtig ist für Meerschweinchen Auslauf, sodass sie genug Platz haben, um miteinander zu spielen und herum zu tollen.

Sie können aus einzelnen Bauteilen und Holzplatten ein Gehege nach Ihren eigenen Vorstellungen zimmern oder auf eine Kombination aus fertigem Stall und Auslaufgehege setzen. Rechnen Sie mit mindestens einem Quadratmeter pro Meerschweinchen und mindestens drei bis vier Tieren, die in einer Sippe zusammenleben. Gerade im Winter, wenn die Meerschweinchen die meiste Zeit Wärme suchend dicht aneinander gekuschelt im Schlafhaus verbringen, sind zwei Meerschweinchen einfach nicht genug, um sich gegenseitig zu wärmen.

Achten Sie beim Bau des Geheges darauf, dass es halb im Schatten und halb in der Sonne liegt, sodass die Meerschweinchen stets selbst wählen können, wo sie sich aufhalten. Halten Sie dabei im Hinterkopf, dass die Sonne im Laufe des Tages wandert. Selbst wenn Ihr Meerschweinchengehege morgens im Schatten liegt, könnte nachmittags die tiefer stehende Sonne drohen.

Stellen Sie das Gitter des Auslaufgeheges nicht einfach so auf den Rasen. Meerschweinchen werden sich zwar nicht durch die Erde ins Freie buddeln, doch es besteht immer die Gefahr, dass sich nachts eine Katze, ein Marder oder ein Fuchs Zugriff zum Gehege verschafft. Das Gitter sollte daher einige Zentimeter tief in die Erde eingegraben werden. Auch von oben muss das Gitter zum Schutz vor Jägern vollständig abgedeckt werden.

Wie der Käfig drinnen sollte auch das Gehege draußen mit Heuraufe, Futternapf, Trinkflasche und Schlafhäuschen ausgestattet sein. Dazu freuen sich Ihre Meerschweinchen über verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten wie Röhren aus Holz oder Kork, Weidentunnel, kleine Brücken und aufwendige Knabbereien , bei denen sie sich ihr Futter erst „erarbeiten“ müssen.

Natürlich können Sie bei der Meerschweinchen Haltung auch beides wählen: In den Sommermonaten leben Ihre Tiere im Außengehege und im Winter in einem großen Käfig in der Wohnung oder im Haus.

Meerschweinchen draußen halten

Die Ernährung der Meerschweinchen

Das wichtigste Grundnahrungsmittel für Meerschweinchen ist Heu, das aus einer Heuraufe gefüttert wird, damit es nicht verschmutzt. Hier steckt der Teufel im Detail: Die Gitterstäbe der Heuraufe dürfen nicht zu weit auseinanderstehen (maximal vier Zentimeter), da sonst Gefahr besteht, dass das Meerschweinchen mit dem Kopf stecken bleibt oder gar in die Raufe hineinkriecht (und nicht mehr herauskommt). Weiterhin muss die Heuraufe so hoch hängen, dass die Meerschweinchen nicht von oben hineinklettern können, zugleich das Heu aber bequem im Stehen zu erreichen ist.

Typisches Meerschweinchenfutter aus dem Handel sollte nur sparsam gefüttert werden, da es zu viel Fett, Stärke und Zucker enthält. Viel mehr freuen sich Ihre Meerschweinchen über Grünfutter, frisches Obst, Gemüse und Gras. Füttern Sie mehrmals täglich eine Kleinigkeit, zum Beispiel Möhrenschnitze, Apfelstückchen oder ein Blatt Löwenzahn. Bringen Sie den Tieren nur einmal täglich eine riesige Portion Grünfutter, stürzen sie sich begierig darauf – und prompt streikt der Darm. Zwiebelgewächse, Hülsenfrüchte und Kohl können schwere Blähungen verursachen und sollten nicht gefüttert werden.

Ganz wichtig sind Zweige für die gesunde Meerschweinchen-Haltung: Beim Knabbern wetzen sie ihre ständig nachwachsenden Zähne regelmäßig ab. Besonders empfehlenswert sind Zweige von Apfel- und Birnbäumen, die bedenkenlos gefüttert werden können. Von anderen Bäumen wie Pappeln, Birken, Kiefern oder Linden dürfen nur kleine Mengen gereicht werden.

Wasser sollte den Meerschweinchen am besten mit einer Trinkflasche zur Verfügung stellt werden. Hier bleibt das Wasser viel eher sauber als in einem herkömmlichen Napf.

Ein Tipp:

Möchten Sie Ihren Meerschweinchen eine Freude machen, pflücken Sie Löwenzahn oder Gänseblümchen im Freien oder reichen Sie ihnen einen frischen Apfel. Zuckrige Leckerlis aus dem Supermarkt sorgen lediglich dafür, dass die Tiere Fett ansetzen. Auch „Menschenfutter“ wie Kekse und Schokolade sind tabu!


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Beschäftigung für das Meerschweinchen

Meerschweinchen mögen Beschäftigung und Unterhaltung. Die größte Rolle spielt für die Meerschweinchen Auslauf im Freigehege oder im Zimmer. Sie lieben es, alle Ecken des Zimmers zu erkunden, herumzuklettern und verschiedenste Dinge anzuknabbern. Haben Sie im Inneren der Wohnung nicht genug Platz, um Ihren Meerschweinchen ein permanentes Gehege für den Auslauf zu bauen, achten Sie darauf, dass das Zimmer meerschweinchensicher ist. Verbergen Sie z. B. Kabel in speziellen Plastikschutzhüllen, damit sie nicht angeknabbert werden.

Bieten Sie Ihren Meerschweinchen Unterhaltung im Gehege oder beim Auslauf im Zimmer: Gestalten Sie Pappkartons und Handtücher zu Höhlen um, verstecken Sie Leckerlis wie getrocknetes Gemüse im Heu, sodass die Tiere danach suchen müssen, oder stopfen Sie aromatische Kräuter in eine leere Klopapierrolle. Sie können Ihr Meerschweinchen auch zum Hindernislauf anregen. Locken Sie das Tier mit einem Karottenstück über Brücken und durch Tunnel. So manches Meerschweinchen wird Sie mit einem beherzten Sprung über ein Hindernis überraschen. Eine kleine Cherry-Tomate ist ebenfalls ein wunderbares Spielzeug, das von den Meerschweinchen lange durchs Gehege gekugelt wird, ehe sie hineinbeißen.

Ein Meerschweinchen zu halten erfordert Geduld

Denken Sie stets daran, dass Ihre Meerschweinchen freiwillig mit Ihnen spielen sollten. Haben die Tiere keine Lust, dürfen Sie sie nicht zwingen. Die putzigen Fellnasen sind jedoch ausgesprochen intelligent und gelehrig, sodass Sie sie mit viel Geduld und Leckerlis zu den tollsten Kunststücken anregen können.

Möchten Sie Meerschweinchen als Haustiere für Ihre Kinder kaufen, erklären Sie dem Nachwuchs die wichtigsten Aspekte der Meerschweinchen-Haltung und das allgemeine Verhalten von Meerschweinchen: So sind die Tiere von Natur aus eher scheu und schrecken vor lauten Geräuschen und hastigen Bewegungen zurück. Bringen Sie den Kindern bei, sich den Tieren nur langsam und leise zu nähern und sie nicht einfach mit einem groben Griff aus dem Käfig zu holen. Die Meerschweinchen halten dann nicht still, weil sie so gerne hochgehoben und gestreichelt werden, sondern weil sie in eine ängstliche Schreckstarre verfallen sind. Für kleine Kinder sind Meerschweinchen nicht als Haustiere geeignet, da ihnen meist noch das Feingefühl im Umgang mit Kleintieren fehlt.

Besonders geeignet sind Meerschweinchen für ältere Kinder, Senioren und tierliebende Erwachsene, die viel Zeit mit ihren Haustieren verbringen möchten und viel Platz für ein großes Gehege im Haus oder im Garten haben. Wägen Sie stets vor dem Kauf ab, ob das gewünschte Kleintier auch wirklich zu Ihnen passt.

Meerschweinchen beim Fressen

Das Meerschweinchen und seine Gesundheit

Auch bei der besten Meerschweinchen-Haltung kann es zu Erkrankungen kommen. Allerdings neigen Meerschweinchen dazu, ihre Krankheit zu verstecken. Ein Warnzeichen ist das Verhalten der Tiere bei der Fütterung. Merken Sie, dass sich ein Meerschweinchen auffällig zurückhält und nicht wie sonst freudig angelaufen kommt, wenn Sie mit Salat, Apfel oder frischem Heu ans Gehege treten, ist vermutlich etwas faul. Überprüfen Sie jedes Meerschweinchen in regelmäßigen Abständen auf sein Erscheinungsbild. Fahles Fell, kahle Stellen, verklebte Augen oder ein kotverklebter After sind Zeichen für eine Erkrankung. In diesem Fall bringen Sie das Meerschweinchen möglichst schnell zum Tierarzt. Verwenden Sie dazu am besten eine richtige Transportbox für Nagetiere und keinen dunklen Schuhkarton, in dem sich das Meerschweinchen ängstigt und unter starkem Stress steht.

Krallen und Zähne des Meerschweinchens wachsen ständig nach. Die Zahnpflege übernimmt das Tier selbst, indem es z. B. Zweige anknabbert. Bei der Krallenpflege benötigt es jedoch Ihre Unterstützung. Lassen Sie sich vom Tierarzt zeigen, wie und an welchem Punkt Sie die Krallen des Meerschweinchens schneiden sollten. Anschließend übernehmen Sie die Arbeit selbst etwa alle 3-4 Monate. Haben Sie sich für langhaarige Meerschweinchen entschieden, müssen diese regelmäßig gekämmt werden.