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Die Bohrmaschine – im Handwerk nicht wegzudenken

Irgendwann können sich selbst Handwerksmuffel nicht mehr davor drücken: Die Anschaffung einer eigenen Bohrmaschine erspart nicht nur den Gang zum Nachbarn, sondern erleichtert die handwerkliche Arbeit in jedem Raum der Wohnung oder des Hauses. Ein schwerer Bilderrahmen macht das Bohren von Löchern ebenso erforderlich wie das Anbringen einer leichten, schmalen Regalplatte.

Mit diesen Gedanken sollten Sie auch den Kauf einer Bohrmaschine angehen: Welche Arbeiten werden Sie voraussichtlich mit der Maschine ausführen und wie häufig wird der Einsatz nötig sein? So erhalten Sie Klarheit über den Werkzeugtyp und davon abhängig auch über die mögliche Preisspanne.

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Welche Typen von Bohrmaschinen gibt es?

Es werden drei Hauptarten unterschieden:

  • Bohrhämmer
  • Schlagbohrer und
  • Bohrschrauber.

Ergänzt wird die Palette durch Akkuschrauber, die jedoch ausschließlich Schrauben festziehen und lösen. Zum Bohren sind diese Geräte nicht geeignet. Möchten Sie sich über Akkuschrauber informieren, hier geht es zum Akkuschrauber-Ratgeber.

Diese Fachbegriffe sollten Sie kennen

Beim Kauf einer Bohrmaschine verhält es sich oft wie beim Autokauf: Sie haben eine ungefähre Vorstellung vom gewünschten Produkt und werden dann von Fachbegriffen nahezu erschlagen. Ein Tipp: Bereiten Sie sich sorgfältig vor. Wenn Sie die wichtigsten Ausdrücke kennen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die optimale Maschine für Ihren Bedarf finden.

Dies sind die wichtigsten Fachbegriffe, auf die Sie beim Kauf einer Bohrmaschine achten sollten:

  • Die Bohrleistung der Maschine setzt sich zusammen aus Schlagenergie, Drehzahl und Schlagzahl. Die Schlagenergie wird in Joule gemessen und sollte bei guten langlebigen Geräten mindestens zwischen 2,0 und 3,5 Joule liegen. Der Grund: Je höher die Schlagenergie ist, desto leichter lässt sich der Bohraufsatz in hartes Material einführen. Für durchschnittliche Anforderungen reicht eine Schlagenergie von 2,5 Joule aus. Zweiter Faktor ist die Drehzahl. Das Gerät Ihrer Wahl sollte auf jeden Fall über eine regelbare Drehzahl verfügen. Dies ist bei verschiedenen Bohrdurchmessern und Materialien unbedingt notwendig, da der Kraftaufwand variiert. Zudem sollten Sie auf die Schlagzahl achten. Sie benennt die Schläge pro Minute der Maschine. Der Standard sind um die 4.000 Schläge pro Minute.
  • Ein "Sofort-Stopp", der die Bohrung kurz nach der Auslösung stoppt, verbessert das Bohrergebnis abermals.
  • Ein weiteres Entscheidungskriterium beim Kauf ist die Nennleistung der Bohrmaschine. Sie reicht bei Profimodellen von 500 bis 1500 Watt. Für den gelegentlichen Gebrauch im Haushalt genügt eine Nennleistung von 500 bis 700 Watt. Eine höhere Nennleistung sollte dann erwogen werden, wenn häufig Löcher mit größerem Durchmesser gebohrt werden müssen. Achten Sie auch auf die Leerlaufdrehzahl. Die Grenze zwischen Hausgebrauch und professioneller Nutzung liegt bei 3000 Umdrehungen pro Minute.
  • Mit einer Maschine mit 2-Gang-Getriebe sind Sie stets auf der sicheren Seite. Hier wird ein langsamer, kräftiger Gang für das Bohren von Löchern mit großem Durchmesser kombiniert mit einem schnelleren, schwächeren Gang für Löcher mit kleinem Durchmesser.
  • Bei der Auswahl der Bohrmaschinen werden Sie auch Angaben zum Bohrfutter finden. Darunter versteht man den Mechanismus, der den eingesetzten Bohrer fixiert. Man unterscheidet drei Arten von Bohrfutter, die für den Laien zunächst verwirrend klingen mögen. Dies sind Schnellspannbohrfutter, Zahnkranzbohrfutter und Zahnkranzfutter mit Spannkraftsicherung. Nach der Größe des Futters richtet sich das Bohrzubehör. Die Standardgröße des Schnellspannfutters beträgt 13 mm. Der große Vorteil für Hobbyhandwerker und Profis gleichermaßen: Bei dieser Größe kann man die Bohr- oder Schraubeinsätze ohne zusätzliches Werkzeug anpassen. Für das Zahnkranzfutter wird zusätzlich ein Bohrfutterschlüssel benötigt, mit dem man den Bohrer festzieht. Das kostet Zeit, steigert aber auch die Sicherheit. Ein Zahnkranzfutter mit Spannkraftsicherung schließlich ist nur bei professionellen Präzisionsmodellen verbaut. Es sichert den Bohrer sogar beim Bohren durch Beton.
Hier geht's zum Sortiment "Bohrmaschinen"

Das leisten die verschiedenen Typen von Bohrmaschinen

  • Schlagbohrer sind wegen der hohen Dreh- und Schlagzahl vorrangig für Arbeiten an Stein, Metall, Beton und Mauerwerk geeignet. Sie durchdringen aber auch Holz und Fliesen und sind daher im Zweifel das universelle Bohrgerät. Werden bevorzugt Betonarbeiten ausgeführt oder Bohrungen mit großem Durchmesser, sollte besser ein Bohrhammer eingesetzt werden. Bei einer Schlagbohrmaschine werden der Rotation optional schlagende Bewegungen zugeschaltet. Die Anzahl der Schläge liegt dabei deutlich unter denen eines Bohrhammers. Die Effektivität einer Schlagbohrmaschine wird durch hohe Andruckkraft erzielt, wodurch die Zahnung schnell verschleißt. Daraus folgt für den Nutzer: Stehen die Arbeiten unter Zeitdruck, muss viel Kraft eingesetzt werden.
  • Bohrhämmer kommen bei Bohrarbeiten an Mauerwerk oder Stein (auch Naturstein) zum Einsatz. Für weiche und spröde Materialien sollte ein Bohrhammer nur dann verwendet werden, wenn das Schlagwerk abschaltbar ist (sogenannter Schlagstopp). Die Schlagzahl fällt beim Bohrhammer geringer aus als beim Schlagbohrer, die Schlagenergie ist schlichtweg höher. Die Schläge werden dabei über ein pneumatisches Schlagwerk erzeugt. Der Hammermechanismus arbeitet während des Bohrens mit 10.000 oder mehr Schlägen pro Minute. Der Vorteil für den Nutzer: Es muss keine Kraft aufgewendet werden, der Bohrer zieht sich geradezu von selbst ins Mauerwerk. Soll mit dem Bohrhammer gemeißelt werden, muss er mit einem Drehstopp ausgerüstet sein. Das Kraftpaket kann übrigens auch leicht schrauben. Die meisten Geräte verfügen zu diesem Zweck über einen Rechts-/Linkslauf.
  • Bohrschrauber bieten eine Doppelfunktion: Sie bohren und drehen Schrauben heraus. Mit einem Standardeinsatz werden Löcher in Metall oder Holz gebohrt, der Schraubendrehereinsatz lockert Schrauben oder zieht sie fest. Die Bohrmaschine verfügt über einen verstellbaren Kupplungsmechanismus. Er stoppt sofort, wenn die Schraube festsitzt. Ein Verkanten ist ausgeschlossen.

Von Bohrern und Bits

Sie haben die passende Maschine gefunden? Dann fehlen nur noch die Bohreinsätze und Bits dazu. Bits? – abermals ein Fachbegriff. Ein Bit ist ein Einsatzwerkzeug für Akku-Bohrschrauber und Akkuschrauber und dient als auswechselbarer Schraubereinsatz. Man unterscheidet folgende Arten:

  • HSS (High Speed Steel) als Universaleinsatz für Metall, Holz und Plastik
  • Holzbohrer (Holzspiralbohrer) als Einsatz für genaues Bohren in Holz
  • Flachholzbohrer als Einsatz zum Bohren von Löchern mit großem Durchmesser in Hart- und Weichholz
  • Erdbohrer als Einsatz zum Bohren für tiefe Löcher mit großem Durchmesser in Holz oder künstlichen Materialien. Der spiralförmige Bohrer entfernt die Holzspäne.
  • Betonbohrer als Einsatz zum Durchbohren von Mauerwerk, Stein und Beton
  • Multifunktionsbohrer als Multifunktionseinsatz für Holz, Mauerwerk und Plastik
  • Glas- und Fliesenbohrer als Spezialeinsatz für Glas, Fliesen und Spiegel

Vor dem Kauf: Nehmen Sie das Gerät in die Hand

Natürlich ist es nützlich, wenn Sie über sämtliche Eigenschaften des Gerätes aufgeklärt sind. Doch mindestens ebenso wichtig ist es, dass Sie mit der Bohrmaschine arbeiten können. Das sollten Sie zunächst selbst prüfen, indem Sie die verschiedenen Modelle einmal in die Hand nehmen:

  • Testen Sie das Gewicht. Wie liegt die Maschine in der Hand? Ist sie zu schwer? Technisch hoch ausgestattete Profimaschinen wiegen sieben Kilogramm und mehr. Zieht die Maschine nach unten? Kommen Sie mit dem Griff zurecht? Bohrer werden in drei Griffvarianten angeboten: Am beliebtesten ist der Pistolengriff. Der T-Griff schont bei längerem Gebrauch das Handgelenk. Der rechtwinkelige Griff wurde für Arbeiten an schwer erreichbaren Stellen konstruiert.
  • Simulieren Sie eine Bohrbewegung. Eventuell haben Sie auch die Möglichkeit das Bohren an einem Gegenstand einmal auszuprobieren. Unterschätzen Sie dabei nicht die Kraft, die Sie selbst aufwenden müssen. Bei allen technischen Raffinessen wird Ihnen trotzdem noch körperlicher Einsatz abverlangt.
  • Denken Sie daran: Das Gerät vibriert beim Gebrauch. Das ist nicht nur störend, Bohrungen können dadurch auch ungenau werden. Eine Anti-Vibrations-Vorrichtung ist daher nützlich. Bewährt haben sich hierfür zum Beispiel gepolsterte Handgriffe.
  • Beim Testlauf können Sie dann eine weitere wichtige Entscheidung treffen: Soll Ihre Bohrmaschine über Kabel betrieben werden oder über einen Akku, also kabellos laufen? Natürlich sind Geräte ohne Kabel bequemer zu handhaben und können problemlos zu einem anderen Einsatzort getragen werden. Dafür sind akkubetriebene Geräte in der Regel leistungsschwächer und verfügen über eine geringere Drehzahl. Fragen Sie am besten nach der Akkuladezeit (gemessen in Stunden), um langes Warten zu vermeiden. Sie werden feststellen: Diese Zeit ist meist so gering, dass Sie ohne Bedenken ein kabelloses Gerät wählen können.
  • Bohren erzeugt Staub. Praktisch ist es, wenn die Maschine mit einem Anschluss für eine Staubabsaugung ausgestattet ist.
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