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Verschiedene Sägen schärfen, warten und pflegen – so machen Sie es richtig

Für Heimwerker gehören Sägen zur Grundausstattung. Ob einfache Handsäge, Stichsäge oder Kettensäge – jeder Sägentyp benötigt eine spezielle Wartung und Pflege. In unserem nachfolgenden Ratgeber haben wir die wichtigsten Pflegemaßnahmen und Pflegetipps für unterschiedliche Sägetypen übersichtlich für Sie zusammengefasst. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Sägen fachmännisch schärfen. Weitere Informationen finden Sie in unserem Kaufberater!

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Warum sind Wartungs- und Pflegemaßnahmen für Sägen wichtig?

Abhängig vom Sägentyp hat eine regelmäßige Wartung und Pflege entscheidenden Einfluss auf die Funktionsfähigkeit und Lebensdauer der Säge. So sägt es sich mit einer stumpfen Säge schlecht, da das Sägeblatt das Holz nicht mehr richtig schneidet. Stumpfe Sägeblätter erfordern zusätzlichen Kraftaufwand bei Handsägen bzw. beanspruchen die Motoren von zum Beispiel Ketten- oder Kreissägen unnötig stark. Zudem neigen stumpfe oder angerostete Sägeblätter zum Verkeilen. Dies erhöht die Verletzungsgefahr und führt dazu, dass die saubere Schnittführung unter einem stumpfen Sägeblatt leidet. Bei Sägen mit Verbrennungsmotor müssen zudem regelmäßig Luftfilter und Ölstand kontrolliert werden. Denn ein verschmutzter Luftfilter kann unter anderem zu Leistungsabfall, erhöhtem Spritverbrauch und vorzeitigem Motorverschleiß führen. Verschmutzte Kühlrippen behindern die Kühlung und lassen den Motor schneller überhitzen. Die richtige Spannung der Sägekette beugt unnötigem Verschleiß und Unfällen vor. Wie Sie mit einer Kettensäge und anderen Sägen richtig sägen, erfahren Sie hier!

Wartungs- und Pflegemaßnahmen für Kettensägen

Kettensäge
  • Kettensägen mit Verbrennungsmotor benötigen im Vergleich zu anderen Sägen relativ viel Wartung und Pflege. Im Einzelnen sind folgende Wartungs- und Pflegemaßnahmen empfehlenswert Luftfilter prüfen und reinigen: Abhängig von den geleisteten Betriebsstunden und dem Staubgehalt der Umgebungsluft sollte der Luftfilter immer wieder auf Verschmutzungen geprüft werden. Tauschen Sie einen verschmutzten bzw. zugesetzten Luftfilter entweder aus oder reinigen Sie ihn. Generell sollten Sie vor einem Wechsel oder der Reinigung des Filters grobe Schmutzpartikel an der Filteroberseite entfernen, damit diese nicht in den Vergaser der Säge gelangen können. Viele Filter lassen sich mit Wasser und etwas Spülmittel auswaschen. Spülen Sie den Filter nach der Reinigung mit klarem Wasser und lassen Sie diesen vor dem Einbau gut durchtrocknen. Verwenden Sie zum Reinigen des Filters jedoch kein 2-Takt-Benzin, da das in dem Benzin enthaltene Öl die feinen Poren des Filters verstopft. Das Ausblasen von Luftfiltern mit Pressluft ist ebenfalls für die meisten Filter nicht zu empfehlen, da sich durch den starken Druck die Poren des Filters vergrößern können. Dadurch nimmt die Filterleistung gegen Feinstaub ab. Verfügt Ihre Kettensäge über einen Vorfilter für Grobstaub, können Sie diesen nach Bedarf abbürsten. Tiefer sitzende Verschmutzungen lassen sich ebenfalls mit Spülmittel und Wasser entfernen. Beachten Sie beim Austausch oder der Reinigung des Luftfilters immer die Bedienungsanleitung und vermeiden Sie unbedingt den Einsatz von feuchten oder nassen Filtern, da sonst Wasser in den Vergaser gesaugt werden kann. Die Bedienungsanleitung gibt auch darüber Auskunft, wie oft der Luftfilter gereinigt werden sollte.

  • Kühlrippen und Motorblock reinigen: Reinigen Sie den Motorblock bzw. die Kühlrippen der Säge regelmäßig von grobem Schmutz wie Sägespänen, Harz und Ölrückständen. Öffnungen für den Lufteintritt und das Lüftergehäuse müssen ebenfalls möglichst frei von Schmutz sein. Sägespäne lassen sich gut mit einem Pinsel entfernen. Harz und mit Harz verklebte Sägespäne können Sie mit Harzlöser zu Leibe rücken. Bei kleineren Harzflecken hilft oft ein mit Margarine bestrichenes Tuch.

  • Gehäuse reinigen: Entfernen Sie Verschmutzungen an den Plastikteilen des Gehäuses mit einem Tuch, Wasser und Spülmittel. Scharfe Reiniger wie Aceton, Waschbenzin oder Terpentin können Plastikteile angreifen und sollten daher nur verwendet werden, wenn dies laut Bedienungsanleitung gestattet ist.

  • Prüfen und reinigen der Schneidgarnitur: Um Schäden an der Schneidgarnitur festzustellen und diese zu reinigen, müssen Sie das Schwert der Motorsäge demontieren. Das Schwert ist meist mit Muttern am Kettenraddeckel befestigt. Vor der Demontage des Schwertes müssen Sie die Kette über den Kettenspannbolzen entspannen. Grobem Schmutz an der Schneidgarnitur lässt sich mit einem Pinsel mit harten Borsten gut entgegenwirken. Das Schwert ist beim Betrieb der Säge hohen Belastungen ausgesetzt. Weist es Schäden wie Risse oder ausgebrochene Stellen auf, sollten Sie dieses austauschen. Ein beschädigtes oder gebrochenes Schwert kann zu einem Abrutschen der Kette und somit zu schweren Verletzungen führen. Dies gilt ebenso für Schäden und tiefere Einlaufspuren am Ritzel. Besonderes Augenmerk bei der Reinigung des Schneidwerks sollten Sie auf die Schienennut richten. Damit die Nut der Kette eine sichere und leichte Führung ermöglicht, reinigen Sie diese mit einem kleinen Pinsel und/oder einem Dorn. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie die Schienennut nicht mit harten Reinigungswerkzeugen beschädigen. Kontrollieren Sie im Zuge der Reinigung auch gleich die in der Bedienungsanleitung vorgegebene Mindestnuttiefe. Ist diese unterschritten, hat die Kette keine sichere Führung mehr. Um eine sichere Schmierung der Kette zu gewährleisten, müssen zudem die Öleintrittsbohrungen am Schwert gereinigt werden. Drehen Sie das Schwert in regelmäßigen Abständen. So nutzt dieses sich gleichmäßiger ab.

  • Ölstand kontrollieren: Kontrollieren Sie den Ölstand der Kettensäge und füllen Sie bei Bedarf geeignetes Öl nach.

  • Zündkerze überprüfen und reinigen: Verschmutzte Elektroden an Zündkerzen lassen sich mit einer weichen Messingbürste reinigen. Nach einer gewissen Anzahl an Betriebsstunden sollte die Zündkerze allerdings gewechselt werden. Entsprechende Vorgaben finden Sie in der Bedienungsanleitung.

  • Kette der Säge schärfen: Sie sollten die Kette Ihrer Säge schärfen, wenn sich die Säge zum Beispiel nicht mehr selbst in das Holz zieht, Rauchentwicklung beim Sägen auftritt oder die Säge nur noch sehr feine Späne erzeugt. Wählen Sie zum Schärfen der Kette eine Sägekettenfeile mit einem Durchmesser, welcher auf die Teilung der Kette abgestimmt ist. Die entsprechenden Werte finden Sie in der Bedienungsanleitung. Führen Sie die Feile im Vorwärtsstrich am Schneidezahn vorbei, bis die Schneide wieder scharf ist. Beginnen Sie das Schärfen stets am Richtzahn und halten Sie einen Winkel von 90° zur Führungsschiene ein. Um einen gleichmäßigen Materialabtrag zu gewährleisten, sollten Sie die Feilenstriche an jedem Zahn zählen. Das Schärfen der Sägekette erfordert Geschick und einige Fachkenntnisse. Haben Sie mit dem Schärfen keine Erfahrung, können Sie dies in einer Fachwerkstatt erledigen lassen und die Säge inzwischen mit einer Ersatzkette betreiben.

Elektrosägen warten und pflegen

Elektrosäge

Elektrosägen wie Stichsägen oder Handkreissägen haben in der Regel einen geringeren Wartungsaufwand als Kettensägen mit Verbrennungsmotor. Ziehen Sie vor der Wartung oder Reinigung von elektrischen Sägen auf jeden Fall den Netzstecker! Folgende Arbeiten sollten Sie bei Elektrosägen in regelmäßigen Abständen durchführen:

  • Reinigung: Befreien Sie das Sägeblatt nach der Arbeit mit einem Handfeger von Sägespänen. Für kleine Sägeblätter von Stichsägen eignet sich dazu auch gut eine Zahnbürste. Bei Stichsägen sollte ebenfalls das Pendelrad frei von Sägespänen sein. Wichtig ist zudem die Reinigung von Kühlöffnungen und Lufteinlässen. Damit der Schmutz beim Reinigen nicht in die Maschine rieselt, können Sie entsprechende Stellen mit einer Staubsaugerdüse aussaugen. Teilweise müssen Sie Sägeblätter für die Reinigung ausbauen. Harz können Sie mit Harzlöser entfernen. Auch die Verwendung von Margarine zum Lösen von Harz ist einen Versuch wert. Fetten Sie Sägeblätter bei längerer Nichtnutzung mit entsprechenden Schmierstoffen (Bedienungsanleitung) ein. Dies beugt Rostbefall vor.

  • Gehäuse reinigen: Plastikteile am Gehäuse von Elektrosägen reinigen Sie am besten mit einem feuchten Tuch. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass das Tuch nicht zu nass ist und so Wasser an elektrische Bauteile gelangen kann. Dies könnte die Maschine beschädigen.

  • Kohlebürsten tauschen: Nach einer gewissen Anzahl von Betriebsstunden müssen bei einigen Elektrosägen die Kohlebürsten des Motors gewechselt werden. Bei abgenutzten Kohlebürsten kann es zu Motoraussetzern kommen. Überlassen Sie den Austausch der Kohlebürsten am besten einer Fachwerkstatt.

  • Sägeblätter auf Schäden prüfen: Wie bei Sägeblättern von Kettensägen können auch von beschädigten Sägeblättern von zum Beispiel Kreissägen Gefahren ausgehen. Entdecken Sie Risse oder ausgeschlagene Zähne am Sägeblatt, sollten Sie dieses austauschen.

  • Sägeblatt schärfen: Bei Stichsägen lohnt das Schärfen der kleinen Sägeblätter meist nicht. Tauschen Sie die Blätter hier lieber aus. Das Schärfen von größeren Kreissägeblättern kann sich hingegen lohnen. Allerdings lassen sich nur Sägeblätter relativ problemlos schärfen, die über keine speziell gehärteten Zähne verfügen. Im Handel werden zum Schärfen spezielle Schleifgeräte angeboten. Mit dem Schärfen der Sägezähne ist es in der Regel jedoch nicht getan. So müssen viele Sägeblätter im Zuge des Schärfvorgangs ebenfalls abgerichtet, geformt und geschränkt werden. Diese Arbeitsschritte erfordern bei Kreissägeblättern spezielle Fachkenntnisse. Deshalb sollten Heimwerker ohne entsprechende Erfahrungen das Schärfen dieser Sägeblätter lieber einem Fachbetrieb überlassen.

Handsägen richtig pflegen

Handsäge

Handsägen wie Fuchsschwänze, Bügel- oder Feinsägen sollten Sie regelmäßig von Schmutz und Sägespänen befreien. Dazu eignet sich zum Beispiel eine grobe Schuhbürste. Läuft das Sägeblatt nur schwer, können Sie dieses mit Kerzenwachs einfetten. Harzanhaftungen lassen sich wie bei anderen Sägen mit Harzlöser entfernen. Bei längerem Nichtgebrauch kann Vaseline das Sägeblatt vor Rost schützen. Achten Sie bei Lagerung und Transport der Sägen darauf, dass sich das Sägeblatt nicht verzieht. Besonders anfällig sind hier Fuchsschwänze und Feinsägen. Deshalb sollten Fuchsschwänze stets mit dem Sägeblatt nach unten aufgehängt werden.

Handsägen schärfen

Nicht speziell gehärtete Blätter von Handsägen können geschickte Heimwerker selbst schärfen. So gehen Sie hierfür vor:

  • Säge fixieren:Damit die Säge beim Schärfen und Schränken nicht verrutscht, muss diese sicher fixiert werden. Dies mindert außerdem die Verletzungsgefahr. Zum Fixieren der Säge eignet sich ein Schraubstock. Zum Schutz der Säge und zur Vibrationsdämpfung sollten Sie diese an den Seiten beim Einspannen mit Holzleisten „polstern“. Fixieren Sie die Säge so, dass die Sägezähne gerade über die Holzleisten hinausragen.

  • Zahnhöhe prüfen:Für einen sauberen Schnitt und einen gleichmäßigen Lauf der Säge müssen alle Zähne die gleiche Höhe aufweisen. Sind Unregelmäßigkeiten bei der Zahnhöhe erkennbar, glätten Sie diese mit einer Flachfeile.

  • Sägeblatt schränken:Teilweise ist vor dem eigentlichen Schärfvorgang ein Schränken des Sägeblatts nötig. Beim Schränken werden die Sägezähne auseinandergebogen. So verkeilt sich die Säge nicht so schnell im Holz und lässt sich leichter führen. Zum Schränken der einzelnen Sägezähne benötigen Sie eine spezielle Schränkzange. Achten Sie beim Schränken darauf, dass die Schränkung gleichmäßig verläuft und die Zähne nur in der bereits vorgegebenen Richtung geschränkt werden. Die Biegung der Sägezähne (Schränkweite) sollte ca. das 1,6-fache der Sägeblattbreite betragen. Für die Tiefe der Schränkung hat sich ein Wert von ca. 1/3 der Zahnhöhe bewährt.

  • Blatt der Säge schärfen:Zum Schärfen der meisten Sägeblätter von Handsägen eignet sich eine Dreikantfeile am besten. Führen Sie die Feile in einer Vorwärtsbewegung an den Sägezähnen entlang, bis diese wieder eine scharfe Schnittkante aufweisen. Halten Sie beim Schärfen den Winkel der Sägezähne ein. Dazu empfiehlt es sich, zunächst nur jeden zweiten Zahn zu schärfen und dann das Sägeblatt zu wenden.

  • Grat entfernen:Beim Schärfen des Sägeblattes kann es zur Gratbildung kommen. Entfernen Sie die Grate an den Zähnen mit einem feinen Schleif- oder Abziehstein.

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