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Heizen mit Strom ist sauber und unkompliziert

Spätestens seit der ersten Ölkrise im Jahr 1973 und den danach extrem angestiegenen Energiekosten hat das Heizen mit Strom einen schlechten Ruf. Die weithin bekannte Elektroheizung aus den 1970er- und 1980er-Jahren ist die Nachtspeicherheizung. Sie sollte eigentlich mit preisgünstigem Nachtstrom arbeiten und dadurch geringere Kosten verursachen als andere elektrische Heizmethoden. Durch den starken Anstieg der Stromkosten und die weitgehende Abschaffung von verbilligtem Nachtstrom verlor die Nachtspeicherheizung jedoch schnell an Attraktivität. Hohe Kosten und ökologische Belastungen, wie sie durch Nachtspeicherheizungen und andere energieintensive elektrische Heiztechniken entstehen, führen dazu, dass viele Hauseigentümer heute die Elektroheizung ablehnen. Moderne Techniken rücken jedoch die Heizung mit Strom wieder mehr in das öffentliche Interesse. Letztendlich ist eine Stromheizung sehr einfach und unkompliziert. Sie ist günstig in der Anschaffung und bequem in der Bedienung. Zudem ist eine elektrische Heizung eine saubere Angelegenheit, denn Sie benötigen weder Holz noch Öl oder Kohle, um Ihr Haus zu beheizen.

Heizen mit Strom – Moderne Speichertechniken verbrauchen wenig Energie

Eine moderne elektrische Heizung setzt innovative Techniken ein, um den Stromverbrauch zu optimieren. Elektroheizungen sind daher mit Thermostaten ausgestattet und schalten die Heizung erst ein, wenn die Raumtemperatur unter den gewünschten Wert sinkt. Speichertechniken sind eine weitere Möglichkeit, den Energieverbrauch und damit die Heizkosten zu reduzieren. Trotz ihres verwirrenden Namens sind die klassischen Nachtspeicherheizungen mit modernen Speicher-Heiztechniken nicht vergleichbar. Eine Nachtspeicherheizung speicherte den ehemals preisgünstigeren Nachtstrom und heizte damit ein Speicherelement auf. Dieses sollte dann tagsüber die Wärme an den Raum abgeben. In der Regel reicht jedoch die Restwärme des Speichermediums nicht für den ganzen Tag. Zudem sind Nachtspeicherheizungen mit einem zusätzlichen Gebläse ausgestattet, das die Wärme intensiver im Raum verteilt. Die Nutzung des Gebläses erzeugt jedoch einen weiteren Stromverbrauch.

Moderne Elektro-Speicherheizungen sind mit dem veralteten Nachtspeicher-System nicht mehr vergleichbar. Einige Speicherheizungen unterscheiden sich optisch nicht von einem herkömmlichen Heizkörper. Anstelle von Wasser enthalten sie Speichersteine mit einer hohen Speicherkraft. Da diese Speicherheizungen nicht allein den Nachtstrom speichern, sondern immer nur dann aufheizen, wenn die Raumtemperatur den voreingestellten Wert unterschreitet, arbeiten sie effizienter und sparsamer. Eine andere Speichertechnik setzen Naturstein-Heizungen ein. Dabei handelt es sich meist um flache Marmorplatten mit einem attraktiven, natürlichen Erscheinungsbild. Durch eingefügte Heizdrähte erwärmt sich die Marmorplatte stark und gibt eine angenehme Wärme an den Raum ab. Da Natursteine über eine hohe Speicherkapazität verfügen, erhalten sie die Wärme sehr lange. Da auch diese Heizungen mit einem Thermostat ausgestattet sind, heizen sich die Platten erst auf, wenn die Raumtemperatur sinkt. Eine ähnliche Technik wenden Flachheizkörper mit Speckstein und Keramikplatten an.

Wohlige Wärme mit einer elektrischen Fußbodenheizung

Wenn Sie sich in Ihrem Haus für Bodenfliesen oder Naturstein als Bodenbelag entscheiden, kann eine elektrische Fußbodenheizung eine ideale Lösung sein. Anders als wasserführende Fußbodenheizungen erfordern elektrische Modelle nur einen geringen Installationsaufwand. Sie verlegen einfach vor dem Bodenbelag die Heizdrähte der Fußbodenheizung gleichmäßig auf dem Boden. Fliesen und Naturstein speichern die Wärme und geben sie dann langsam an den Raum ab. Dadurch ist die elektrische Fußbodenheizung eine effiziente Flächenheizung, die eine gleichmäßige Wärme im ganzen Haus erzeugt.

Intensive Wärme mit Infrarot-Technik

Eine spezielle Form der elektrischen Heizung ist die Infrarotheizung. Im Gegensatz zur herkömmlichen Konvektionsheiztechnik handelt es sich bei Infrarotheizungen um Wärmewellenheizungen. Sie erwärmen nicht die Raumluft in Schichten, wobei die Wärme vorwiegend in die oberen Schichten zieht. Vielmehr strahlt eine Infrarotheizung Materie an, die sich dadurch erwärmt und die Wärme nach und nach an den Raum abgibt. Die Materie können die Wände im Raum sein, Möbelstücke sowie Ihr Körper. Durch die ausgeglichene Temperatur von Raumluft und Raumhülle gehört stickige Heizungsluft mit Infrarottechnik der Vergangenheit an. Zudem geht beim Lüften deutlich weniger Wärme verloren, da Wände, Keramikböden und andere Gegenstände im Raum die Wärme länger speichern, als es der Luft möglich ist. Die warme Raumhülle bietet zudem Sicherheit vor Schimmel und anderen Feuchtigkeitseinflüssen.

Infrarotwärme ist eine gesunde Wärme, denn die Strahlung kann

  • den Stoffwechsel aktivieren
  • die Hautatmung unterstützen
  • die Zellregeneration beschleunigen
  • den Sauerstoffgehalt im Blut erhöhen.

Aus Sicherheitsgründen sind die Strahler von Infrarotheizungen für den Wohnbereich hinter einer Schutzschicht angeordnet. Durch diese innovative Technik wirbelt ein Infrarotheizkörper keinen Staub auf und ist damit die ideale Lösung für Allergiker. Dabei erzeugen Infrarotheizkörper eine angenehme Wärme, die mit der natürlichen Wärme der Sonne vergleichbar ist. Ein weiterer großer Vorteil der Heizung mit Infrarottechnologie ist das Design der Heizkörper. Sie können sich als Wandbild oder Spiegel tarnen, bilden eine ebene Fläche oder können beliebige Formen annehmen. Ein farbiger Würfel oder eine unauffällig aufgestellte Kugel sorgen dank Infrarottechnik für angenehme Wärme im Raum. Die Heiztechnik mit Infrarotstrahlung ist effektiv, da sie sich gezielt auf die Materie richtet, ohne die Umgebungsluft zu erwärmen.

Die ideale Lösung – Heizen mit Strom aus der Sonne

Regenerative Energien geben Ihnen die Möglichkeit, mit Strom zu heizen, ohne dabei viel Strom zu verbrauchen. Es ist daher die ideale Lösung, wenn Sie den Strom für Ihre elektrische Heizung einfach selbst erzeugen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach oder im Garten wandelt auch bei geringer Sonneneinstrahlung den ganzen Tag über Sonnenlicht in Strom um. Am Tag heizen Sie daher kostenlos. Bei der Energiegewinnung aus Photovoltaikanlagen haben Sie die Wahl zwischen dem direkten Anschluss mit Eigenverbrauch und der Einspeisung des erzeugten Stroms in das allgemeine Stromnetz. Der Grundversorger Ihrer Region ist verpflichtet, Ihnen den Strom zu einem festgelegten Preis abzukaufen. Da Energiespeicher noch immer sehr teuer und groß sind, lohnt es sich meist nicht, die Sonnenwärme des Tages zu speichern, um sie in der Nacht abzurufen. Nachts sind Sie daher auch mit einer Photovoltaikanlage auf das öffentliche Stromnetz angewiesen. Dennoch ist das Heizen mit Strom aus der Sonne die ideale Lösung. Die Technik kommt ohne Ressourcen und Emissionen aus, ist in Bezug auf die Unterhaltskosten preisgünstig und bietet Ihnen große Flexibilität.

Wärmepumpen – Elektroheizung mit Erd- oder Umgebungswärme

Sparsam und umweltfreundlich ist das Heizen mit Wärmepumpen. Eine Wärmepumpe ist grundsätzlich ebenfalls eine elektrische Heizung. Da sie jedoch keine Wärme erzeugt, sondern sie lediglich fördert und gleichmäßig im Haus verteilt, ist ihr Energiebedarf deutlich geringer als der anderer Elektroheizungen. Wärmepumpen nutzen als Wärmequelle vorhandene Erdwärme oder die Umgebungswärme des Hauses. In Gebäuden befinden sich zahlreiche Wärmequellen, deren Wärme üblicherweise ungenutzt bleibt. Insbesondere Elektrogeräte, aber auch Menschen und Tiere erzeugen Wärme, die eine Wärmepumpe nutzt. In Verbindung mit einer Belüftungsanlage verteilt sie die vorhandene Wärme gleichmäßig. Eine ideale Wärmequelle ist außerdem die Erdwärme. Wenn Sie in einer Region mit hoher Erdwärme leben, kann eine Bohrung lohnenswert sein. Mithilfe eines Mediums wird die Wärme aus der Erde gewonnen und durch die Wärmepumpe verteilt. Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung der oberflächlichen Erdwärme durch Kollektoren, die rund um das Haus oder unter einer großen Rasenfläche in relativ geringer Tiefe im Garten verlegt werden. Die Kollektoren enthalten ein flüssiges Speichermedium, dessen Wärme ebenfalls durch die Wärmepumpe verteilt wird. Wärmepumpen können Sie zudem flexibel nutzen, denn an heißen Sommertagen dienen sie auf Wunsch auch zur Klimatisierung der Räume.

BHKW – Das Blockheizkraftwerk als Wärme- und Stromerzeuger

Ein Blockheizkraftwerk ist in der Regel eine gasbetriebene Heizungsanlage und zählt daher nicht zu den Elektroheizungen. Da es aber das Gas nicht einfach nur zur Verbrennung und Beheizung nutzt, sondern dabei gleichzeitig Strom erzeugt, sollte es ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Lange Zeit waren BHKW größeren Gebäuden vorbehalten, doch inzwischen stehen auch kleinere Anlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser zur Verfügung. Blockheizkraftwerke sind typische Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung und werden daher ebenso wie Photovoltaik- und Windkraftanlagen staatlich gefördert.

Wärme ohne Sonne? Solarthermieheizung

Eine weitere umweltfreundliche und ressourcenschonende Heiztechnik ist die Solarthermie. Hier handelt es sich ebenfalls nicht um eine Stromheizung. Sie kann aber zur Ergänzung einer elektrischen Heizungsanlage dienen und damit die Kosten für die Hauserwärmung deutlich reduzieren. Solarthermieheizungen bestehen aus Sonnenkollektoren, die Sie auf dem Dach Ihres Wohnhauses oder Ihrer Garage sowie an anderer Stelle auf Ihrem Grundstück aufstellen können. Durch die Kollektoren fließt ein Wärmemedium. Dabei handelt es sich um eine Flüssigkeit mit hohen Wärmespeichereigenschaften. Das Wärmemittel durchfließt einen Wasserspeicher und erwärmt dort das Wasser ähnlich wie in dem Speicher einer herkömmlichen Heizungsanlage. Da die Speicherflüssigkeit mit Pumpen durch die Anlage transportiert wird, verbraucht eine Solarthermieanlage eine geringe Menge Strom. Sie versorgt bei entsprechender Größe Ihr Haus mit warmem Wasser für die Heizungsanlage und warmem Brauchwasser. Da die Temperaturen des Wassers etwas niedriger sind als bei Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen, ist die Fußbodenheizung eine ideale Kombination für dieses System. Die Solarthermieanlage ist zwar nicht auf ständige Sonneneinstrahlung angewiesen, aber auf Tageslicht. Daher benötigen Sie einen Ausgleich für Dunkelheit. Diesen bildet in der Regel eine Gasheizung. Aber auch eine Elektroheizung ist zum Ausgleich für die Abend- und Nachtstunden denkbar.

Installationsaufwand und Anschaffungskosten einer Elektroheizung

Einer der großen Vorteile einer Elektroheizung ist der geringe Installationsaufwand. Verbunden damit sind niedrige Anschaffungskosten. Mit folgenden Preisen für elektrische Heizungen müssen Sie rechnen:

  • Infrarotheizung: ca. 250 Euro
  • Natursteinheizung je nach Größe: ca. 200 bis 400 Euro
  • elektrische Fußbodenheizung: etwa 400 Euro für eine 15 Quadratmeter große Fläche
  • mobile Elektroheizkörper mit Speicherelementen: ca. 200 bis 400 Euro abhängig von der Größe.

Sie benötigen weder eine zentrale Heizungsanlage noch eine aufwendige Installation von Heizungsleitungen im gesamten Gebäude. Der Installationsaufwand einer elektrischen Heizung beschränkt sich auf das Anschließen an die Steckdose. Da Sie Elektroheizungen an jede herkömmliche Steckdose anschließen können, ist das Vorhandensein eines Anschlusses in unmittelbarer Nähe der Heizung die einzige Voraussetzung für ihren Betrieb. Hilfreich kann eine Einzelabsicherung der Steckdose für den Heizkörper sein. Damit sind Sie sehr flexibel in Bezug auf die Verwendung elektrischer Heizkörper. Entscheiden Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt einmal für einen anderen Standort oder zusätzliche Heizungen, sind Veränderungen und Erweiterungen ohne weiteren Aufwand möglich.

Heizkosten und Ökobilanz mit Holz, Strom- oder Gasheizung

Den geringen Anschaffungskosten stehen bei den meisten Techniken höhere Unterhaltskosten gegenüber. Neben elektrischen Heizungen stehen Ihnen die Pelletheizung, eine Öl- oder Gasheizung sowie eine Feststoffheizung zur Verfügung, die Sie mit Kohle und Holz beheizen können. Im Vergleich müssen Sie mit folgenden Kosten pro kWh rechnen:

  • Ölheizung: etwa 0,07 Euro
  • Gasheizung: ca. 0,11 Euro
  • Feststoff- und Pelletheizung: rund 0,10 Euro
  • Stromheizung: ca. 0,28 Euro.

Da die Öl- und Gaspreise starken Schwankungen unterliegen, gelten sie als unberechenbar, sodass sich die Verteilung der Heizkosten auch einmal anders darstellen kann.