Mit Regentonne im Garten Wasser sparen – So geht's
Mit einer Regentonne als Wasserspeicher für Deinen Garten kannst Du wertvolles Trinkwasser und Geld sparen und tust gleichzeitig Deinen Pflanzen etwas Gutes. Hier erfährst Du, wofür Du Regenwasser nutzen kannst, wie groß Deine Regentonne sein sollte, wie Du sie anschließt und welches Sparpotenzial in ihr steckt.
Das Wichtigste in Kürze
Wie viel Wasserkosten kannst Du mit einer Regentonne sparen? Ein Beispiel:
- Durchschnittlich benötigt jeder Quadratmeter Deines Gartens in den trockenen Monaten 15 bis 20 Liter Wasser pro Woche. Bei einer Gartengröße von 50 m² verbrauchst Du in einer heißen Sommerwoche also rund 1.000 Liter Wasser.
- Bei einem durchschnittlichen Preis von etwa 0,4 bis 0,5 Cent pro Liter Leitungswasser (inkl. Frisch- und Abwassergebühren) kostet Dich jede Woche Gießen etwa 4,00 € bis 5,00 €. Rechnet man das auf eine typische Gießsaison von rund 25 Wochen im Jahr hoch, kannst Du durch das kostenlose Regenwasser also jährlich rund 100 € bis 125 € sparen. Auf der anderen Seite regnet es in den heißesten Wochen meist gar nicht – die reale Ersparnis hängt also stark davon ab, wie oft sich die Tonne über die Saison nachfüllt.
- Je nach Anschaffungspreis, Niederschlagsmenge, Wassernutzung und regionalen Wasserkosten kann sich die Investition in eine Regentonne bereits nach wenigen Jahren auszahlen. Gleichzeitig profitieren viele Gartenpflanzen von der Bewässerung mit Regenwasser.
Wofür kann ich Regenwasser verwenden?
Neben der Gartenbewässerung kannst Du sauberes Regenwasser bedenkenlos für die Pflege Deiner Fahrzeuge verwenden. Auch Dein Außenmobiliar lässt sich prima mit Regenwasser reinigen.
Deine Pflanzen lieben Regenwasser
3 Vorteile von Regenwasser, die Deine Pflanzen lieben werden:
- Kein Kalk (Optimale Wasserhärte): Regenwasser ist von Natur aus extrem weich und kalkfrei. Das schont die Wurzeln und ist besonders für kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendren, Hortensien oder Magnolien ein Segen.
- Naturbelassen: Im Gegensatz zu Leitungswasser (ortsabhängig) enthält Regenwasser keine Zusätze wie Chlor und hat einen minimalen Salzgehalt. Das schützt den Boden vor Übersalzung und lässt Deine Pflanzen ungestört wachsen.
- Die perfekte Temperatur: Da Regenwasser meist in der Tonne lagert, hat es beim Gießen meist die optimale Umgebungstemperatur. Das verhindert einen Kälteschock für die Wurzeln, den eiskaltes Leitungswasser im Sommer oft auslöst.
Wie groß sollte Deine Regentonne sein?
Die perfekte Größe Deiner Regentonne hängt von zwei Dingen ab: Wie viel Wasser liefert Dein Dach und wie viel braucht Dein Garten? Da das Wetter unberechenbar ist, bringt es wenig, mit Jahres-Durchschnittswerten pro Woche zu rechnen. Im Winter regnet es viel, aber Du brauchst kein Wasser. Im Sommer brauchst Du viel Wasser, aber es regnet wochenlang nicht. Eine Regentonne ist ein Zwischenspeicher für trockene Tage.
Mit dieser einfachen 3-Schritt-Formel findest Du die passende Größe:
Schritt 1: Was liefert Dein Dach?Als Faustregel gilt: Ein normales Hausdach fängt in Deutschland pro Quadratmeter Fläche etwa 700 Liter Regenwasser im Jahr auf.
- Beispiel: Bei einem kleinen Dach mit 50 m² Fläche fließen im Jahr rund 35.000 Liter Wasser durch das Regenrohr.
Ein Garten benötigt in einer heißen Sommerwoche etwa 20 Liter Wasser pro Quadratmeter.
- Beispiel: Ein 50 m² großer Garten braucht in einer trockenen Woche also rund 1.000 Liter Wasser.
Um eine längere Trockenphase im Sommer gut zu überbrücken, sollte Deine Regentonne etwa 3 bis 4 % der gesamten Jahresmenge Deines Daches speichern können. Für unser Beispiel bedeutet das:
- 3,5 % von 35.000 Litern sind knapp 1.200 Liter.
Faustformel zur Ermittlung des Potentials (Orientierungswert)
Dachfläche (in m²) × 20 bis 25 = Ideale Tonnengröße (in Litern)
Beispiel: Für eine Dachfläche von 50 m² ergibt sich ein Speicherbedarf von 1.000 bis 1.250 Litern.
Finde die passende Regentonne für Dich
Hier findest Du die für Dich am besten passende Regentonne – sortiert nach Fassungsvermögen (in Litern) oder Form:
So schließt Du Deine Regentonne in 4 Schritten richtig an
Schritt 1: Der richtige Standort
Der Standort sollte nicht zu sonnig und windgeschützt sein. Außerdem solltest Du Deine Tonne auf einem festen Untergrund und in direkter Nähe einer Regenrinne mit Fallrohr platzieren.
Schritt 2: Loch für den Regensammler bohren
Damit der Regen in Deine Tonne fließen kann, benötigst Du einen Regensammler (auch Regendieb genannt). Der wird zwischen Fallrohr und Regentonne montiert und sorgt dank eines physikalischen Prinzips dafür, dass die Tonne nicht überläuft. Zudem filtert er Schmutz und Laub. Um den Regensammler zu installieren, bohre zuerst mit einem Kronenbohrer ein Loch in Dein Fallrohr und schleife dies mit grobem Schleifpapier oder einer Feile ab. Gegen späteren Rostbefall kannst Du mit einem Zinkspray vorbeugen.
Schritt 3: Regensammler montieren
Stecke die Behälteranschlussdichtung zusammen (den Dichtungsring nicht vergessen) und platziere den Regensammler in das gebohrte Loch am Fallrohr. Jetzt noch andrücken und das Gewinde festschrauben. Setze nun den Regensammler und das Verbindungsstück für den Schlauch ein und schließe den Schlauch an.
Schritt 4: Regentonne mit Schlauch verbinden
Bohre nun ein Loch in Deine Regentonne: Beachte hierbei, dass sich das Loch auf derselben Höhe wie die gebohrte Öffnung in Deinem Fallrohr befindet. Nun kannst Du den Schlauch mit dem Regensammler an Deine Regentonne anschließen. Erreicht der Wasserstand in der Regentonne die Höhe der Röhre, läuft überschüssiges Wasser über den Regensammler zurück und durch das Fallrohr ab.
Fragen und Antworten
Wo kann ich eine Regentonne anschließen?
- Deine Regentonne sollte auf einem ebenmäßigen, festen Untergrund stehen und in der Nähe einer Regenrinne und dem Fallrohr platziert werden.
Wie schließe ich eine Regentonne an?
- Installiere einen Regensammler an der Stelle des Fallrohrs, wo das Wasser in die Regentonne fließen soll und verbinde diesen mit dem Einlass der Tonne.
Wie lange dauert es, bis meine Regentonne vollgelaufen ist?
Wie schnell eine Tonne voll ist, lässt sich pauschal schwer sagen: Ein einziger kräftiger Sommerregen (z. B. 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter) reicht bei einer Dachfläche von 50 m² oft schon aus, um eine 500-Liter-Tonne an einem einzigen Tag komplett zu füllen. Rechnerisch ergibt sich bei gleichmäßiger Verteilung zwar ein wöchentlicher Durchschnittsertrag, in der Praxis füllt sich der Speicher aber sprunghaft bei einzelnen Regenereignissen.
Wofür kann ich Regenwasser nutzen?
- Du kannst Regenwasser für Deine Gartenbewässerung, aber auch für die Auto-, Motorrad- oder Fahrradwäsche verwenden.
Benötige ich eine Genehmigung zum Wasser sammeln?
- Für handelsübliche Regentonnen zur Gartenbewässerung ist in der Regel keine Genehmigung erforderlich. Im Einzelfall können jedoch lokale Vorschriften oder besondere Vorgaben gelten.
Sind Regentonnen frostsicher?
- Wir empfehlen eine vollständige Entleerung Deiner Regentonne bei anstehenden Minusgraden. Zudem solltest Du die Regenrohrklappe am Fallrohr schließen und die Regentonne abdecken.
Was ist zu tun, wenn die Regentonne voll ist?
- Sollte Dein Regensammler das überschüssige Wasser nicht automatisch durch das Fallrohr nach unten ableiten, solltest Du das Wasser gezielt in einen weiteren Wasserspeicher oder auf eine Rasenfläche abschütten.








