
Tipps gegen Maulwürfe und Wühlmäuse im Garten
Maulwürfe und Wühlmäuse sehen zwar niedlich aus, richten im Garten aber oft großen Schaden an. Während der Maulwurf als reiner Fleischfresser immerhin ein nützlicher Schädlingsbekämpfer ist, der Engerlinge und Larven vertilgt, ist die Wühlmaus eine reine Vegetarierin und macht sich über Deine Pflanzenwurzeln her. Da beide beim Anlegen ihrer Höhlen und Gänge keinerlei Rücksicht auf Beete und Rasen nehmen, zeigen wir Dir im Folgenden, wie Du Wühlmäuse effektiv bekämpfst und wie Du Dich gegenüber dem geschützten Maulwurf richtig verhältst.
Nicht jede Schädlingsbekämpfung ist erlaubt
Wer den Hügelbauern an den Kragen will, muss wissen: Der Maulwurf steht unter strengem Natur- und Artenschutz. Deswegen darfst Du ihn weder mit Giftködern noch mit tödlichen Fallen bekämpfen. Auch Lebendfallen sind für Laien verboten, da die Tiere darin extrem schnell unter Stress sterben. Bei Wühlmäusen ist es einfacher: Diese fallen nicht unter den strengen Schutz und dürfen mit Fallen und Ködern bekämpft werden. Die beste Zeit dafür ist vom Herbst bis zum Frühjahr, da das natürliche Nahrungsangebot im Boden dann knapp ist und die Tiere Köder viel schneller annehmen.
Fallen gegen Wühlmäuse
Fallen gehören zu den effektivsten Maßnahmen bei Wühlmäusen. Wer die Tiere nicht töten will, greift auf Lebendfallen (z. B. Röhrenfallen) zurück. Gehe dabei systematisch vor: Fange in einer Ecke des Gartens an und bestücke dort alle aktiven Gänge mit einer Falle. Erst wenn Du dort keine Wühlmaus mehr fängst, nimmst Du Dir den nächsten Bereich vor. Kontrolliere Lebendfallen mindestens zweimal täglich!
Giftköder für Wühlmäuse
Wer sich nicht auf Lebend- oder Schlagfallen verlassen möchte, darf zur Bekämpfung von Wühlmäusen (Schermäusen) auch auf Giftköder zurückgreifen. Da Wühlmäuse reine Vegetarier sind und sich von unterirdischen Wurzeln und Knollen ernähren, ist herkömmlicher Giftweizen übrigens wirkungslos – diesen fressen nur Feld- oder Hausmäuse.
Stattdessen müssen spezielle Wühlmausköder verwendet werden, die optisch und geschmacklich auf Möhren oder Sellerie basieren. Ein optimaler Zeitpunkt für das Auslegen ist das Frühjahr oder der Herbst, da das natürliche Nahrungsangebot im Boden dann knapp ist und die Tiere die Köder schneller annehmen.
Wichtig für den Artenschutz: Die Giftköder dürfen niemals oberirdisch ausgebracht werden. Sie müssen tief und verdeckt direkt in die geöffneten Wühlmausgänge gelegt werden, um andere Tiere wie Vögel, Igel oder Haustiere nicht zu gefährden. Danach müssen die Gänge wieder licht- und luftdicht verschlossen werden.
Mit Gerüchen gegen Wühlmäuse
Wühlmäuse verfügen über einen extrem feinen Geruchssinn. Um die Nager aus ihren Gängen zu vertreiben, eignen sich geruchsbasierte Hausmittel. Häufig verwendet werden beispielsweise verdorbene Molke, Zitrusgerüche, Seifenlauge, Holunderbeerjauche oder Heringsbrühe. Verteile die Geruchsquellen gleichmäßig im Gangsystem und erneuere sie je nach Witterung etwa einmal pro Woche.
Hinweis zum Maulwurf: Da der Maulwurf unter strengem Artenschutz steht, darf er nicht aktiv bekämpft oder vertrieben werden. Für ihn sind im Fachhandel spezielle, milde Repellents (z. B. auf Basis von Rizinusöl) zugelassen. Diese sind so konzipiert, dass sie das Tier lediglich sanft dazu bewegen, seine Aktivität auf eine andere Fläche zu verlagern, ohne es zu schädigen oder illegal zu stören.
Vibrationen stören die Wühlmaus
Wühlmäuse reagieren empfindlich auf Erschütterungen im Boden. Regelmäßiges Rasenmähen – insbesondere mit vibrationsstarken Benzinmähern – kann dazu beitragen, dass den Nagern die Lust an Deinem Garten vergeht. Optimiere diese Maßnahme im Frühjahr und Herbst, wenn die Tiere im feuchten Boden am aktivsten sind. Bitte achte dabei stets auf die gesetzlichen Ruhezeiten Deiner Gemeinde.
Achtung beim Maulwurf: Diese Maßnahmen dürfen sich nicht gezielt gegen den Maulwurf richten. Der Maulwurf steht unter strengem Schutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Er darf weder gefangen, verletzt, getötet noch mutwillig in seinen Ruhe- und Fortpflanzungsstätten gestört werden. Seine Hügel dürfen im Garten lediglich vorsichtig eingeebnet und die Erde auf dem Rasen verteilt werden.

Natürliche Feinde der Wühlmaus nutzen
Wie fast jede Tierart haben auch Wühlmäuse natürliche Feinde. Dazu gehören vor allem Katzen und Greifvögel. Während Katzen leidenschaftlich gern Wühlmäuse jagen, kannst Du für Greifvögel (wie Falken oder Bussarde) sogenannte Ansitzstangen (ca. 2 bis 3 Meter hoch mit einem kurzen Querriegel) im Garten aufstellen. Vor allem in ländlichen Gebieten nehmen die Vögel diese Jagdhilfen gerne an und dezimieren den Wühlmausbestand auf natürliche Weise.