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Starthilfe geben: Warum, wann und wie?

Ins Auto gestiegen, den Zündschlüssel gedreht – und nichts tut sich. Sie hören bestenfalls ein leichtes Klackern irgendwo in den Eingeweiden Ihres Autos, doch der Motor verweigert den gewohnten Dienst. Die gute Nachricht: Meist ist es nicht erforderlich, den Pannendienst zu rufen. Mit dem richtigen Autozubehör und einem zweiten Auto können Sie die Autobatterie überbrücken und so Ihrem eigenen Gefährt auf die Sprünge helfen. Starthilfe zu geben ist nicht schwer, und das dafür benötigte Teil – das Starthilfekabel – erhalten Sie zur Not in (fast) jeder gut sortierten Tankstelle bei Ihnen in der Nachbarschaft – Pech nur, wenn es mitten in der Nacht ist oder die nächste Tankstelle geschlossen hat. Deswegen sollten Sie mit dem Kauf nicht warten, bis Sie wirklich Starthilfe geben müssen oder auf Starthilfe angewiesen sind: Das Kabel gehört wie das Warndreieck und die Erste-Hilfe-Box zur Grundausstattung jedes Autos, die Sie im Kofferraum haben sollten.

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Wie wissen Sie, wann Sie Starthilfe geben müssen?

Springt das Auto nicht an, ist fast immer die Batterie Schuld. Gründe gibt es viele. Im Winter ist die Batterie beispielsweise durch den Mix aus Heizung, Beleuchtung und frostigen Außentemperaturen stark belastet. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob das Auto draußen auf der Straße steht, halb geschützt in einem Carport oder in einer Garage. Ein weiterer Klassiker: Sie haben es abends eilig gehabt, das Warnsignal Ihres Autos überhört und vergessen, das Licht auszuschalten. Am nächsten Morgen ist die Batterie platt und Ihr Wagen springt nicht an.

Sie können zunächst alle Stromfresser ausschalten (Heizung, Autoradio, Beleuchtung) und den Startversuch ein- bis zweimal wiederholen. Lassen Sie sich zwischen den Versuchen eine Minute Zeit. Hilft alles nicht, müssen Sie die Autobatterie überbrücken. Vielleicht steht ein Zweitwagen in der Garage oder Sie bitten den Nachbarn um Hilfe. Verweigert Ihr Auto unterwegs den Dienst, müssen Sie sich an einen Fremden wenden.

Befolgen Sie bei der Starthilfe die Anleitung sorgfältig, um Ihrer Batterie nicht noch mehr zu schaden.

Tipp:

Achten Sie beim Kauf eines Starthilfekabels auf Qualität. Das Starthilfekabel sollte die DIN-Norm 72553 und/oder ISO-Norm 6722 besitzen.

Starthilfe-Anleitung Schritt für Schritt


1. Schritt: Finden Sie das richtige Helferfahrzeug

Die in Kleinwagen eingebauten Batterien sind weniger leistungsfähig als solche in Limousinen und SUVs. Hat Ihre Mercedes S-Klasse schlappgemacht, sollten Sie – wenn möglich – ein vergleichbares Auto suchen. Muss ein kleiner Fiat 500 Starthilfe geben, könnte ihn das überfordern und Ihr Auto bleibt tot. Umkehrt ist es kein Problem, wenn ein stärkeres Auto dem Kleinwagen Starthilfe gibt.

Anleitung Starthilfe Schritt 1

2. Schritt: Prüfen Sie, ob das Helferfahrzeug eine Batterie mit der richtigen Spannung hat

Sie haben einen freundlichen Helfer mit passendem Auto gefunden? Schauen Sie zunächst nach, ob die Batterie die gleiche Spannung wie Ihre hat. In der Regel dürften Sie Glück haben, denn die meisten Autobatterien haben 12-V-Spannung. Es schadet jedoch nie, auf Nummer sicher zu gehen.

Anleitung Starthilfe Schritt 2

3. Schritt: Das zweite Auto richtig positionieren

Das Starthilfe leistende Auto sollte Ihrem defekten Wagen gegenüber (Nase an Nase) oder daneben stehen (Seite an Seite), sodass die Kabel der Starthilfe lang genug für die zu überbrückende Strecke sind. Ganz wichtig: Die Karosserien der beiden Autos dürfen sich nicht berühren. Übrigens: In seltenen Fällen ist die Batterie nicht im Motorblock sondern im Kofferraum zu finden.

Anleitung Starthilfe Schritt 3

4. Schritt: Motor beim Helferfahrzeug ausschalten

Wurde das Helferfahrzeug in die richtige Position gefahren, schaltet der Helfer den Motor erstmals aus. Nun müssen Sie das Kabel richtig anschließen.

Anleitung Starthilfe Schritt 4

5. Schritt: Die Klemmen richtig anbringen

Schauen Sie sich die Klemmen des Überbrückungskabels gut an:

  • Die Klemme des roten Kabels kommt an den Pluspol (+) der entladenen Batterie (also in Ihrem Fahrzeug) und an den Pluspol (+) der Batterie des Helferfahrzeugs.
  • Eine Klemme des schwarzen Kabels kommt an den Minuspol (-) der Batterie des Helferfahrzeugs.
  • Die zweite Klemme des schwarzen Kabels wird an ein Metallteil im Motorraum Ihres Fahrzeugs festgeklemmt

Jetzt sind Sie so weit, dass der Helfer Starthilfe geben kann.

Anleitung Starthilfe Schritt 5

Pluspol und Minuspol in welcher Reihenfolge anschließen?

Diese Reihenfolge sollte eingehalten werden: Es ist wichtig beim Anschließen des Kabels zuerst den Pluspol der leeren Batterie des Fahrzeugs anzuschließen. Danach wird das Kabel am Pluspol der geladenen Batterie befestigt. Erst jetzt wird der Minuspol angeschlossen. Dabei sollte beachtet werden, dass zuerst der Minuspol des Spenderfahrzeugs angeschlossen wird.


6. Schritt: Motor des Helferfahrzeugs anlassen

Versteht sich von selbst. Ihr freundlicher Helfer setzt sich in sein Auto und lässt den Motor an. Idealerweise sollte nun Strom über die Kontakte in Ihre Batterie übertragen werden.

Anleitung Starthilfe Schritt 6

7. Schritt: Motor Ihres Fahrzeugs anlassen

Jetzt sind Sie dran: Senden Sie ein Stoßgebet an St. Christophorus, den Schutzheiligen der Autofahrer, wenn Sie mögen, und betätigen Sie den Anlasser. Im Idealfall gibt Ihr Auto nun ein Lebenszeichen von sich und springt an.

Anleitung Starthilfe Schritt 7

8. Schritt: Spannungsspitzen vermeiden

Damit es nicht zu Spannungsspitzen kommt, schalten Sie nun einen Stromfresser in Ihrem Auto an, zum Beispiel die Heizung oder das Gebläse.

Anleitung Starthilfe Schritt 8

9. Schritt: Klemmen entfernen

Lassen Sie den Motor laufen und steigen Sie aus, um die Klemmen zu entfernen. Aufgepasst: Zuerst werden die schwarzen Klemmen entfernt, dann die roten. Packen Sie das Starthilfekabel weg, bedanken Sie sich bei Ihrem Helfer und fahren Sie los.

Anleitung Starthilfe Schritt 9

10. Schritt: Etwa eine Stunde Auto fahren

Wollten Sie zum zehn Minuten entfernt liegenden Arbeitsplatz oder zum Supermarkt fahren? Das reicht leider nicht. Damit sich Ihre Autobatterie wieder ausreichend auflädt, müssen Sie mindestens eine Stunde lang fahren. Dabei sind lange Strecken ohne Stopps die bessere Wahl, also z. B. auf der Autobahn oder auf Landstraßen mit wenigen Ampeln. Stop and Go im Stadtverkehr strapaziert Ihre Batterie nur zusätzlich.

Anleitung Starthilfe Schritt 10

Was tun, wenn Starthilfe geben nichts nützt?

Hat es beim ersten Mal nicht geklappt, sollten Sie zunächst überprüfen, ob die Klemmen richtig angebracht wurden. Hilft dies nicht, ist die Batterie womöglich mausetot. Dann müssen Sie den Pannendienst, beispielsweise den ADAC, anrufen und Ihr Pannenfahrzeug in die Werkstatt bringen lassen.

Hat es geklappt und Sie stellen am nächsten Morgen fest, dass Ihr Nachbar schon wieder Starthilfe geben muss, weil Ihr Auto erneut nicht anspringt, ist die Autobatterie altersschwach und sollte ausgewechselt werden.

Tipp:

Wenn kein eindeutiger Grund vorliegt, warum Ihre Batterie schlappgemacht hat (weil Sie beispielsweise über Nacht das Licht haben brennen lassen), sollten Sie auf jeden Fall einmal bei der Werkstatt Ihres Vertrauens vorbeischauen, um die Batterie überprüfen zu lassen.