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Alles Wissenswerte zum Spannungsmesser: So arbeiten Sie sicher

Der Spannungsmesser misst neben Gleich- und Wechselspannung auch den elektrischen Widerstand und Frequenzen. Wenn Sie beispielsweise wissen möchten, ob eine bestimmte Steckdose im Haus noch Strom führt oder nicht, greifen Sie zum Spannungsmesser. Hier erfahren Sie alles, was Sie für die Auswahl des passenden Geräts wissen müssen.


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Was ist ein Spannungsmesser?

Spannungsmesser

Der Spannungsmesser ist ein Messgerät für die Erfassung der elektrischen Spannung. Handelt es sich um den heute üblichen Multimeter, umfasst die Messung viele weitere elektrische Kenngrößen.

Aufgaben eines Spannungsmessgerätes

Der Spannungsmesser übernimmt konkret die folgenden Aufgaben:

  • Spannungsmessung: Die Messung der elektrischen Spannung erfolgt in Volt (V). Hierbei handelt es sich um die Grundfunktion des Spannungsmessers. Normale Haushaltssteckdosen besitzen zum Beispiel 230 V und bei den meisten Autobatterien sind es 12 V. Die Mono-Zelle für die Taschenlampe bringt es auf 1,5 V. Sie messen, ob an einem Bauteil noch Spannung anliegt oder ob die Spannung einer Batterie für den weiteren Betrieb des Geräts ausreicht.
  • Stromstärkenmessung: Die Messung der elektrischen Stromstärke erfolgt in Ampere (A) bzw. Mikroampere (µA). Die Sicherungen in Ihrem Haushalt sind in der Regel für 16 A ausgelegt. Sehr kleine Stromstärken von etwa 0,1 A finden Sie bei Taschenlampen und Glühbirnen.
  • Widerstandsmessung: Elektrische Leitungen und Bauteile besitzen einen Widerstand, der den Fluss des Stroms abbremst oder behindert. Die Messung erfolgt in Ohm (Ω)

Unterschied zum Ortungsgerät

Ortungsgerät

Das Ortungsgerät ist im Heimwerkerbereich für eine gänzlich andere Aufgabe zuständig als der Spannungsmesser.

  • Mit dem Ortungsgerät finden Sie heraus, ob sich hinter einer Wand Stromleitungen befinden beziehungsweise Leitungen, die aktuell Strom führen. Diese stellen bei Bohrarbeiten eventuell ein Risiko dar.
  • Verborgene Drähte finden Sie mit diesem Gerät hinter Holz, Gips und vielen anderen Materialien.
  • Die Spannung können Sie mit einem solchen Gerät nicht messen.

Unterschied zum Multimeter

Heute besteht zwischen den Spannungsmessern und den Multimetern praktisch kein Unterschied mehr, da es sich bei fast allen Spannungsmessern mittlerweile um Multimeter handelt. Die Funktionen des Multimeters sind deutlich erweitert für die Messung aller relevanten elektrischen Kenngrößen.

Verschiedene Bauformen im Überblick

Hier finden Sie die gebräuchlichsten Bauformen des Multimeters:

  • Handmultimeter: Andere Bezeichnungen für diese Geräte sind Mobil-Multimeter oder Handheld-Multimeter. Diese Bauform ist die richtige Wahl, wenn Sie häufig an verschiedenen Orten arbeiten. Sie ist besonders weit verbreitet.
  • Zangenmultimeter: Das typische Werkzeug für KFZ-Arbeiten. Der Unterschied zum Handmultimeter besteht in der Art der Messung. Zangenmessgeräte ermöglichen die berührungslose Durchführung der Messungen. Sie müssen den Leiter bloß mit der Zange greifen.
  • Stiftmultimeter: Diesen Multimeter in Stiftform finden Sie häufig im Servicebereich. Er ermöglicht schnelle Messungen und die praktische Einhandbedienung.
  • Tischmultimeter: Für den stationären Einsatz. Die Geräte bieten deutlich mehr Einstellmöglichkeiten als der Handmultimeter.

Digitale vs. analoge Messgeräte

Multimeter

Bei digitalen Multimetern sind Ablesefehler praktisch ausgeschlossen und sie erreichen eine hohe Messgenauigkeit. Zudem profitieren Sie von der automatischen Messbereichserkennung. Sie sind jedoch nicht so empfindlich wie die analogen Geräte.

Die analogen Messegeräte erfassen kleinste Messgrößenänderungen und stellen schwankende Messgrößen präzise fest. Der Einsatz erfolgt in der Überwachung pulsierender Spannungen bis zu 40 kHz. Messwertänderungen sind leichter ablesbar – auch aus der Ferne. Die Messgenauigkeit der analogen Modelle ist im Vergleich zu den digitalen Geräten geringer und Sie müssen den Messbereich manuell einstellen. Ein Überlastschutz ist nicht vorhanden.

Vorteile eines Spannungsmessers

Der Einsatz des Spannungsmessgeräts bietet im Haushalt viele Vorteile. Die Geräte sind:

  • leicht,
  • robust,
  • einfach ablesbar,
  • ausreichend präzise und
  • decken verschiedene Messgrößen ab.

Wann sollten Sie den Spannungsmesser benutzen?

Spannungsmesser Anwendung

Sie wissen noch nicht, ob Sie überhaupt einen Spannungsmesser bzw. Multimeter benötigen, was dieser kann und wie man diesen verwendet? Antworten auf diese wichtigen Fragen erhalten Sie hier.

Grundfunktionen

Diese wichtigen Grundfunktionen des Spannungsmessers sollten Sie kennen:

  • Spannungsmessung für Gleichstrom und Wechselstrom
  • Durchgangstest
  • Diodentest
  • Transistortest
  • Widerstandsmessung
  • Stromstärkenmessung
  • Frequenzmessung

Tipps zum Gebrauch: Darauf sollten Sie bei einer Messung achten

Zuerst stellen Sie ein, ob Sie Wechselspannung oder Gleichspannung messen möchten. Bei der 230-V-Netzspannung der Steckdosen handelt es sich um Wechselspannung.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie diese Einstellung korrekt vornehmen. Messen Sie den im Haushalt üblichen Wechselstrom mit der Gleichstrom-Einstellung, erhalten Sie unsinnige Werte und schätzen die Spannungssituation falsch ein.

Sicherheitsinfos

Sehen Sie sich bei der Auswahl Ihres Spannungsmessgeräts die vorliegenden Sicherheitszertifikate an. Zu den wichtigsten gehört zum Beispiel die CE-Zertifizierung. Achten Sie auch auf Sicherheitsausstattungen wie einen Überlastschutz oder eine hohe Schockfestigkeit.

Messen Sie im Haushalt nur die üblichen Spannungswerte bis 230 V. Von höheren Spannungsniveaus geht eine große Gefahr aus, hier verlassen Sie sich bitte auf einen entsprechend ausgebildeten Elektriker.

Wie lege ich den Messbereich richtig fest?

Per Drehschalter stellen Sie ein, ob Sie den Messbereich für Spannung, Strom oder Widerstand benötigen. Davon hängt nämlich das Verhalten des Messgeräts ab. Bei der Spannungsmessung zum Beispiel ist das Gerät hochohmig und arbeitet mit einem sehr hohen Innenwiderstand. Bei der Strommessung hingegen verhält sich das Gerät niederohmig, der Innenwiderstand ist sehr klein. Führen Sie irrtümlich eine Spannungsmessung im Strommessbereich durch, kann es zu einem Kurzschluss und sogar zur Zerstörung des Messgeräts kommen!

Anwendungsbeispiele aus dem Haushalt

Spannungsmesser Steckdose

Der Spannungsmesser ist in vielen Situationen hilfreich. Hier finden Sie einige Beispiele:

  • Batterien überprüfen: Sie haben einige Batterien in der Schublade liegen und möchten wissen, welche noch brauchbar und welche bereits vollständig leer sind? Halten Sie den Spannungsmesser an die Batterie und Sie erhalten die Antwort. Das ist einfacher, als jede Batterie in ein Gerät einzusetzen und dort zu testen.
  • Steckdose überprüfen: Ein klassischer Fall bei Arbeiten im Haus besteht darin, dass Sie eine Steckdose gefunden haben und nicht wissen, ob diese überhaupt Strom liefert. Der Spannungsmesser verrät Ihnen sofort, ob ein Defekt vorliegt. Die sichere Spannungsprüfung an der Steckdose erfolgt zweipolig, auch „Duspol“ genannt.
  • Leitungen überprüfen: Typisch ist die Verwendung des Spannungsprüfers bei Renovierungsarbeiten im Haus, wenn Sie herausfinden möchten, ob bestimmte Leitungen in der Wand oder in der Decke eine Spannung aufweisen. Wenn Sie zum Beispiel Deckenlampen austauschen, ist es wichtig zu wissen, ob die Anschlussleitungen wirklich alle spannungsfrei sind.
  • Autobatterie prüfen: Zu den typischen Anwendungen gehört die Prüfung der Autobatterie. In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir Ihnen, wie einfach die Überprüfung Ihrer Autobatterie mit dem Spannungsmesser gelingt.
Hier geht's zum Sortiment "Autobatterien"

Auswahlkriterien für den Spannungsmesser

Richten Sie sich bei der Auswahl Ihres neuen Spannungsmessers nach den folgenden Kriterien:

Messbereich

  • sollte alle zu erwartenden Werte erfassen
  • für den normalen Gebrauch im privaten Bereich 2 bis 250 V Spannung ausreichend
  • Stromstärke bei Gleichstrom im Idealfall in einem Bereich von 200 µA bis 10 A messbar

Arbeitstemperatur

  • großer Temperaturbereich wichtig für Messungen im Innen- und Außenbereich
  • Geräte mit Messbereich von 0 bis 40 °C für Heimwerker ausreichend

Messgenauigkeit

  • Genauigkeit der Messung entscheidend von Qualität des Spannungsmessers abhängig
  • verlässliche Werte nur bei hoher Messgenauigkeit
  • kleinere Abweichungen bei Messungen an der Autobatterie zu verschmerzen
  • höhere Messgenauigkeit bei Messungen an Bauteilen im PC erforderlich
  • Spannungsmesser mit maximal 0,5 bis 1 % Abweichung für semi-professionellen Einsatz

Messkategorien

  • Messkategorien CAT I bis CAT IV für Geräte mit mehreren Messfunktionen
  • CAT I für Messungen an batteriebetriebenen Geräten
  • CAT II für Messungen an Apparaten mit Netzstecker
  • CAT III für Messungen an der Hausinstallation und fest installierten Geräten
  • CAT IV für Messungen an der Niederspannungsinstallation

Autorange

  • vor allem bei höherpreisigen Modellen
  • Gerät stellt den Messbereich automatisch ein
  • bei günstigeren Modellen manuelle Einstellung erforderlich
  • Anwender bestimmt beim Autorange nur noch die Art der Messung (zum Beispiel Spannung oder Stromstärke)

Außeneinsatz

  • nicht alle Spannungsmesser gleichermaßen für Außeneinsatz geeignet
  • Verwendung im Freien oder bei feuchten Bedingungen nur, wenn ausdrücklich vom Hersteller erlaubt

LED-Hintergrundbeleuchtung

  • helle LED-Hintergrundbeleuchtung ideal bei Einsätzen in dunklen Räumen
  • zum Beispiel bei Arbeiten am Auto unter der Motorhaube, im Keller oder auf der Rückseite einer Maschine

Fazit

Mit diesem Werkzeug wissen Sie von nun an, ob bloß die Batterie Ihres Elektrogeräts leer oder vielleicht doch ein Bauteil defekt ist. Als Autofahrer erfahren Sie die genaue Spannung Ihrer Autobatterie und Sie können Haushaltsgeräte wie die Waschmaschine und deren Elektronik selbst überprüfen.

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