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Arbeiten mit der Fräse – alles, was Sie wissen müssen

Sie möchten Holz verzieren, in den Möbelbau einsteigen oder Restaurierungen an der Kücheneinrichtung selbst vornehmen? Hier erfahren Sie alles, was für die Auswahl Ihrer neuen Fräse wichtig ist.


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Was ist eine Fräse?

Eine Fräse ist das passende Werkzeug für Arbeiten mit höchsten Ansprüchen an die Präzision. Sie benutzen das Gerät zum Einfräsen von Vertiefungen, Nuten genannt, oder zum Abschrägen von Kanten, dem sogenannten Fasen. Die Fräse kann auch profilieren, dabei schneiden Sie in Leisten Kerbungen ein. Sie nutzen die Oberfräse mit Schablonen oder verwenden sie, genügend Übung vorausgesetzt, freihändig.

Was ist der Unterschied zwischen Fräse und Fräser?

Fräse bezeichnet die gesamte Maschine. Fräser sind die Aufsätze oder Köpfe, die Sie an der Fräse montieren und mit denen Sie in das Material eindringen.

Wie unterscheidet sich die Fräse von einer Bohrmaschine?

Fräse

Bohrmaschinen und Fräsen ähneln sich in der Funktionsweise und mit beiden Maschinen bohren Sie Löcher. In der Praxis sind die Einsatzbereiche jedoch deutlich verschieden voneinander. Die Fräse ist ein echtes Präzisionswerkzeug – für den Bohrer gilt das nur, wenn es sich um eine Tischbohrmaschine handelt.

Der Verwendungsbereich der Bohrmaschinen bleibt auf das Bohren beschränkt, die Fräse ist vielfältiger. Bohrmaschinen besitzen einen einfacheren Aufbau als Fräsen und kosten in der Anschaffung weniger. Die Handbohrmaschinen sind für den Transport im Werkzeugkoffer konzipiert und kommen daher für den mobilen Einsatz infrage. Das gilt in eingeschränktem Maße auch für die Fräse, nämlich dann, wenn es sich um eine Einhandfräse handelt.

Die in Fräsern verwendeten Bohrstangen weisen eine deutlich höhere Steifigkeit auf und eignen sich daher für Arbeiten in härteren Materialien. Bei korrekt eingestellter Fräsmaschine ist es praktisch unmöglich, dass sich die Bohrstange aus der Position bewegt. Mit dem Handbohrer hingegen können Sie schon einmal leicht verrutschen. Die Auswahl des Werkzeugs hängt damit entscheidend von Ihren Präzisionsanforderungen ab.

Modell

Fräse

Bohrmaschine

Vorteile

  • hohe Präzision
  • vielfältig einsetzbar
  • einfacher Aufbau
  • geringere Kosten

Nachteile

  • höhere Anschaffungskosten
  • nur Bohren

Einsatzbereiche

  • stationär
  • mobil nur eingeschränkt
  • Arbeit in harten Materialien
  • mobil oder stationär
  • alle gängigen Bohrarbeiten

Unterscheidung HSS-Fräser & HM-Fräser

HSS steht für Hochleistungsschnellstahl, HM steht für Hartmetall. HSS-Fräser und HM-Fräser sind also mit unterschiedlichen Bohrern aus diesen Materialien ausgestattet. Hartmetall besitzt eine höhere Härte als der weichere Hochleistungsschnellstahl. Trotz der vergebenen Bezeichnungen sind daher mit HM höhere Schnittgeschwindigkeiten erreichbar. Aufgrund der besonderen Härte fällt die Sprödigkeit des Materials bei HM ebenfalls höher aus. Das bedeutet, dass das Material brüchiger ist.

Selbstverständlich handelt es sich auch bei HSS um ein hartes Metall, es ist jedoch deutlich weicher als HM. Der Vorteil liegt in der geringeren Anfälligkeit für Vibrationen und Stöße. Mit ungleichmäßigen Schnittbedingungen im Material kommt ein HSS-Fräser daher besser zurecht als ein HM-Fräser.

Unsere beliebtesten Fräsen

Fräsentypen im Überblick

Die Oberfräse ist nicht der einzige verfügbare Fräsentyp. Wer von einer Fräse spricht, meint aber zumeist die Oberfräse. Folgende Typen sind auf dem Markt erhältlich. Achten Sie auf die unterschiedlichen Drehzahlbereiche, in denen Sie mit den verschiedenen Typen arbeiten:

Fräsentyp

Beschreibung

Einsatzbereich

Drehzahl pro Minute

Oberfräse

  • Die Oberfräse ist der vielseitigste und leistungsfähigste Fräsentyp.
  • Mit diesem Hochpräzisionswerkzeug schneiden Sie saubere Vertiefungen, schrägen Kanten gleichmäßig ab und erleichtern sich das Leben im Möbelbau.
  • Mit einer Oberfräse bauen Sie Küchen- und Kleiderschränke um und erreichen eine vergleichbare Qualität wie ein guter Schreiner. Sie arbeiten mit Schablonen oder sogar freihändig.
  • Oberfräsen sind relativ schwer und können über 5 kg wiegen. Ausstattungsmerkmale wie der Sanftlauf tragen zu einer komfortableren Arbeitsweise bei.
  • nuten, fasen, profilieren
  • Holz verzieren
  • Möbelbau
  • präzise Rillen für Nut und Feder schneiden
  • Zierleisten
  • 8.000 bis 30.000

Einhandfräse

  • Die Einhandfräse eignet sich hervorragend für Einsteiger. Der Umgang mit diesem Werkzeug fällt leichter als der mit der Oberfräse.
  • Die Werkzeuge wiegen teilweise weniger als 2 kg und sind damit für den Transport geeignet und gut zu handhaben. Das ist ideal, wenn Sie im Garten arbeiten oder ihre neue Fräse zu verschiedenen Baustellen mitnehmen möchten.
  • Die gleiche Leistung oder Präzision wie bei einer Oberfräse dürfen Sie hier nicht erwarten. Sie führen das Werkzeug mit nur einer Hand und haben die andere frei, um das Werkstück festzuhalten.
  • weiches Holz
  • Nadelhölzer
  • Kunststoff
  • Bearbeitung und Gestaltung von Holzkanten
  • 10.000 bis 35.000

Elektro-Fräse/Flachdübelfräse

  • Hierbei handelt es sich um eine Spezialfräse mit einem eng definierten Einsatzbereich. Diese Fräse setzen Sie im Möbelbau für das Setzen von Nuten in Holzstücken ein, und zwar mit einer hervorragenden Präzision.
  • Die Elektro-Fräsen bieten eine Höhen- und Winkeleinstellung. Bei hochwertigen Modellen rastet der Winkel ein. Zudem besitzen einige Produkte einen Winkelanschlag oder einen Anschluss für den Staubsauger.
  • Das Gewicht bewegt sich zwischen der Einhandfräse und der Oberfräse. Für die perfekte Herstellung von Nuten ist die Flachdübelfräse die richtige Wahl.
  • Nuten in Holzstücke fräsen
  • etwa 10.000

Tischfräse

  • Die Tischfräse ist ein großes und schweres Werkzeug für den stationären Einsatz in der Werkstatt. Der Tisch steht fest, das Werkstück führen Sie manuell an die Fräse heran.
  • Zu den typischen Arbeiten gehört die Abtrennung der Baumkante vom Holz oder das Abrunden von Tischplatten eines Schreibtischs oder der Küchenzeile.
  • Zu den Vorteilen gehören die immense Leistungsfähigkeit und Präzision. Entsprechend hoch fallen die Leistungsaufnahme und die Lautstärke aus.
  • Kantenbesäumung mit geraden Fräsern
  • 11.000 bis 30.000

Mauernutfräse

  • Die Mauernutfräse ist mit einer Trennscheibe ausgestattet und besitzt eine hohe Leistungsaufnahme zwischen etwa 1.000 und 2.000 Watt.
  • Damit schneiden Sie Nuten in Beton- und Mauerwerk, um dort Kabel zu verlegen. Dafür ist ein robustes Werkzeug erforderlich.
  • Für Holzarbeiten ist die schwere und kräftige Mauernutfräse nicht geeignet.
  • Nuten in Wand schneiden
  • 5.000 bis 10.000
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Diese Materialien fräse ich mit der Maschine

Die Fräse ist ein vielseitiges Werkzeug, mit dessen Hilfe Sie eine Vielzahl von Materialien bearbeiten. Die Tabelle zeigt Ihnen, was in der Praxis möglich ist.

Material

Schnittgeschwindigkeit

Beschreibung

Holz

hoch

  • Holzteile fräsen Sie typischerweise mit hoher Geschwindigkeit, die Verwendung von Kühlmitteln ist nicht erforderlich.
  • Bei der Bearbeitung der Holzoberfläche entstehen hohe Temperaturen, weshalb Sie vorher die Frästiefe und den Vorschub optimal für das jeweilige Werkstück einstellen. So vermeiden Sie Brandspuren auf der Oberfläche.
  • Die hohe Drehgeschwindigkeit ist wichtig, um saubere Schnittkanten zu erzielen und das Material nicht ausfransen zu lassen.

Metall

abhängig von der Materialhärte

  • Wie hoch Sie die Geschwindigkeit beim Bearbeiten von Metall einstellen, hängt von Ihren Ansprüchen an die Präzision und von der Härte des Werkstücks ab.
  • Ist das Metall relativ weich wie etwa Aluminium, Kupfer oder Zink, können Sie Drehzahlen deutlich unterhalb von 10.000 verwenden.
  • Bei harten Metallen wie Eisen und immer dann, wenn es auf höchste Präzision ankommt, stellen Sie die Drehzahl höher ein. Je nach Art der Fräsarbeit ist es erforderlich, ein Kühlmittel zu verwenden.

Kunststoff

unterschiedlich

  • Alle Arten von Kunststoffen sind prinzipiell mit der Fräse bearbeitbar. Allerdings fällt die thermische und mechanische Beeinflussung des Materials in Abhängigkeit von der Kunststoffart sehr unterschiedlich aus.
  • Um die Fräsarbeiten hochwertig auszuführen, wählen Sie ein passendes Werkzeug und stellen dieses richtig ein, was viel Fachwissen voraussetzt. Das Fräsen von Kunststoff ist deutlich anspruchsvoller als das Fräsen von Holz.

Beton

hoch

  • Arbeiten in Beton sind mit der Fräse ebenfalls möglich. Um glatt durch das eher poröse Material zu kommen, sind hohe Drehzahlen wichtig. Hierfür setzen Sie die Mauernutfräse ein.

Ist das Arbeiten in Beton gefährlich?

Setzen Sie bei Arbeiten in Beton unbedingt eine Schutzbrille auf. Bei der hohen Drehzahl bleibt es nicht aus, dass kleine und scharfe Betonsplitter durch die Gegend fliegen.

Die Bohrköpfe im Überblick

Fräsen Bohrkopf

Auf jedem Werkzeug finden Sie eine Angabe zur maximalen Drehzahl. Setzen Sie den entsprechenden Fräser ein, dürfen Sie an der Maschine die Drehzahl nicht höher einstellen als bis zu diesem Maximalwert.

  • Nutfräser: Der Nutfräser ist der typische Fräser für Arbeiten in Holz. Wer von einem Nutfräser spricht, meint in der Regel den T-Nut-Fräser. Mit diesem Fräser erstellen Sie T-Nuten, die im Möbelbau wichtig sind, um zum Beispiel bei Schränken einzelne Teile miteinander zu verbinden.
  • Schaftfräser: Bei Holzarbeiten verwenden viele Handwerker den Schaftfräser. Die Schaftfräser sind wendelgezahnt und eignen sich für das Einarbeiten besonders tiefer Nuten. Zudem stellen Sie damit Konturen zum Anfassen an Möbeln her. Wenn Sie mit der Fräse regelmäßig arbeiten, darf der Schaftfräser nicht fehlen.
  • Hartmetallfräser: Typisch für den Hartmetallfräser ist das feine Schliffbild. Hartmetallfräser sind sehr unterschiedlich konstruiert und weichen voneinander deutlich in Hinblick auf die Verzahnungen und Größen ab. Das liegt daran, dass auch die Metalle so vielfältig sind, die Sie damit bearbeiten. Für weiches Metall wie Aluminium verwenden Sie einen anderen Hartmetallfräser als Stahl.
  • Schwalbenschwanz-Fräser: Der Schwalbenschwanz-Fräser ist ein weiteres Werkzeug für die Holzbearbeitung, der jedoch auch für Metall verwendbar ist. Damit schneiden Sie Zinken in das Werkstück.
  • Scheibennutfräser: Beim Scheibennutfräser arbeiten Sie nicht mit einem Bohrer, sondern mit einer Scheibe, die horizontal liegend an einer Stange befestigt ist. An der Scheibe sind kleine Messer angebracht, mit denen es Ihnen sehr leicht fällt, in Holz zu schneiden. Mit diesem Werkzeug fräsen Sie Nuten in Holzwerkstücke.
  • Abrundfräser: Den Abrundfräser setzen Sie zum Beispiel an Tischkanten ein. Der Fräskopf weist einen Radius auf und dessen Größe bestimmt, wie stark die Rundung am Kantenverlauf ausfällt. Der Abrundfräser ist einfach in der Handhabung, selbst als Laie erzielen Sie damit schnell beeindruckende Ergebnisse.

Holz fräsen – so geh ich die Aufgabe richtig an

Hier erfahren Sie alles, was Sie für die praktische Durchführung der Fräsarbeiten wissen müssen. Lesen Sie auch unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Thema Holz fräsen.

Holzhärte & ihre Bedeutung für das Fräsen

Bei Arbeiten in Holzwerkstücken spielt die Holzhärte eine entscheidende Rolle. Von der Holzhärte hängt ab, wie Sie die Arbeit angehen und wie Sie Ihr Werkzeug optimal einstellen. Sehen Sie sich vor Beginn der Fräsarbeit genau an, mit welcher Holzsorte Sie es zu tun haben und ob es sich um ein eher hartes oder weiches Material handelt.

Welche Härte besitzt mein Holz?

Die Holzhärte messen Handwerker in der Einheit Brinellhärte. Eine besonders hohe Brinellhärte weist das Eichenholz mit einem Wert von 34 bis 41 auf. Hart sind auch die Europäische Kirsche mit 31 und der Europäische Nussbaum mit 32. Zu den weichen Holzsorten gehören die Fichte mit einem Wert von 12 oder die Lärche mit einem Wert von 19. Kiefer erreicht mit 20 einen ähnlichen Wert wie die Lärche.

Tipps für den richtigen Umgang mit den Holzhärten

Fräse sicherer Umgang

Achten Sie bei weichen Holzsorten wie Fichte, Lärche oder Kiefer bereits beim Einspannen darauf, dass Sie mit dem Holz vorsichtig umgehen. Dieses Holz dürfen Sie nicht zu fest fixieren, sonst bilden sich Abdrücke im Material.

Außerdem darf der Vorschub bei weichem Holz nicht zu groß sein. Der Vorschub ist die Geschwindigkeit, mit der der Fräskopf in das Material eindringt. Gehen Sie hier langsamer und behutsamer vor, um das Material nicht zu beschädigen. Die Drehgeschwindigkeit hingegen sollten Sie höher einstellen. Bei einer zu niedrigen Umdrehung passiert es eher, dass der Fräser verkantet und das Werkstück beschädigt.

Schneiden Sie in hartes Holz, muss der Fräser mit der höheren Belastung für den Fräskopf umgehen. Die Erschütterungen und Vibrationen fallen beim Fräsen in hartes Holz höher aus und damit auch die Abnutzung des Werkzeugs. Scharfe Schneiden sind wichtig, damit sich keine Ausrisse oder Brandmarken an den Schnittkanten bilden.

Worauf muss ich beim Fräsen achten?

Fräsarbeiten erfordern eine gewisse Erfahrung und Kenntnisse zum richtigen Umgang mit dem Werkzeug. Hier finden Sie einige der wichtigsten Tipps für Einsteiger und für Hobbyhandwerker, die schon lange nicht mehr mit der Fräse gearbeitet haben.

Schnitttiefe & Schnittbreite

Die optimalen Ergebnisse erreichen Sie beim Fräsen, wenn Sie die Grundlagen beherrschen und das Werkzeug richtig auswählen und einstellen. Entscheidend sind hier die Schnittbreite und die Schnitttiefe. Die Schnittbreite gibt an, wie weit der Fräskopf bei der Bearbeitung in das Material eingreift.

Wie wähle ich die richtige Schnittbreite?

Die optimale Schnittbreite beträgt etwa zwei Drittel des Werkzeugdurchmessers. Das stellt sicher, dass Sie die Fräse beim Schneiden in das Werkstück nicht verkanten.

Die Schnitttiefe gibt die Bearbeitungstiefe im Material an. Die Relation von Tiefe zu Breite des Werkzeugs sollte nicht zu hoch ausfallen, damit sich eine optimale Stabilität ergibt und Sie mit dem Fräskopf nicht im Werkstück stecken bleiben.

Fräsrichtung

Fräse Detailaufnahme

Beim Fräsen spielt es häufig eine entscheidende Rolle, in welche Richtung Sie fräsen. Das hat Auswirkungen auf das Fräsergebnis und die Handhabung der Maschine.

Die Fräsrichtung wählen Sie relativ zur Faser des Holzwerkstücks. Sie bewegen den Fräser

  • entlang der Faser,
  • gegen die Faser oder
  • schräg zur Faser.

Für eine besonders saubere Schnittkante fräsen Sie längs zur Holzfaser. Bei vielen Holzarten gibt es immer wieder Fasern, die quer zur Fräsrichtung stehen. Dann entsteht eine grobe Kante. In der Praxis sollten Sie die Fräsrichtung so wählen, dass Sie möglichst entlang der Faser arbeiten. Das ist gerade bei Weichholz wichtig, da die Kante sonst stark ausfranst.

Beim Fräsen schräg zur Faser bestehen zwei Möglichkeiten: Sie schneiden entweder gegen die Faserrichtung oder mit der Faserrichtung. Hier müssen Sie auf die Drehrichtung des Fräsers achten. Wählen Sie die Drehung so, dass diese entlang der Faser führt. Das ist deshalb vorzuziehen, da Sie die Fasern dabei aneinanderpressen und so zu einem besonders glatten Schnitt gelangen.

Wählen Sie stattdessen eine Drehrichtung des Fräskopfs gegen den Verlauf der Fasern, richten Sie diese auf und lösen sie aus dem Faserverbund und erhalten damit einen sehr rauen Schnitt. Das ist gerade bei weichem Holz ein großes Problem.

Gleichlauf und Gegenlauf

Fräse Anwendung

Beim Gegenlauf dreht sich der Fräskopf gegen die Vorschubrichtung. Sie schieben das Werkzeug also gegen die Fräsrichtung, wodurch sich die Geschwindigkeit leichter kontrollieren lässt. Das Gerät läuft Ihnen nicht weg. Das dient der Sicherheit und der Kontrolle.

Beim Gleichlauf hingegen entspricht die Drehrichtung des Fräskopfs der Vorschubrichtung. Das ist ein Problem, weil Sie das Werkstück mit dem Fräser anschieben. Die Kontrolle verringert sich und es kann bei einer Tischfräse passieren, dass der Fräskopf das Werkstück wegschleudert. Bei der Oberfräse haben Sie mit dem Rückschlag des Geräts zu kämpfen. Achten Sie also darauf, dass Sie die Maschine immer im Gegenlauf verwenden.

Was ist das Umkehrfräsen?

Das Umkehrfräsen hat seine Bedeutung für die Gartenarbeit. Auch hier geht es um die Arbeitsrichtung, denn die Fräswelle dreht sich entgegengesetzt zu den Traktorrädern. Die Fräsmesser schneiden die Erde heraus und trennen sie von Steinen und Pflanzenresten. Das dient der Vorbereitung des Gemüsebeets.

Wann benötige ich eine Fräsmaschine?

Hier finden Sie drei Beispiele aus der Praxis, die Ihnen als Hobbyhandwerker verdeutlichen, wofür die Fräse nützlich ist.

Möbelbau: Nut fräsen wie der Schreiner

Tischkante abrunden

Die vermutlich häufigste Verwendung der Fräser erfolgt im Möbelbau für die Anbringung von Nuten. Wozu dient die Nut in Möbeln? Wenn Sie Schränke zusammenbauen, fügen Sie mehrere Holzteile ineinander wie zum Beispiel den Boden und die Seitenwände oder Zwischenwände und Ebenen. Sie schneiden eine Aussparung in die Seitenwand, in die Sie die Verbindungselemente senkrecht reinstellen. Diese Aussparung bezeichnet man als Nut.

Es ist offensichtlich, dass die Stabilität der Konstruktion entscheidend davon abhängt, dass alle Teile sauber ineinanderpassen und nicht wackeln. Aus diesem Grund ist die Fräse mit ihrer hohen Präzision das richtige Werkzeug für diese Arbeit.

Tischkante abrunden

Die Bearbeitung von Tischkante ist mit der Oberfräse eine runde Sache. Abgerundete Kanten stellen Sie mit der Oberfräse in professioneller Qualität her, weil Sie mit diesem Werkzeug besonders gleichmäßig arbeiten. Das sehen Sie der fertigen Kante sofort an, die einen perfekten Radius aufweist. Mit Schmirgelpapier oder anderen alternativen Herangehensweisen schaffen Sie das nicht.

Der Arbeitsvorgang trägt die Bezeichnung Fasen. An der Maschine stellen Sie ein, wie tief Sie fasen möchten und damit, wie viel Zentimeter Sie von der ursprünglichen Kante wegnehmen wollen. Für diese Arbeiten benötigen Sie einen Fräser mit Anlaufring. Dieser fährt nur so weit an das Holz, bis das Kugellager die Kante berührt. Sie arbeiten praktisch mit einem Parallelanschlag.

Muss ich das Abrunden der Tischkante vorbereiten?

Am besten üben Sie an einem übrig gebliebenen Stück Holz, bevor Sie sich an die Tischkante Ihrer wertvollen Einbauküche wagen.

Schablonenschneiden – mit Verzierungen verzaubern

Wenn Sie wiederkehrende Muster in Ihre Möbel schneiden möchten, brauchen Sie eine Schablone. Diese können Sie auch selbst herstellen. Viele Tischler fertigen sich ihre Schablonen aus Holz und verwenden diese immer wieder, um Möbel, Türen und andere Objekte zu verschönern. Mit Buchstabenschablonen schneiden Sie Namen in Holzleisten und basteln sich damit ein Willkommens-Schild für Ihre Wohnung.

Das richtige Zubehör zum Fräsen

Frässchablone

Setzen Sie auf das richtige Werkzeug, um bessere Ergebnisse mit der Fräse zu erzielen. Einige Utensilien sollte jeder Heimwerker in seiner Werkstatt griffbereit haben:

  • Führungsschienen: Sie sind das wichtigste Zubehör für gerade Schnitte. Mit der Führungsschiene fällt es Ihnen leicht, die Fräse jederzeit sauber entlang der gewünschten Schnittkante zu führen. Typisch ist die Ausführung aus Stahl für Profianwender und aus Kunststoff für den Privatanwender.
  • Kopierhülsen: Die Kopierhülse hilft Ihnen dabei, die Fräse auf Kurs zu halten. An der Oberfräse unterstützt sie beim Ausschneiden von Konturen. Mit ihrer Hilfe bewegen Sie die Fräse an einer Führungsschiene oder einer Schablone entlang. Das ist besonders hilfreich bei Oberfräsen, die selbst kein Kugellager besitzen. Andere Bezeichnungen für Kopierhülse lauten Kopierring oder Anlaufring.
  • Frässchablonen: Bei komplizierteren Formen ist es häufig sinnvoll, auf Frässchablonen zurückzugreifen. Sie helfen Ihnen bei der präzisen Führung der Oberfräse und sind gerade dann unverzichtbar, wenn Sie bestimmte Verzierungen immer auf die gleiche Weise in mehrere Möbelstücke einarbeiten möchten.
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Wichtige Auswahlkriterien

Für die einfachere Orientierung finden Sie hier einige der wichtigsten Auswahlkriterien für Ihre neue Fräse:

  • Leistung: Die Hersteller geben die Motorleistung in Watt an. Starke Fräsen beginnen bereits ab einer Leistung von 1.000 Watt. Mit Modellen mit einer Leistung bis zu 2.500 Watt verrichten Sie professionelle Arbeiten.
  • Fräskorbhub: Hierbei handelt es sich um die Tiefenverstellung für die Oberfräse bei eingesetztem Fräswerkzeug. Sie vereinfacht zum Beispiel die Arbeit mit den Kopierschablonen. Typische Werte bewegen sich zwischen 50 mm und 80 mm.
  • Gewicht: Ein geringes Gewicht von etwa 2,7 kg erleichtert die Handhabung. Schwere Modelle wiegen über 5 kg.
  • Konstantelektronik: Sie gehört zu den wichtigsten Auswahlkriterien. Jede moderne und hochwertige Fräse sollte darüber verfügen. Die Qualität der Arbeit hängt von einer gleichmäßigen Drehzahl der Maschine ab. Dank Konstantelektronik kommt es bezüglich der Drehzahl nicht zu Schwankungen

Die Fräse springt nicht mehr an: Fehler und Problemlösungen

Bohraufsatz Detail

Sie wollen Ihr Projekt starten und die Fräse macht keinen Mucks? Dann könnte es daran liegen, dass eine Sicherung durchgebrannt ist. Wenn kein Garantieanspruch mehr besteht und Sie sich mit Elektrik auskennen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Bauen Sie das Steuergerät aus und messen Sie mit dem Multimeter, ob Spannung besteht und die Sicherung noch funktionstüchtig ist.
  2. Besteht keine Spannung, erwerben Sie im Elektronikfachhandel eine zum Gerät passende Sicherung. Meist ist eine SMD 4A Sicherung verbaut.
  3. Tauschen Sie die Sicherung aus und das Gerät sollte wieder seine Leistung erbringen.

Ist die Sicherung nicht der Auslöser für die Funktionsuntüchtigkeit, wenden Sie sich an den Hersteller oder einen Fachmann. In den meisten Fällen lohnt es sich mehr, gleich ein neues Gerät zu kaufen.

Fazit

Die Fräse gehört zu den wichtigsten Werkzeugen für jeden ambitionierten Heimwerker. Damit schneiden Sie Nuten, nehmen Bohrungen mit hoher Präzision vor und bearbeiten vielfältige Materialien wie Holz, Metall oder Beton.

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