
Dachbegrünung für das Gartenhaus – Schritt für Schritt
Ein begrüntes Gartenhausdach ist nicht nur ein Blickfang, sondern unterstützt auch die lokale Biodiversität, indem es zusätzlichen Lebensraum für Insekten schafft. Bei der Planung solltest Du die erhöhte Dachlast durch Substrat und Bepflanzung berücksichtigen und die Unterkonstruktion dauerhaft vor Feuchtigkeit schützen. Wie Du diese baulichen Anforderungen Schritt für Schritt umsetzt, erfährst Du in dieser Anleitung.
Inhaltsverzeichnis
- Materialliste
- Werkzeugliste
- Vorteile einer Dachbegrünung
- Mögliche Förderung
- Intensiv- und Extensivbegrünung
- Wurzelschutzfolie auslegen
- Wasser-Ablauf
- Zum Schutz Vliesbahnen auslegen
- Drainageplatten verlegen
- Filtervlies auslegen und Kontrollschacht einbauen
- Substrat für die Dachbegrünung verteilen
- Sedumsprossen streuen
- Dachbegrünung wässern
Materialliste
- Wurzelschutzfolie
- Filtervlies
- Schutzvliesbahnen
- Drainageplatten
- Substrat
- Kräuter
- Sedumsprossen
Werkzeugliste
- Leiter
- Cuttermesser
- Rechen
Die Vorteile einer Dachbegrünung auf dem Gartenhaus
Eine Dachbegrünung vereint bauliche Schutzfunktionen mit ökologischen Eigenschaften. Folgende Faktoren sprechen für die Umsetzung:
Schutz der Dachhaut: Bepflanzung und Substrat schirmen die Dachabdichtung vor extremer UV-Strahlung, Hagel und starken Temperaturschwankungen ab, was dabei helfen kann, den kälte- und hitzebedingten Materialverschleiß zu verringern.
Thermidämpfung: Die grüne Schicht wirkt als zusätzliche Dämmschicht, die Temperaturspitzen im Innenraum abpuffert – im Sommer als Hitzeschutz, im Winter als ergänzende Wärmedämmung.
Lokales Mikroklima & Regenwasserrückhalt: Das Gründach speichert einen Teil des Niederschlagswassers und gibt dieses durch Verdunstung langsam an die Umgebung ab. Zudem bietet die Bepflanzung Insekten Nahrung und Lebensraum.
Staubbindung: Die Vegetation kann Feinstaub und Pollen aus der unmittelbaren Umgebungsluft filtern.
Weil die Bepflanzung das Dach vor Witterung schützt, hält die Eindeckung meist deutlich länger als bei einem ungeschützten Flachdach. Und schön anzusehen ist das frische Grün oben auf dem Gartenhaus natürlich auch.
Mögliche kommunale Förderung
Da Dachbegrünungen zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung beitragen, unterstützen einige Städte und Gemeinden entsprechende Projekte. Ob und in welcher Form eine Unterstützung möglich ist – etwa über kommunale Förderprogramme pro Quadratmeter oder im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen –, hängt von den lokalen Bestimmungen Deines Wohnorts ab. Eine Anfrage beim zuständigen Bau- oder Umweltamt vor Baubeginn ist daher empfehlenswert.
Extensive vs. Intensive Begrünung
Bei der Planung werden zwei Varianten unterschieden:
Intensive Begrünung: Sie umfasst anspruchsvollere Bepflanzungen wie Sträucher oder kleine Gehölze. Dies erfordert einen hohen Substrataufbau und erzeugt eine hohe Statiklast, die von gewöhnlichen Gartenhausdächern in der Regel nicht getragen werden kann.
Extensive Begrünung: Diese Variante nutzt anpassungsfähige, niedrig wachsende Pflanzen wie Sedumarten, Moose und Kräuter. Mit einer geringen Substrathöhe (ca. 6 bis 20 cm) bleibt das Gewicht überschaubar. Die einfache Extensivbegrünung ist für die meisten Gartenhausstrukturen statisch machbar und zeichnet sich durch einen geringen Pflegeaufwand aus.
Dach-Begrünung: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine Dachbegrünung baust Du aus mehreren Schichten auf. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung und den wichtigsten Experten-Tipps wird die Dachbegrünung auch auf Deinem Gartenhaus Realität:
Schritt 1: Wurzelschutzfolie auslegen
- Ohne Wurzelschutzfolie entstehen Schäden
- Zusätzliche Trennschicht zwischen Folie und Dachabdichtung
Ein dichtes Dach, das wurzelfeste Eigenschaften besitzt, ist Voraussetzung für die Dachbegrünung. Bitumenschweißbahnen finden sich auf vielen Dächern und sind feuchtigkeitsresistent, die Wurzeln brechen diese Bahnen aber schnell auf. Daher gilt es nun, eine Wurzelschutzfolie auszulegen. Diese basiert auf PVC, aus synthetischem Kautschuk oder auf PE. Lass einen gewissen Überstand der Folie überhängen.
Eine weitere Schicht ist als Trennschicht zwischen der Folie und der Dachabdichtung auszulegen. Hierfür eignet sich Polyestervlies. Bitumen und PVC dürfen nicht direkt aufeinanderliegen, da sie chemisch unverträglich sind.

Schritt 2: Wasser-Ablauf
- Loch beim Wasser-Ablauf nicht vergessen
- Rahmen bauen, um Verrutschen der Grünschicht zu vermeiden
Ein Gründach nimmt einen erheblichen Teil des Niederschlags auf und gibt ihn durch Verdunstung wieder ab. Das verbleibende Abflusswasser lässt sich hervorragend in einer Zisterne als Brauchwasser auffangen. Über dem Dachablauf schneidest Du also eine kleine Öffnung in die Wurzelschutzfolie, damit das Wasser ablaufen kann.
Eine umlaufende Kantensicherung ist bei Schrägdächern sinnvoll. Diese errichtest Du mit Holzprofilen und Metallwinkeln. So schützt Du die Begrünung effektiv und verhinderst, dass diese verrutscht. Für den umlaufenden Wasserablauf sorgt eine Regenrinne.

Schritt 3: Zum Schutz Vliesbahnen auslegen
- Nächste Lage: Vliesbahn
Auf der Folie für den Wurzelschutz legst Du Schutzvliesbahnen aus. Auch hier sollten die Ränder überstehen. Plane lieber 10 cm ein und denke wieder an die Öffnung für den Dachablauf.

Schritt 4: Drainageplatten verlegen
- Nächste Lage: Drainageplatten
Nun folgt eine Schicht aus Festkörper-Drainageplatten. Die Platten müssen seitlich überlappen und es muss wieder an eine Öffnung für den Dachablauf gedacht werden.

Schritt 5: Filtervlies auslegen und Kontrollschacht einbauen
- Nächste Lage: Filtervlies
Jetzt erfolgt das Verlegen der Filtervliesbahnen. Auch hier gilt es, auf einen Überstand von 10 cm zu achten. Nach dem Einschneiden der Öffnung für den Ablauf setzt Du den Kontrollschacht.

Schritt 6: Substrat für die Dachbegrünung verteilen
- 3 Säcke Subtrat pro Quadratmeter
Nun kannst Du mit dem Verteilen des Substrats auf dem Dach beginnen. Es sollte am Ende sechs bis acht Zentimeter hoch sein. Plane drei Säcke Substrat pro Quadratmeter Fläche ein. Knapp über der Substratschicht musst Du das überstehende Filtervlies abschneiden.

Schritt 7: Sedumsprossen streuen
- 80g pro Sedumsprossen pro Quadratmeter
Für eine extensive Begrünung des Dachs streust Du nun Sedumsprossen aus. Hierbei handelt es sich um die Triebe der Sedumpflanzen. 80 g pro Quadratmeter sollte die Pflanzendichte auf dem Dach betragen. Erst streust Du die Samen aus und verteilst dann das Saatgut, das mit feinem Sand vermischt werden sollte. Die Sedumpflanzen eignen sich hervorragend für die Dachbegrünung, da sie wenig anspruchsvoll sind und auch Trockenphasen gut überstehen.

Schritt 8: Dachbegrünung wässern
- Ausgiebig bewässern
Wichtig ist, dass nun eine erste ausgiebige Bewässerung erfolgt. Überschüssiges Wasser fließt über den Dachablauf ab.
Bis zu zwei Jahre dauert es, bis sich die Dachbegrünung in ihrer vollen Pracht entfaltet. Wenn Du die Begrünung zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage kombinierst, kannst Du Deinen eigenen Solarstrom erzeugen und Deine Unabhängigkeit bei der Energieversorgung erhöhen.
Lies in diesem Ratgeber weiter, wenn Du wissen möchtest, wie Du Dein Gartenhaus dämmen kannst.
