Eine schematische Darstellung zeigt die Dachbegrünung eines Gartenhauses in zwei Hälften: links das bereits eingewachsene Gründach mit Pflanzen und Uhrensymbol für den Zeitverlauf, rechts das frisch bepflanzte Dach, das mit einem Gartenschlauch bewässert wird. Zwei Häkchen-Symbole markieren die korrekte Umsetzung. Im Vordergrund links liegen Substratsäcke, rechts Holzlatten und ein Cuttermesser. Links am Rand ist eine Anleitung mit drei bebilderten Schritten abgebildet

Dachbegrünung für das Gartenhaus – Schritt für Schritt

Ein begrüntes Gartenhausdach ist nicht nur ein Blickfang, sondern unterstützt auch die lokale Biodiversität, indem es zusätzlichen Lebensraum für Insekten schafft. Bei der Planung solltest Du die erhöhte Dachlast durch Substrat und Bepflanzung berücksichtigen und die Unterkonstruktion dauerhaft vor Feuchtigkeit schützen. Wie Du diese baulichen Anforderungen Schritt für Schritt umsetzt, erfährst Du in dieser Anleitung.

Die Vorteile einer Dachbegrünung auf dem Gartenhaus

Eine Dachbegrünung vereint bauliche Schutzfunktionen mit ökologischen Eigenschaften. Folgende Faktoren sprechen für die Umsetzung:

Schutz der Dachhaut: Bepflanzung und Substrat schirmen die Dachabdichtung vor extremer UV-Strahlung, Hagel und starken Temperaturschwankungen ab, was dabei helfen kann, den kälte- und hitzebedingten Materialverschleiß zu verringern.

Thermidämpfung: Die grüne Schicht wirkt als zusätzliche Dämmschicht, die Temperaturspitzen im Innenraum abpuffert – im Sommer als Hitzeschutz, im Winter als ergänzende Wärmedämmung.

Lokales Mikroklima & Regenwasserrückhalt: Das Gründach speichert einen Teil des Niederschlagswassers und gibt dieses durch Verdunstung langsam an die Umgebung ab. Zudem bietet die Bepflanzung Insekten Nahrung und Lebensraum.

Staubbindung: Die Vegetation kann Feinstaub und Pollen aus der unmittelbaren Umgebungsluft filtern.

Weil die Bepflanzung das Dach vor Witterung schützt, hält die Eindeckung meist deutlich länger als bei einem ungeschützten Flachdach. Und schön anzusehen ist das frische Grün oben auf dem Gartenhaus natürlich auch.

Mögliche kommunale Förderung

Da Dachbegrünungen zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung beitragen, unterstützen einige Städte und Gemeinden entsprechende Projekte. Ob und in welcher Form eine Unterstützung möglich ist – etwa über kommunale Förderprogramme pro Quadratmeter oder im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen –, hängt von den lokalen Bestimmungen Deines Wohnorts ab. Eine Anfrage beim zuständigen Bau- oder Umweltamt vor Baubeginn ist daher empfehlenswert.

Extensive vs. Intensive Begrünung

Bei der Planung werden zwei Varianten unterschieden:

Intensive Begrünung: Sie umfasst anspruchsvollere Bepflanzungen wie Sträucher oder kleine Gehölze. Dies erfordert einen hohen Substrataufbau und erzeugt eine hohe Statiklast, die von gewöhnlichen Gartenhausdächern in der Regel nicht getragen werden kann.

Extensive Begrünung: Diese Variante nutzt anpassungsfähige, niedrig wachsende Pflanzen wie Sedumarten, Moose und Kräuter. Mit einer geringen Substrathöhe (ca. 6 bis 20 cm) bleibt das Gewicht überschaubar. Die einfache Extensivbegrünung ist für die meisten Gartenhausstrukturen statisch machbar und zeichnet sich durch einen geringen Pflegeaufwand aus.



Dach-Begrünung: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Eine Dachbegrünung baust Du aus mehreren Schichten auf. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung und den wichtigsten Experten-Tipps wird die Dachbegrünung auch auf Deinem Gartenhaus Realität:

Schritt 1: Wurzelschutzfolie auslegen

  • Ohne Wurzelschutzfolie entstehen Schäden
  • Zusätzliche Trennschicht zwischen Folie und Dachabdichtung

Ein dichtes Dach, das wurzelfeste Eigenschaften besitzt, ist Voraussetzung für die Dachbegrünung. Bitumenschweißbahnen finden sich auf vielen Dächern und sind feuchtigkeitsresistent, die Wurzeln brechen diese Bahnen aber schnell auf. Daher gilt es nun, eine Wurzelschutzfolie auszulegen. Diese basiert auf PVC, aus synthetischem Kautschuk oder auf PE. Lass einen gewissen Überstand der Folie überhängen.

Eine weitere Schicht ist als Trennschicht zwischen der Folie und der Dachabdichtung auszulegen. Hierfür eignet sich Polyestervlies. Bitumen und PVC dürfen nicht direkt aufeinanderliegen, da sie chemisch unverträglich sind.

Eine schematische Darstellung zeigt ein Gartenhaus mit teilweise abgedecktem Dach. Der linke Bereich (1) ist mit einer Wurzelschutzfolie ausgelegt, darunter ist eine Pflanze mit roten Wurzeln und einem Ausrufezeichen-Symbol abgebildet – als Warnung vor Schäden ohne Schutzfolie. Der rechte Dachbereich (2) ist noch unbehandelt. Ein Häkchen-Symbol kennzeichnet die korrekte Ausführung. Unten links ist ein roter Kreis mit einer weißen 1

Schritt 2: Wasser-Ablauf

  • Loch beim Wasser-Ablauf nicht vergessen
  • Rahmen bauen, um Verrutschen der Grünschicht zu vermeiden

Ein Gründach nimmt einen erheblichen Teil des Niederschlags auf und gibt ihn durch Verdunstung wieder ab. Das verbleibende Abflusswasser lässt sich hervorragend in einer Zisterne als Brauchwasser auffangen. Über dem Dachablauf schneidest Du also eine kleine Öffnung in die Wurzelschutzfolie, damit das Wasser ablaufen kann.

Eine umlaufende Kantensicherung ist bei Schrägdächern sinnvoll. Diese errichtest Du mit Holzprofilen und Metallwinkeln. So schützt Du die Begrünung effektiv und verhinderst, dass diese verrutscht. Für den umlaufenden Wasserablauf sorgt eine Regenrinne.

Eine schematische Darstellung zeigt ein Gartenhaus mit vorbereitetem Dach für eine Dachbegrünung. Auf der linken Seite wird ein Holzrahmen angebracht, markiert mit einem Häkchen-Symbol. Rechts wird ein Cuttermesser angesetzt, jedoch mit einem X versehen, um auf das zu vermeidende Schneiden an dieser Stelle hinzuweisen. Im Vordergrund liegen Holzlatten und ein Entwässerungssystem ist zu sehen. Unten links ist ein roter Kreis mit einer weißen 2

Schritt 3: Zum Schutz Vliesbahnen auslegen

  • Nächste Lage: Vliesbahn

Auf der Folie für den Wurzelschutz legst Du Schutzvliesbahnen aus. Auch hier sollten die Ränder überstehen. Plane lieber 10 cm ein und denke wieder an die Öffnung für den Dachablauf.

Eine schematische Darstellung zeigt ein Gartenhaus mit grünem Vlies auf dem Dach als Schutzschicht für die Dachbegrünung. Links ist ein 10 cm großer Überstand markiert, daneben ein Häkchen-Symbol. Rechts oben befindet sich ein Cuttermesser mit einem Häkchen-Symbol für den korrekten Einsatz an dieser Stelle. Ein kleines rotes X kennzeichnet die Position für die Öffnung des Dachablaufs. Unten links ist ein roter Kreis mit einer weißen 3

Schritt 4: Drainageplatten verlegen

  • Nächste Lage: Drainageplatten

Nun folgt eine Schicht aus Festkörper-Drainageplatten. Die Platten müssen seitlich überlappen und es muss wieder an eine Öffnung für den Dachablauf gedacht werden.

Eine schematische Darstellung zeigt ein Gartenhaus mit verlegten weißen Drainageplatten auf dem Dach als nächste Schicht der Dachbegrünung. Die Platten sind lückenlos verlegt und an den Rändern passend zugeschnitten, markiert durch ein Häkchen-Symbol links. Rechts oben ist ein Cuttermesser mit Häkchen-Symbol für den richtigen Zuschnitt dargestellt. Ein kleines rotes X markiert die vorgesehene Öffnung für den Dachablauf. Unten links ist ein roter Kreis mit einer weißen 4

Schritt 5: Filtervlies auslegen und Kontrollschacht einbauen

  • Nächste Lage: Filtervlies

Jetzt erfolgt das Verlegen der Filtervliesbahnen. Auch hier gilt es, auf einen Überstand von 10 cm zu achten. Nach dem Einschneiden der Öffnung für den Ablauf setzt Du den Kontrollschacht.

Eine schematische Darstellung zeigt ein Gartenhaus mit weißem Filtervlies als oberste Schicht auf dem Dach. Am linken Dachrand ist ein Überstand von 10 cm markiert inklusive Häkchen-Symbol. Rechts oben befindet sich ein eingebauter Kontrollschacht, ebenfalls mit einem Häkchen-Symbol versehen. Unten links ist ein roter Kreis mit einer weißen 5

Schritt 6: Substrat für die Dachbegrünung verteilen

  • 3 Säcke Subtrat pro Quadratmeter

Nun kannst Du mit dem Verteilen des Substrats auf dem Dach beginnen. Es sollte am Ende sechs bis acht Zentimeter hoch sein. Plane drei Säcke Substrat pro Quadratmeter Fläche ein. Knapp über der Substratschicht musst Du das überstehende Filtervlies abschneiden.

Eine schematische Darstellung zeigt ein Gartenhaus mit weißem Filtervlies auf dem Dach, auf dem Substrat für die Dachbegrünung verteilt wird. Links ist ein Bereich bereits mit einer 6–8 cm hohen Substratschicht bedeckt. Ein Cutter liegt bereit zum Zuschneiden. Rechts sind drei Säcke Substrat abgebildet mit dem Hinweis „3 Säcke pro Quadratmeter“. Zwei Häkchen-Symbole bestätigen die korrekte Ausführung. Unten links ist ein roter Kreis mit einer weißen 6

Schritt 7: Sedumsprossen streuen

  • 80g pro Sedumsprossen pro Quadratmeter

Für eine extensive Begrünung des Dachs streust Du nun Sedumsprossen aus. Hierbei handelt es sich um die Triebe der Sedumpflanzen. 80 g pro Quadratmeter sollte die Pflanzendichte auf dem Dach betragen. Erst streust Du die Samen aus und verteilst dann das Saatgut, das mit feinem Sand vermischt werden sollte. Die Sedumpflanzen eignen sich hervorragend für die Dachbegrünung, da sie wenig anspruchsvoll sind und auch Trockenphasen gut überstehen.

Eine schematische Darstellung zeigt ein begrüntes Gartenhausdach mit gleichmäßig ausgestreuten Sedumsprossen. Auf der rechten Seite befindet sich ein Haufen mit Saatgut und der Hinweis „80 g pro Quadratmeter“. Zwei Häkchen-Symbole markieren die korrekt ausgeführte Aussaat. Unten links ist ein roter Kreis mit einer weißen 7

Schritt 8: Dachbegrünung wässern

  • Ausgiebig bewässern

Wichtig ist, dass nun eine erste ausgiebige Bewässerung erfolgt. Überschüssiges Wasser fließt über den Dachablauf ab.

Bis zu zwei Jahre dauert es, bis sich die Dachbegrünung in ihrer vollen Pracht entfaltet. Wenn Du die Begrünung zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage kombinierst, kannst Du Deinen eigenen Solarstrom erzeugen und Deine Unabhängigkeit bei der Energieversorgung erhöhen.

Lies in diesem Ratgeber weiter, wenn Du wissen möchtest, wie Du Dein Gartenhaus dämmen kannst.

Eine schematische Darstellung zeigt ein Gartenhaus mit zwei Entwicklungsstadien der Dachbegrünung: rechts wird das frisch bepflanzte Dach mit einem Gartenschlauch bewässert, links ist das vollständig eingewachsene Gründach nach ca. 2 Jahren dargestellt. Zwei Häkchen-Symbole und ein Uhrensymbol markieren die korrekte Bewässerung und den natürlichen Zeitverlauf. Unten links ist ein roter Kreis mit einer weißen 8