Gartenbewässerung verlegen – Schritt für Schritt
Eine automatische Bewässerungsanlage nimmt Dir viel Gartenarbeit ab und versorgt alle Pflanzen zuverlässig mit Wasser – auch wenn Du mal im Urlaub bist. Diese Anleitung zeigt Dir Schritt für Schritt, wie Du eine unterirdische Bewässerungsanlage selbst verlegen kannst. Handwerkliche Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Plane für das Projekt je nach Gartengröße einen halben bis ganzen Tag ein.
Inhaltsverzeichnis
Vorteile unterirdisch verlegter Bewässerungssysteme
Ein unterirdisches Bewässerungssystem hat gegenüber oberirdischen Schläuchen klare Vorteile: Die Leitungen liegen geschützt im Boden und können weder beim Gärtnern noch beim Rasenmähen beschädigt werden. Herumliegende Schläuche, über die man stolpern kann, gehören der Vergangenheit an. Und optisch bleibt der Garten aufgeräumt – keine sichtbaren Rohre, die das Bild stören. Der Einbau erfordert zwar etwas mehr Aufwand als eine oberirdische Lösung, zahlt sich aber langfristig aus.
Materialliste
Komponenten der Anlage- Regner (Vielflächenregner, Versenkregner oder Viereckregner – je nach Fläche)
- Verlegerohre
- Verbindungsstücke und Rohrhalter
- Bodenfeuchtesensor
- Bewässerungscomputer
- Bewässerungsuhr
Werkzeug und Hilfsmittel
- Spaten
- Säge (zum Zuschneiden der Rohre)
- Schubkarre (zum Abtransport der Erde)
- Eimer und Stoppuhr (für die Druckmessung)
- Schlauch
Schritt 1: Planung der Bewässerungsanlage
Wasserdruck prüfen
Teste zunächst den Leitungsdruck: Fülle einen 10-Liter-Eimer und miss die Zeit in Sekunden. Teile 36.000 durch die gemessene Sekundenzahl – das Ergebnis ist Dein Durchfluss in Litern pro Stunde. Dieser Wert hilft Dir bei der Auswahl der passenden Regner.
Flächen und Regner festlegen
Überlege, welche Bereiche bewässert werden sollen – Rasen, Beete, Hecken – und welche nicht. Daraus ergibt sich, wie viele Rohre und Regner Du benötigst. Für die Auswahl der Regner gilt:
- Vielflächenregner – für große, unregelmäßig geformte Rasenflächen mit vielen Kurven
- Versenkregner – für Flächen, die optisch ungestört bleiben sollen; der Regner fährt nach der Bewässerung vollständig in den Boden zurück
- Viereckregner – für kleinere, rechteckige Flächen bis ca. 250 m²
Hauptwasseranschluss planen
Lege fest, wo der Hauptanschluss platziert werden soll und plane die Leitungsführung von dort aus.

Schritt 2: Erde ausheben
Hebe an den geplanten Stellen einen möglichst schmalen Graben aus – etwa 25 cm tief. Liegt die Leitung unter dem Rasen, nimm die Grasnarben möglichst unbeschädigt ab und lege sie zur Seite: Du wirst sie am Ende wieder einsetzen. Transportiere die ausgehobene Erde mit einer Schubkarre ab, damit der Arbeitsbereich frei bleibt.
Prüfe an dieser Stelle noch einmal die Reichweite der geplanten Regner, bevor Du mit dem Verlegen beginnst.

Schritt 3: Verlegen der Leitungen
Lege die Rohre zunächst probeweise auf dem Rasen aus und prüfe, ob Länge und Anzahl stimmen. Schneide die Rohre gleich auf das richtige Maß zu – dann räumst Du alles wieder beiseite und mähst die betroffenen Rasenflächen gründlich.
Lege die Rohre nun in den Graben und verbinde sie mit den Verbindungsstücken. Fixiere die Rohre mit Rohrhaltern im Graben, bevor Du zuschlüttst. Musst Du für einzelne Abschnitte Erdteile ausstechen, setze diese anschließend wieder ein und wässere sie gut, damit sie schnell wieder anwachsen.

Schritt 4: Installation der Regner
Die Regner sind das Herzstück der Anlage – ihre Platzierung entscheidet darüber, ob alle gewünschten Flächen gleichmäßig versorgt werden. Ziel ist es, mit möglichst wenigen Regnern eine möglichst große Fläche abzudecken – und dabei Bereiche, die nicht bewässert werden sollen, gezielt auszusparen.
- Versenkregner brauchen ein vorbereitetes Loch im Boden, in das sie vollständig zurückfahren können. Das hat den Vorteil, dass Du den Rasen ganz normal mähen kannst.
- Viereckregner werden oberirdisch gesetzt; stell die gewünschte Reichweite direkt am Gerät ein.
- Vielflächenregner müssen nach Herstelleranleitung auf die Form der zu bewässernden Fläche programmiert werden.
Tipp:
Achte auf sogenannte Regenschattenbereiche, also Stellen unter Bäumen oder Vordächern, die kein natürliches Regenwasser abbekommen. Richte hier gezielt mehr Regner aus oder erhöhe die Wassermenge.

Schritt 5: Automatische Steuerungseinheit installieren
Schließe nun Bodenfeuchtesensor und Bewässerungscomputer an:
Den Bodenfeuchtesensor steckst Du senkrecht in den Boden und verbindest ihn per Kabel mit dem Bewässerungscomputer. Der Sensor misst in regelmäßigen Abständen die Bodenfeuchte und meldet dem Computer, ob eine Bewässerung nötig ist – so wird nicht unnötig gewässert.
Die Bewässerungsuhr legt fest, wann die Anlage startet und stoppt. Sie funktioniert auch ohne Sensor, arbeitet aber deutlich effizienter, wenn sie dessen Daten nutzen kann.
Programmiere abschließend den Computer nach Herstelleranleitung. Danach läuft die Anlage weitgehend von selbst.

Schritt 6: Graben zuschütten und Abschlusscheck
Fülle den Graben mit der ausgehobenen Erde wieder auf und tritt sie leicht fest. Dort, wo Du Grasnarben abgenommen hast, setzt Du diese wieder ein und wässerst sie gut an – so wachsen sie schnell wieder an.
Bevor Du die Anlage in Betrieb nimmst, mach einen kurzen Abschlusscheck:
- Sind alle Rohrverbindungen dicht?
- Sitzen die Regner an den richtigen Positionen?
- Ist der Bodenfeuchtesensor korrekt angeschlossen?
Starte die Anlage dann testweise und prüfe, ob alle Bereiche gleichmäßig bewässert werden. Kleinere Korrekturen an der Ausrichtung der Regner lassen sich jetzt noch einfach vornehmen.
Fertig – Dein Garten bewässert sich ab jetzt von selbst!





-8630-1.jpg)